Für alle, die ihre Fotos und Videos lieber selbst hosten statt sie Google oder Apple zu überlassen, gibt es gute Nachrichten: Am 7. Oktober 2026 ist Immich 3.3.0 erschienen — und bringt gleich mehrere Funktionen, die man vor allem in Mehrpersonen-Haushalten sofort zu schätzen weiß.
NEU: Personen zwischen Konten teilen
Bislang war jede in Immich erkannte Person an genau ein Benutzerkonto gebunden — ärgerlich, wenn mehrere Familienmitglieder eigene Konten nutzen, aber dieselben Gesichter in ihren Fotos markieren wollen. Mit Shared People Management lassen sich Personen jetzt mit anderen Nutzern in derselben Cluster-Gruppe teilen. Die geteilte Person erscheint danach in beiden Personenlisten und kann von allen Berechtigten gemeinsam bearbeitet werden — ganz ohne doppelte Gesichtserkennung oder manuelles Abgleichen zwischen Konten.
GEBURTSTAGE: Automatische Erinnerungen mit Festtags-Touch
Eine zweite neue Funktion sorgt für einen kleinen Gefühlsmoment beim Durchstöbern der eigenen Bibliothek: Birthday Memories zeigt automatisch spezielle Erinnerungen, wenn eine erkannte Person Geburtstag hat — inklusive „vorherigen Geburtstagen“ aus früheren Jahren und einer entsprechend festlich gestalteten Präsentation. Wer Gesichtserkennung in Immich schon länger nutzt, bekommt damit quasi automatisch ein kleines Jahresrückblick-Feature für jede Person in der Bibliothek.
ORDNUNG AUF DEM HANDY: Bearbeitungen stapeln sich selbst
Wer Fotos direkt auf dem Smartphone bearbeitet, kennt das Problem: Das bearbeitete Bild landet als eigenständiges Element in der Timeline und sprengt die Chronologie. Mit Auto-stacked Mobile Edits werden bearbeitete Aufnahmen jetzt automatisch über dem Original gestapelt — die Zeitleiste bleibt dadurch deutlich aufgeräumter, ohne dass man selbst nachsortieren muss.
SCHNELLER UND GENAUER: Maschinelles Lernen im Hintergrund
Technisch interessant für alle mit eigener Hardware: Über das neue, optionale Setting MACHINE_LEARNING_MODEL_REVISION=v2 lässt sich ein deutlich schnelleres und präziseres Modell für Gesichtserkennung und Objekterkennung aktivieren — bei gleichzeitig geringerem Speicherverbrauch. Dazu kommt ein genaueres Resampling-Verfahren für Thumbnails, das vor allem in kontrastreichen Bildbereichen mehr Details und eine natürlichere Helligkeit bewahrt.
WEITERE KLEINIGKEITEN
Daneben bringt 3.3.0 eine Reihe kleinerer, aber praktischer Verbesserungen: OAuth-Claims-Synchronisation beim Login, die Möglichkeit für Editoren, Album-Titel und -Beschreibung direkt zu ändern, eine Tastenkombination zum schnellen Entfernen von Fotos aus einem Album sowie ein Update auf PPOCR v6 für die Texterkennung in Bildern. Auf der Fehlerbehebungsseite wurden unter anderem Build-SDK-Probleme im Dev-Container sowie Race-Conditions in der ML-Ausführungs-Warteschlange behoben.
EINORDNUNG: Immich wird familientauglicher
Nach dem großen Versionssprung auf Immich 12 im September und der neuen Suche mit kontoübergreifender Gesichtserkennung in Version 3.2 setzt 3.3.0 konsequent den Weg fort, aus einer reinen Foto-Backup-Lösung eine vollwertige, geteilte Familien-Plattform zu machen — ohne dass dafür eine Cloud eines Drittanbieters nötig wäre. Für bestehende Installationen empfiehlt sich wie immer ein Backup vor dem Update sowie ein Blick in die vollständigen Release-Notes, falls eigene Erweiterungen oder Automatisierungen am ML-Setup hängen.