#Homelab · 5 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

HARTE ANSAGE! Immich verlangt jetzt 6 GB RAM als Minimum — prüf deinen Server

HARTE ANSAGE! Immich verlangt jetzt 6 GB RAM als Minimum — prüf deinen Server

Wer seine Fotos selbst hostet, kennt Immich — die Alternative zu Google Fotos, die aus einem Feierabendprojekt eine ernsthafte Software geworden ist.

Seit dem 12. August ist v3.1.0 die stabile Version. Der Nachrichtenwert steckt allerdings nicht in der Versionsnummer, sondern in etwas, das lange gefehlt hat: Immich schreibt jetzt schwarz auf weiß, was dein Server können muss.

Und für manches Homelab ist das eine unbequeme Zahl.

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DIE ANFORDERUNGEN — jetzt offiziell

Immich dokumentiert diese Mindest- und Empfehlungswerte:

  • Arbeitsspeicher: 6 GB Minimum, 8 GB empfohlen
  • CPU: mindestens 2 Kerne, 4 empfohlen
  • Dateisystem: Unix-kompatibel

Sechs Gigabyte als Untergrenze — das ist die Zahl, an der sich viele Setups messen lassen müssen. Ein Raspberry Pi mit 4 GB fällt damit offiziell durch. Ein alter Mini-PC mit 8 GB, auf dem noch drei andere Container laufen, wird knapp.

DIE FALLE, die viele übersehen: x86-64-v2

Der unangenehmste Punkt steht etwas versteckt: Seit v3 verlangt das amd64-Image für maschinelles Lernen — also der Teil, der Gesichter und Objekte erkennt — Unterstützung für x86-64-v2.

Das ist ein Befehlssatz-Niveau, das laut Immich die meisten Prozessoren ab etwa 2012 mitbringen. Klingt entspannt. Ist es auch — bis virtuelle Maschinen ins Spiel kommen.

Genau hier liegt die Stolperfalle: Eine VM kann ein älteres virtuelles CPU-Profil durchreichen, selbst wenn der darunterliegende Prozessor topmodern ist. In Proxmox etwa ist der Standard-CPU-Typ bewusst konservativ gewählt, damit sich VMs zwischen unterschiedlichen Hosts verschieben lassen.

Ergebnis: Dein Host kann alles. Deine VM gibt aber nur einen alten Befehlssatz weiter — und der Machine-Learning-Container startet nicht. Ein Fehlerbild, das ohne diesen Hinweis schwer zu deuten ist.

Wer das prüfen will, schaut in der VM einfach nach:

/lib/ld-linux-x86-64.so.2 --help | grep x86-64-v2

Steht dort „supported“, passt es. Sonst musst du in den VM-Einstellungen den CPU-Typ auf ein moderneres Profil heben — bei Proxmox etwa auf host, wenn du die VM ohnehin nicht zwischen verschiedenen Systemen verschiebst.

ACHTUNG bei der Datenbank: keine Netzwerkfreigaben

Ein Punkt, der ausdrücklich in den Anforderungen steht: Netzwerkfreigaben werden für die Datenbank nicht unterstützt. Also kein SMB, kein NFS für die Postgres-Daten.

Das ist keine Schikane. Datenbanken brauchen bestimmte Garantien beim Schreiben und beim Sperren von Dateien, die Netzwerkprotokolle nicht verlässlich liefern. Wer es trotzdem tut, riskiert eine beschädigte Datenbank — oft erst Wochen später und dann ohne erkennbaren Auslöser.

Die Foto-Bibliothek selbst darf gerne auf dem NAS liegen. Die Datenbank gehört auf lokalen Speicher, am besten auf eine SSD.

DER WICHTIGSTE TIPP: hör auf, :latest zu benutzen

Immich empfiehlt inzwischen ausdrücklich, auf einen Hauptversions-Tag wie :v3 zu pinnen statt auf :latest.

Der Unterschied ist im Alltag riesig:

  • :latest zieht auch den Sprung auf die nächste Hauptversion — samt Schema-Migration, die sich nicht zurückrollen lässt. Ein automatisches Update um drei Uhr nachts kann dir so die Bibliothek in einen Zustand bringen, aus dem nur ein Backup wieder herausführt.
  • :v3 holt weiterhin Fehlerbehebungen und Sicherheitsupdates, bleibt aber innerhalb der Hauptversion. Der große Sprung passiert dann, wenn du es entscheidest.

In der docker-compose.yml ist das eine Zeile:

image: ghcr.io/immich-app/immich-server:v3

WELCHE HARDWARE PASST?

Wenn deine aktuelle Kiste an den 6 GB scheitert, gibt es zwei nüchterne Wege. Der günstigere ist oft der bessere: nachrüsten statt neu kaufen. Ein Speicher-Kit wie das Crucial Pro DDR5 32 GB Kit* bringt einen Mini-PC oder Eigenbau-Server auf ein Niveau, bei dem Immich samt Machine-Learning-Container entspannt läuft — und das Ganze zusammen mit dem üblichen Rest an Diensten.

Wer ohnehin einen neuen Heimserver plant, fährt mit einem kompakten Mini-PC am rundesten. Ein Gerät der Klasse Minisforum UM790 Pro* bringt genug Kerne für die Erkennungs-Aufgaben mit, bleibt im Leerlauf sparsam und passt hinter den Monitor.

FAZIT: gute Software, ehrliche Ansage

Dass Immich seine Anforderungen jetzt klar dokumentiert, ist ein Fortschritt — auch wenn die Zahlen manchem nicht gefallen. Lieber vorher wissen, dass 4 GB nicht reichen, als es nach dem dritten abgestürzten Import herauszufinden.

Wenn du nur eine Sache aus diesem Text mitnimmst: Wechsle heute von :latest auf :v3. Das kostet eine Zeile und erspart dir irgendwann eine sehr unangenehme Nacht.

Häufige Fragen

Was ist neu in Immich v3.1.0?
v3.1.0 ist seit dem 12. August 2026 die stabile Version und bringt vor allem Verbesserungen im Alltag sowie eine weitere Runde an Fehlerbehebungen. Der praktisch wichtigere Teil sind die nun klar dokumentierten Systemanforderungen: 6 GB RAM als Minimum, 8 GB empfohlen, mindestens zwei CPU-Kerne und ein Unix-kompatibles Dateisystem.
Läuft Immich noch auf einem Raspberry Pi?
Nach den offiziellen Anforderungen nicht mehr komfortabel. Ein Pi mit 4 GB liegt unter dem dokumentierten Minimum von 6 GB. Auf einem Pi 5 mit 8 GB kann es funktionieren, besonders wenn die Bibliothek klein bleibt und der Machine-Learning-Teil ausgelagert oder deaktiviert wird. Als Dauerlösung für eine wachsende Sammlung ist es die falsche Basis.
Warum startet der Machine-Learning-Container in meiner VM nicht?
Sehr wahrscheinlich fehlt x86-64-v2. Seit Version 3 verlangt das amd64-Image für maschinelles Lernen diesen Befehlssatz. Virtuelle Maschinen reichen oft ein bewusst konservatives CPU-Profil durch, auch wenn der Host moderner ist. In den VM-Einstellungen lässt sich der CPU-Typ auf ein neueres Profil heben, bei Proxmox etwa auf host.
Kann ich die Immich-Datenbank auf mein NAS legen?
Nein, Netzwerkfreigaben wie SMB oder NFS werden für die Datenbank ausdrücklich nicht unterstützt. Datenbanken benötigen Garantien beim Schreiben und beim Sperren von Dateien, die diese Protokolle nicht verlässlich bieten. Die Foto-Bibliothek darf auf dem NAS liegen, die Datenbank gehört auf lokalen Speicher, idealerweise eine SSD.
Warum soll ich auf :v3 pinnen statt :latest?
Weil :latest auch den Sprung auf die nächste Hauptversion mitnimmt — inklusive Schema-Migration, die sich nicht zurückrollen lässt. Ein unbeaufsichtigtes Update kann deine Installation so in einen Zustand bringen, aus dem nur ein Backup zurückführt. Der Tag :v3 liefert weiterhin Fehlerbehebungen, hält aber die Hauptversion fest.

Quellen

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