Es ist ein Datum, das viele auf dem Schirm haben sollten: 31. August 2026. An diesem Tag verschwinden die letzten Manifest-V2-Erweiterungen aus dem Chrome Web Store.
Und damit endet für Chrome-Nutzer eine Ära, die vielen wichtiger ist, als sie dachten: die Ära von uBlock Origin.
MOZILLA STELLT KLAR: „geht nirgendwohin“
Mozilla hat in dieser Woche per Kurznachricht auf Bluesky eine Ansage gemacht, die man selten so knapp bekommt:
„Our support for uBlock Origin isn’t going anywhere.“
Sinngemäß: Die Unterstützung für uBlock Origin bleibt. Punkt.
Anlass war die Nachricht, dass auch Microsoft Edge demnächst uBlock Origin und andere Werbeblocker auf Manifest-V2-Basis aussperrt. Chrome hat die Umstellung auf Manifest V3 bereits abgeschlossen.
WARUM MANIFEST V3 WERBEBLOCKER SCHWÄCHT
Der technische Kern in einem Satz: Manifest V3 nimmt Erweiterungen den Zugriff auf die Funktionen, die zum zuverlässigen Erkennen und Blockieren von Werbung nötig sind.
Unter Manifest V2 durfte eine Erweiterung jede Netzwerkanfrage vor dem Absenden anschauen und dann entscheiden — dynamisch, mit eigener Logik. Unter Manifest V3 muss ein Blocker seine Regeln stattdessen vorab beim Browser hinterlegen und darf die Anfragen nicht mehr selbst prüfen.
Für einfache Werbebanner reicht das oft noch. Für alles, was sich bewegt — Werbung, die ihre Adressen dauernd ändert, oder Video-Werbung, die aus derselben Quelle wie das Video selbst kommt — reicht es eben nicht.
UND BRAVE? Der Sonderweg
Hier lohnt eine Präzisierung, die in vielen Schlagzeilen untergeht. Brave läuft ebenfalls auf Chromium — müsste also eigentlich mitziehen.
Tut es aber nicht. Brave hat angekündigt, Manifest-V2-Erweiterungen weiter zu unterstützen, und hostet sie dafür selbst, statt sich auf den Chrome Web Store zu verlassen.
Deshalb stimmt die Formulierung „letzter großer Browser“ nur in einer bestimmten Lesart: Firefox ist die einzige große unabhängige Engine, die die nötige Schnittstelle nativ ausliefert. Brave hält die Kompatibilität über eine eigene Verteilung am Leben — auf fremdem Fundament.
DEINE OPTIONEN — im Überblick
- Zu Firefox wechseln. Der direkteste Weg, wenn du uBlock Origin in vollem Funktionsumfang behalten willst. Lesezeichen und Passwörter lassen sich beim ersten Start importieren.
- Bei Brave bleiben oder dorthin wechseln. Funktioniert ebenfalls, hängt aber daran, dass Brave diesen Kurs beibehält.
- Auf uBlock Origin Lite umsteigen. Die Manifest-V3-Variante läuft in Chrome weiter, arbeitet aber mit vorab hinterlegten Regellisten und kann deshalb weniger.
- Netzwerkweit blocken. Ein Pi-hole oder AdGuard Home im eigenen Netz filtert auf DNS-Ebene — unabhängig vom Browser und für alle Geräte gleichzeitig. Gegen Werbung, die von derselben Adresse wie der Inhalt kommt, hilft aber auch das nicht.
EXTRA-TIPP: kombinieren schlägt ersetzen
Die robusteste Lösung im Homelab ist nicht entweder-oder, sondern beides: ein netzwerkweiter Filter für alle Geräte — inklusive Fernseher und Smartphone-Apps, an die keine Browser-Erweiterung herankommt — plus ein vollwertiger Blocker im Browser für die Fälle, die DNS-Filter grundsätzlich nicht erwischen.
FAZIT: jetzt entscheiden, nicht am 31. August
Der Stichtag ist gesetzt, die Richtung ist klar. Wer uBlock Origin in vollem Umfang behalten will, hat zwei belastbare Wege — Firefox oder Brave — und zwei Kompromisse. Die zwei Minuten, die ein Browser-Import kostet, sind besser jetzt investiert als am Tag, an dem die Erweiterung ohne Vorwarnung stillsteht.