TL;DR — das Wichtigste in 20 Sekunden:
- Immich 3.0 ist da — das größte Release des selbst gehosteten Google-Fotos-Ersatzes seit Jahren.
- Neu: Foto-Bearbeitung in der Mobile-App (nicht-destruktiv), Workflows zur Automatisierung und experimentelles HLS-Video-Streaming.
- Dazu kommen Integritäts-Reports, eine „Kürzlich hinzugefügt“-Ansicht — aber auch Breaking Changes an der API.
- Mit 3.0.3 (14. Juli) sind die ersten Kinderkrankheiten behoben — ein guter Zeitpunkt zum Updaten.
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Wenn du deine Fotos selbst hostest, ist das DIE Nachricht des Monats: Immich 3.0 ist veröffentlicht — und mit den Patches bis 3.0.3 vom 14. Juli jetzt auch reif für den Einsatz. Der beliebteste Google-Fotos-Ersatz der Self-Hosting-Szene macht einen echten Versionssprung.
Bearbeiten direkt am Handy — endlich
Das Highlight: Nicht-destruktive Bildbearbeitung in der Mobile-App. Zuschneiden, Drehen, Anpassungen — alles ohne die Original-Datei anzufassen. Jede Änderung bleibt umkehrbar und lässt sich später weiter verfeinern. Genau das Feature, das im Vergleich zu Google Fotos am schmerzhaftesten fehlte.
Workflows: dein Foto-Server arbeitet jetzt für dich
Mit Workflows (Preview) automatisierst du Aktionen in deiner Bibliothek — gebaut auf dem neuen Plugin-System. Dazu kommt experimentelles HLS-Echtzeit-Transcoding: Videos streamen sofort, ohne dass du auf die komplette Umwandlung wartest. Eine neue „Kürzlich hinzugefügt“-Seite sortiert nach Import-Datum statt Aufnahmedatum — praktisch nach großen Importen. Und die Integritäts-Reports auf der Wartungsseite gleichen Dateisystem und Datenbank ab: fehlende Dateien, untracked Files und Checksummen-Fehler fallen sofort auf.
Breaking Changes: erst lesen, dann updaten
Wichtig vor dem Sprung: 3.0 bringt mehrere Breaking Changes, vor allem an API-Endpunkten. Wer Drittanbieter-Tools an Immich angebunden hat (Backup-Skripte, externe Apps, Home-Assistant-Integrationen), prüft vorher deren Kompatibilität. Wie immer gilt: Backup der Datenbank und der Bilder vor dem Update — dann ist der Wechsel entspannt.
Die richtige Hardware für deine Foto-Cloud
Immich läuft per Docker auf fast allem — vom Mini-PC bis zum NAS. Wer seine Foto-Bibliothek zentral und stromsparend betreiben will, fährt mit einem 2-Bay-NAS wie der Synology DS224+* gut; für die ML-Features (Gesichtserkennung, Suche) darf es gern etwas mehr CPU sein.
Warum dieser Release mehr ist als ein Versionssprung
Immich hat einen bemerkenswerten Weg hinter sich: vom Hobby-Projekt zum Vollzeit-Team unter dem Dach von FUTO, mit stabilen Releases seit Ende 2025. Version 3.0 ist der erste große Sprung dieser neuen Ära — und die Richtung ist klar: weniger „Foto-Ablage mit App“, mehr komplette Google-Fotos-Alternative inklusive Bearbeitung, Automatisierung und sauberem Streaming. Wer bisher gezögert hat, weil einzelne Alltags-Features fehlten, findet mit 3.0 kaum noch Ausreden.
Der empfohlene Update-Pfad: Release Notes zu 3.0.0 lesen (Breaking Changes!), Datenbank-Dump und Foto-Verzeichnis sichern, dann direkt auf 3.0.3 gehen — die drei Patch-Releases seit dem 1. Juli haben die üblichen Startprobleme eines Major-Releases bereits ausgeräumt.
Häufige Fragen
Was ist Immich?
Eine selbst gehostete Foto- und Video-Cloud mit Apps für iOS und Android — funktional das Open-Source-Gegenstück zu Google Fotos, aber mit deinen Daten auf deiner Hardware.
Ist das Update auf 3.0 riskant?
Es gibt Breaking Changes, vor allem an der API. Mit aktuellem Backup, einem Blick in die Release Notes und Patch-Stand 3.0.3 ist das Update aber gut machbar.
Was bedeutet nicht-destruktive Bearbeitung?
Deine Originaldatei bleibt unverändert; Immich speichert nur die Bearbeitungsschritte. Du kannst jede Änderung später zurücknehmen oder anpassen.
Welche Hardware brauche ich für Immich?
Für kleine Bibliotheken reicht ein Raspberry Pi 5 oder ein gebrauchter Mini-PC; komfortabel wird es ab 4 GB RAM plus SSD. Die KI-Features profitieren von mehr CPU-Leistung oder einer kleinen GPU.