Gmail, Fotos und Drive galten bei Google lange als Tabuzone für Werbung. Das stimmt so nicht mehr ganz. Seit dem 16. Oktober 2026 gilt eine überarbeitete Datenschutzrichtlinie, und The Hacker News hat die Änderung am 24. Oktober aufgegriffen.
WAS GOOGLE JETZT SCHREIBT
In der Richtlinie steht, dass die Suche Daten, auf die du ihr Zugriff gibst, verarbeiten kann, um Inhalte zu personalisieren — einschließlich Werbung. Der alte Grundsatz bleibt dem Wortlaut nach bestehen: Google zeigt keine personalisierte Werbung auf Basis von Inhalten aus Drive, Gmail oder Google Fotos. Neu ist die Ausnahme: es sei denn, du machst diese Daten anderen Google-Diensten verfügbar, die personalisierte Werbung unterstützen.
DER HAKEN: PERSONAL INTELLIGENCE
Hinter der Klausel steckt Personal Intelligence. Google stellte die Funktion im Januar 2026 in Gemini vor. Du verbindest Gmail, Fotos, YouTube und Co., damit die KI individuellere Antworten gibt. Aktivierst du sie und nutzt den KI-Modus der Suche oder Gemini, könnten laut dem Bericht die Gmail- oder Foto-Inhalte, die eine Antwort speisen, auch als Signal für Werbe-Targeting dienen.
Medien lesen die Lage unterschiedlich. Techlicious berichtet, Werbung basiere nicht „direkt“ auf dem Posteingang oder der Fotomediathek, die Suche könne aber Zusammenfassungen und Schlussfolgerungen daraus heranziehen. Zu Fotos gilt laut Google-Dokumentation weiter eine eigene Zusage: Persönliche Foto-Daten werden nicht für Werbung genutzt. Fast Company schreibt, Google habe auf Anfrage nicht ausgeschlossen, künftig Gmail-Daten für Werbung zu nutzen. Der genaue Umfang ist also nicht abschließend geklärt.
GILT DAS AUCH IN DEUTSCHLAND?
Die Beta von Personal Intelligence läuft für berechtigte Nutzer ab 18 Jahren weltweit, ausgenommen der Europäische Wirtschaftsraum, die Schweiz, Großbritannien und Nigeria. Wie die Richtlinie in diesen Regionen wirkt, lässt der Bericht offen. Wer in Deutschland sitzt, hat die Funktion aktuell also nicht — die Richtlinie solltest du trotzdem kennen, weil sie die Richtung zeigt. Auch OpenAI zeigt seit Januar 2026 Werbung für angemeldete Erwachsene in den USA und hat sie auf 89 Länder ausgeweitet.
SO SCHALTEST DU ES AB
- Apps abwählen: In den Einstellungen von Personal Intelligence die Dienste entfernen, die du nicht verbinden willst.
- Personalisierung komplett aus: Unter google.com/search-personalization die Personalisierten Empfehlungen in den Suchdiensten deaktivieren.
- Kontrolle behalten: Prüfe in deinem Google-Konto, welche Dienste miteinander verbunden sind.
DEIN TAKEAWAY: Datenschutz heißt bei KI-Assistenten vor allem, was du verbindest. Jede Verknüpfung ist eine Freigabe — und wer sein Postfach lieber lokal hält, findet in Self-Hosting-Alternativen genau die Kontrolle, die Google hier lockert.