Im KI-Wettlauf zählt eine Währung mehr als jede andere: kluge Köpfe. Und gerade verliert ausgerechnet Google erschreckend viele davon. Innerhalb von nur sechs Tagen haben Berichten zufolge gleich vier ranghohe Forscher die KI-Abteilung Google DeepMind verlassen — zwei davon ziehen direkt zum Rivalen Anthropic, dem Unternehmen hinter der KI Claude.
Wer geht — und wohin
Im Mittelpunkt stehen zwei prominente Namen aus dem Gemini-Team, Googles Vorzeige-KI: Jonas Adler und Alexander Pritzel. Adler arbeitete an Googles KI-Programmier-Fähigkeiten, Pritzel am sogenannten Pretraining — der frühen, entscheidenden Phase, in der ein Modell aus riesigen Datenmengen lernt. Beide sollen zu Anthropic wechseln. Kurz zuvor war Berichten zufolge bereits John Jumper, Nobelpreisträger und Kopf hinter der Protein-KI AlphaFold, von DeepMind zu Anthropic gegangen. Und der bekannte Gemini-Mitentwickler Noam Shazeer zog es zu OpenAI.
Warum Anthropic so anziehend ist
Der Magnet hat einen handfesten Hintergrund: Anthropic hat zuletzt 65 Milliarden Dollar eingesammelt — bei einer Bewertung von rund 965 Milliarden Dollar. Damit gilt das Unternehmen inzwischen als wertvollstes privates KI-Unternehmen der Welt, noch vor OpenAI. Mit diesem Geld wirbt Anthropic gezielt Spitzenforscher von DeepMind ab und baut sein Geschäft über reine Chatbots hinaus aus — etwa in Richtung Programmierung, Medizin und Wissenschaft.
Was hinter den Abgängen steckt
Die Wechsel kommen nicht aus dem Nichts. Berichten zufolge gärt es bei Google intern vor allem beim Thema Rechenleistung. Kurz bevor Shazeer seinen Wechsel verkündete, soll Google Rechenkapazität von einem seiner Projekte zu einem anderen DeepMind-Team in London umgeschichtet haben. Solche Verteilungskämpfe um die knappen, teuren KI-Chips sorgen offenbar für Frust — und machen lukrative Angebote der Konkurrenz umso verlockender.
Was das für dich bedeutet
Auf den ersten Blick ist das reine Branchen-Politik. Doch wer entscheidet, welche KI in einem Jahr die Nase vorn hat, sind genau diese Leute. Wandern die besten Pretraining- und Coding-Experten zu Anthropic, könnte sich das in den nächsten Claude-Versionen bemerkbar machen — und damit auch in den Tools, die du täglich nutzt. FAZIT: Der KI-Talentkrieg ist voll entbrannt. Geld und Rechenleistung entscheiden, wer die klügsten Köpfe hält — und aktuell zieht Anthropic kräftig an.