#Netzwerk & Sicherheit · 4 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

ENTLARVT! FortiBleed-Beute füttert JETZT zwei Ransomware-Banden — patch deine FortiGate SOFORT

ENTLARVT! FortiBleed-Beute füttert JETZT zwei Ransomware-Banden — patch deine FortiGate SOFORT

Erinnerst du dich an FortiBleed? Die riesige Kampagne, die still und leise Zugangsdaten von FortiGate-Firewalls absaugt, hat jetzt ein Gesicht bekommen — und es ist hässlicher als gedacht. Sicherheitsforscher von SOCRadar haben die gestohlenen Daten erstmals direkt mit zwei aktiven Ransomware-Banden verknüpft: INC und Lynx. Aus dem abstrakten Datenleck wird damit eine ganz konkrete Erpressungs-Pipeline.

SCHOCK: Dein VPN-Passwort ist eine Handelsware

Hinter FortiBleed steckt ein sogenannter Initial Access Broker — eine Gruppe von rund 20 Leuten, die nichts anderes tut, als Zugänge zu fremden Netzwerken zu sammeln und weiterzuverkaufen. Ihr Werkzeug: ein selbst geschriebenes Golang-Tool namens FortigateSniffer. Es missbraucht den eingebauten Diagnose-Befehl diagnose sniffer packet von FortiOS und liest damit Anmeldedaten aus dem laufenden Datenverkehr mit — über zwei Dutzend Protokolle hinweg.

Die Bilanz ist gewaltig: Mehr als 430.000 FortiGate-Firewalls weltweit wurden ins Visier genommen, über 110 Millionen Zugangsdaten sind zusammengekommen. Das ist kein Hobby-Projekt, das ist organisierte Industrie.

GEFAHR! Vom Datenleck direkt zur Erpressung

Der neue und entscheidende Fund: Die Forscher entdeckten einen Server der FortiBleed-Infrastruktur, dessen Betreiber aktiv in den Verhandlungs-Panels von INC Ransom und Lynx eingeloggt war — dort, wo Opfer über Lösegeld verhandeln. Damit ist die Kette geschlossen: gestohlene FortiGate-Zugänge auf der einen Seite, Verschlüsselungs-Erpressung auf der anderen. Mindestens 354 abgeschlossene Einbrüche und 12 Ransomware-Einsätze gehen laut Analyse bereits auf das Konto der Kampagne.

Pikant am Rande: Lynx gilt unter Forschern ohnehin als mutmaßlicher Rebrand von INC — gut möglich also, dass hier eine einzige Bande gleich doppelt kassiert.

So schützt du deine FortiGate in 15 MINUTEN

Wenn bei dir eine FortiGate läuft — ob in der Firma oder im ambitionierten Homelab — solltest du SOFORT drei Dinge tun:

1. Patchen: Bring FortiOS auf den aktuellen Stand. Die Sniffer-Masche setzt auf kompromittierten Geräten auf — je älter deine Firmware, desto größer das Einfallstor.
2. Zugangsdaten rotieren: ALLE VPN- und Admin-Passwörter ändern. Wenn deine Firewall in der Kampagnen-Zeit erreichbar war, musst du davon ausgehen, dass die alten Daten unterwegs sind.
3. MFA erzwingen: Ein gestohlenes Passwort ist wertlos, wenn dahinter noch ein zweiter Faktor wartet.

Extra-Check für Gründliche: Wirf einen Blick in die Logs, ob der Befehl diagnose sniffer packet auftaucht, ohne dass du ihn selbst abgesetzt hast — und ob unbekannte Admin-Sitzungen existieren.

EXTRA-WARNUNG: Auch Nextcloud im Visier

Ein Detail aus dem Bericht lässt Self-Hoster aufhorchen: Die Gruppe soll im Besitz von mindestens einer Zero-Day-Lücke in Nextcloud sein. Bestätigt ist dazu noch nichts — aber wer Nextcloud öffentlich erreichbar betreibt, sollte Updates in den nächsten Wochen besonders zügig einspielen.

FAZIT: Firewalls sind Beute, keine Deko

FortiBleed zeigt brutal deutlich: Genau die Geräte, die dein Netz schützen sollen, sind für Kriminelle die wertvollsten Ziele. Eine Firewall, die nie gepatcht wird, ist keine Schutzmauer — sie ist ein Türsteher, der längst für die andere Seite arbeitet.

Häufige Fragen

Welche Geräte sind von FortiBleed betroffen?
Die Kampagne zielt auf FortiGate-Firewalls von Fortinet — weltweit wurden über 430.000 Geräte angegangen. Betroffen sind vor allem Geräte mit veralteter Firmware und aus dem Internet erreichbarem Management- oder VPN-Zugang. Ob dein Modell dabei ist, hängt weniger von der Serie als vom Patch-Stand ab.
Wie merke ich, ob meine FortiGate kompromittiert ist?
Prüfe die Logs auf den Befehl diagnose sniffer packet, den du nicht selbst abgesetzt hast, auf unbekannte Admin-Sitzungen und auf neu angelegte Konten. Auch VPN-Logins zu ungewöhnlichen Zeiten oder aus fremden Ländern sind Alarmzeichen. Im Zweifel: Zugangsdaten rotieren und Gerät neu aufsetzen.
Was sollte ich jetzt konkret tun?
Drei Schritte: FortiOS auf die aktuelle Version patchen, sämtliche VPN- und Admin-Passwörter ändern und Multi-Faktor-Authentifizierung für alle Zugänge erzwingen. Zusätzlich das Management-Interface nur noch aus dem internen Netz erreichbar machen — nicht aus dem offenen Internet.
Was sind INC und Lynx für Gruppen?
Beides sind aktive Ransomware-Banden, die Netzwerke verschlüsseln und Lösegeld erpressen. Lynx gilt unter Sicherheitsforschern als mutmaßlicher Nachfolger beziehungsweise Rebrand von INC Ransom. Neu ist der Nachweis, dass die FortiBleed-Betreiber direkten Zugriff auf die Verhandlungs-Panels beider Gruppen hatten.

Quellen: SOCRadar · BleepingComputer · The Hacker News

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