#Künstliche Intelligenz · 3 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

MONOPOL GEKNACKT! Brüssel zwingt Google, Android für fremde KI-Assistenten zu öffnen

MONOPOL GEKNACKT! Brüssel zwingt Google, Android für fremde KI-Assistenten zu öffnen

Gemini soll nicht länger allein am Steuer sitzen. Die EU-Kommission hat Google angewiesen, konkurrierenden KI-Assistenten denselben Zugriff auf Android zu geben, den bislang nur der hauseigene Assistent Gemini hat. Das könnte verändern, welcher Sprachassistent künftig auf deinem Handy wirklich etwas ausrichten darf.

WAS GOOGLE ÖFFNEN MUSS

Am Donnerstag, den 16. Juli, hat die Kommission die Vorgabe beschlossen. Fremde KI-Assistenten sollen künftig auf dieselben Fähigkeiten zugreifen dürfen wie Gemini: die Kamera, das Mikrofon, den Bildschirminhalt, ein Aktivierungswort, das auch bei ausgeschaltetem Display reagiert, sowie die Möglichkeit, andere Apps im Hintergrund zu steuern — indem sie Tippen und Eingaben nachahmen.

Google muss das im nächsten großen Release ausliefern, Android 18, spätestens bis zum 1. August 2027.

Nicht nur die Assistenten

Es sind zwei bindende Spezifikationsentscheidungen, die am 16. Juli unter dem Digital Markets Act (DMA) angenommen wurden — sechs Monate nachdem die Kommission das Verfahren am 27. Januar eröffnet hatte. Die zweite verpflichtet Google, anonymisierte Such-Anfragen, Klick- und Ranking-Daten an konkurrierende Suchmaschinen und an KI-Chatbots mit Suchfunktion herauszugeben, gegen eine kostenbasierte Gebühr.

IST DAS EINE STRAFE?

Nein — und dieser Punkt ist wichtig. Weder die eine noch die andere Entscheidung ist ein Bußgeld. Spezifikationsverfahren legen nur fest, was ein sogenannter Torwächter bauen muss. Die getrennte Befugnis der Kommission, ein Nichteinhaltungs-Verfahren samt Geldstrafen zu eröffnen, bleibt davon unberührt.

Warum das trotzdem Gewicht hat: Android trägt rund 60 Prozent der mobilen Nutzer in Europa. Öffnet Google die tiefen Systemschnittstellen tatsächlich, könnten Assistenten von Drittanbietern erstmals dieselben Aktionen ausführen wie Gemini — statt bloß eine App unter vielen zu sein.

Was das für dich bedeutet

Kurzfristig musst du nichts tun. Die Änderung kommt mit Android 18 auf dein Gerät. Mittelfristig entscheidet sie mit, ob du deinen KI-Assistenten wirklich frei wählen kannst — oder ob der vorinstallierte immer im Vorteil bleibt. Für alle, die Wert auf Datenschutz oder auf einen bestimmten Anbieter legen, ist das eine gute Nachricht.

FAZIT: Brüssel zwingt die Plattform auf, wo bislang nur der Hersteller durfte. Ob daraus echte Wahlfreiheit wird, zeigt sich mit Android 18.

Häufige Fragen

Was ändert sich konkret für mich als Nutzer?
Fremde KI-Assistenten könnten künftig dieselben Systemfunktionen nutzen wie Gemini — Kamera, Mikrofon, Bildschirminhalt, ein Aktivierungswort bei ausgeschaltetem Display und das Steuern anderer Apps. Damit ließe sich ein Assistent deiner Wahl tiefer ins System einbinden, statt nur als normale App zu laufen.
Ab wann gilt das?
Google muss die Öffnung im nächsten großen Release ausliefern — Android 18 — und das spätestens bis zum 1. August 2027. Die Entscheidung selbst wurde am 16. Juli 2026 unter dem Digital Markets Act beschlossen.
Betrifft das auch die Google-Suche?
Ja. Eine zweite Entscheidung verpflichtet Google, anonymisierte Such-Anfragen sowie Klick- und Ranking-Daten gegen eine kostenbasierte Gebühr an konkurrierende Suchmaschinen und an KI-Chatbots mit Suchfunktion herauszugeben.
Ist das ein Bußgeld gegen Google?
Nein. Beide Entscheidungen sind Spezifikationsvorgaben — sie legen fest, was Google bauen muss, verhängen aber keine Geldstrafe. Die Möglichkeit, bei Nichteinhaltung ein separates Verfahren mit Bußgeldern zu eröffnen, bleibt der Kommission unbenommen.

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