Dein Windows-Wächter braucht selbst einen Verband: Microsoft hat eine schwere Lücke in Microsoft Defender geschlossen. Unter der Kennung CVE-2026-45584 steckt ein Heap-Überlauf mit dem CVSS-Wert 8.1 — über den ein nicht autorisierter Angreifer im schlimmsten Fall Code aus der Ferne ausführen könnte. Repariert ist das Ganze in der Antimalware-Plattform-Version 1.1.26040.8.
Und die CISA-Uhr tickt
Es kommt noch dicker: Die US-Behörde CISA hat zwei weitere Defender-Schwachstellen auf ihre Liste der aktiv ausgenutzten Lücken (Known Exploited Vulnerabilities) gesetzt. Es geht um CVE-2026-41091 (CVSS 7.8, kann SYSTEM-Rechte verschaffen) und CVE-2026-45498 (ein Denial-of-Service mit CVSS 4.0). Für US-Bundesbehörden lief die Frist zum Einspielen der Fixes heute, am 3. Juni, ab. Wenn eine Lücke auf dieser Liste landet, heißt das: Sie wird in freier Wildbahn bereits ausgenutzt — Handeln ist Pflicht, nicht Kür.
Bist du verwundbar?
Die gute Nachricht zuerst: Defender aktualisiert seine Schutz-Engine normalerweise automatisch im Hintergrund. Die allermeisten Privat-PCs bekommen den Fix also ohne Zutun. Trotzdem solltest du nachsehen, ob deine Antimalware-Plattform mindestens Version 1.1.26040.8 ist — bei abgeschotteten oder lange ausgeschalteten Rechnern kann das Update hängen.
So prüfst du deine Defender-Version
Öffne die Windows-Sicherheit, gehe auf „Einstellungen“ und dann „Info“ — dort steht die Version der Antimalware-Client- und Plattform. Alternativ in der PowerShell der Befehl Get-MpComputerStatus: Das Feld AMServiceVersion bzw. AMEngineVersion zeigt dir den Stand. Liegt die Plattform unter 1.1.26040.8, stößt du das Update über die Windows-Sicherheit manuell an („Nach Updates suchen“).
Der Blick nach vorn
Der nächste reguläre Patchday von Microsoft ist der 9. Juni. Erfahrungsgemäß kommen dann weitere Korrekturen — ein guter Anlass, ohnehin alle ausstehenden Windows-Updates einzuspielen. Wer Systeme für andere betreut, sollte die drei Defender-CVEs jetzt auf die Liste setzen und die Versionsstände kontrollieren.
Häufige Fragen
Welche Versionen sind betroffen?
Wie merke ich, ob mein System verwundbar ist?
Wie behebe ich das Problem konkret?
Gab es schon aktive Angriffe?
Fazit
Eine Schutzsoftware, die selbst zum Einfallstor wird, ist der Albtraum jedes Admins. Die Lage ist hier zwar entschärft — der Fix ist da und kommt meist automatisch. Aber ein kurzer Blick auf die Defender-Version schadet nie, gerade auf Rechnern, die selten online sind.
Quellen: Microsoft Security Update Guide, CISA Known Exploited Vulnerabilities Catalog, The Hacker News.
Sicherheitsthema: Prüfe Versionsangaben immer gegen die offiziellen Microsoft- und CISA-Quellen, bevor du in produktiven Umgebungen handelst.