#Netzwerk & Sicherheit · 3 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

UNSICHTBARE FALLE! Dein eigener Browser baut jetzt heimlich die Schadsoftware zusammen

UNSICHTBARE FALLE! Dein eigener Browser baut jetzt heimlich die Schadsoftware zusammen

Eine neue Betrugsmasche dreht den klassischen Malware-Download auf links: Statt eine fertige Schaddatei zu liefern, lassen die Angreifer den Browser die Schadsoftware direkt im Arbeitsspeicher zusammenbauen. Aufgedeckt hat das die Werbe-Sicherheitsfirma Confiant.

SO läuft der Angriff

Die Kampagne setzt auf gefälschte Webseiten bekannter Marken wie Solana, Luno und TradingView. Über Werbeanzeigen werden gezielt Privatanleger und Krypto-Interessierte auf die Seiten gelotst. Ein Filter sorgt dafür, dass nur echte Opfer landen — Sicherheitsforscher, Scanner und Bots werden stattdessen auf leere Seiten umgeleitet.

Der eigentliche Trick steckt in einem als „/config“ getarnten Aufruf: Statt eines normalen Downloads liefert der Server eine Bauanleitung samt Zutaten zurück. Der Browser lädt die Bausteine, kombiniert sie mit lokal erzeugten Bytes und schmiedet daraus die Schadsoftware — aufgesetzt auf eine saubere Kopie der legitimen Bun-Programmdatei.

Warum Virenscanner versagen

Der Clou: Weil die Angreifer bei jedem Opfer die Bauteile leicht abändern, bekommt jede erzeugte Schaddatei einen einzigartigen Fingerabdruck (Hash). Klassische Virenscanner, die nach bekannten Signaturen suchen, laufen damit ins Leere. Confiant beschreibt den Browser treffend als „lokale Fertigungsstraße“ für die Malware.

Die Operation läuft bereits seit Ende 2024, ist auf 25 Sprachen in 12 Ländern zugeschnitten und konzentriert sich vor allem auf den asiatisch-pazifischen und lateinamerikanischen Raum.

So schützt du dich

Die wichtigste Regel bleibt schlicht: Lade keine Software über Werbeanzeigen. Wer ein Programm braucht, geht direkt auf die offizielle Herstellerseite und tippt die Adresse selbst ein. Sei besonders misstrauisch, wenn eine vermeintliche Trading- oder Wallet-Seite dich zu einem Download drängt — und verlasse dich nicht allein auf den Virenscanner.

Häufige Fragen

Was ist an dieser Malware neu?
Statt eine fertige Schaddatei herunterzuladen, liefert der Server nur eine Bauanleitung. Der Browser setzt die Schadsoftware dann selbst im Arbeitsspeicher zusammen. Dadurch entsteht bei jedem Opfer eine Datei mit anderem Fingerabdruck.
Wie komme ich überhaupt auf so eine Seite?
Über Werbeanzeigen (Malvertising), die gefälschte Versionen bekannter Krypto- und Trading-Marken wie Solana, Luno oder TradingView bewerben. Ein Filter blendet Sicherheitsforscher und Scanner aus, sodass nur echte Ziele die Schadseite sehen.
Erkennt mein Virenscanner die Bedrohung?
Oft nicht zuverlässig. Weil jede erzeugte Datei einen einzigartigen Hash hat, greifen signaturbasierte Scanner ins Leere. Umso wichtiger ist es, gefälschte Seiten und Werbe-Downloads von vornherein zu meiden.
Wie schütze ich mich am besten?
Lade Programme ausschließlich von offiziellen Herstellerseiten, tippe Adressen selbst ein und klicke keine Software-Downloads aus Werbeanzeigen an. Bei Trading- und Wallet-Seiten, die zum Download drängen, ist besondere Vorsicht geboten.

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