#Netzwerk & Sicherheit · 2 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

GITLAB-ALARM! Ein Klick im Repo, und der Angreifer übernimmt deinen ganzen Server

GITLAB-ALARM! Ein Klick im Repo, und der Angreifer übernimmt deinen ganzen Server

Wer seinen eigenen GitLab-Server betreibt und den Juni-Patch verschlafen hat, sollte jetzt schnell handeln. Die Sicherheitsforscher von depthfirst haben am 24. Juli funktionierenden Exploit-Code veröffentlicht — für eine Lücke, die GitLab bereits sechs Wochen zuvor, am 10. Juni, geschlossen hatte.

SO gefährlich ist die Lücke

Der Exploit führt Befehle als Systemnutzer „git“ aus — und zwar auf jedem Self-Managed-Server der Version 18.11.3, der das Update nicht eingespielt hat. Das Erschreckende: Es braucht keine Admin-Rechte, keinen CI-Zugriff, kein Opfer, das irgendwo klickt. Jeder angemeldete Nutzer, der Code in ein Projekt pushen darf, kann den Angriff fahren.

Ein raffinierter Trick

Die Angriffskette ist clever aufgebaut: Der Angreifer committet ein präpariertes Jupyter-Notebook und öffnet dessen Commit-Ansicht. Das verrät einen Zeiger auf den Arbeitsspeicher. Genug solcher Anfragen, und ein automatischer Suchlauf findet die Programmbibliotheken im Speicher. Zwei weitere Notebooks feuern dann die eigentliche Schadlast ab.

Kurios: Weder die Veröffentlichung von depthfirst noch GitLabs Release-Notes vom 10. Juni nennen für die beiden verketteten Fehler eine offizielle CVE-Nummer oder einen CVSS-Wert. Nach eigenen Angaben war depthfirst zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine Ausnutzung in freier Wildbahn bekannt — was sich mit einem öffentlichen Exploit aber schnell ändern kann.

Das solltest du jetzt tun

Prüfe die Version deiner GitLab-Installation und spiele das Update ein, falls du noch auf 18.11.3 (oder älter, ungepatcht) läufst. Wer GitLab in der Cloud über GitLab.com nutzt, ist von dieser Self-Managed-Lücke nicht betroffen — der Anbieter hält die Version selbst aktuell.

Häufige Fragen

Welche Versionen sind betroffen?
Betroffen sind selbst gehostete GitLab-Server der Version 18.11.3 (und ältere, die den Patch nicht haben). Der Fix kam bereits am 10. Juni. GitLab.com in der Cloud ist nicht betroffen.
Wie merke ich, ob mein Server verwundbar ist?
Prüfe die installierte GitLab-Version in der Admin-Oberfläche. Läuft dein Self-Managed-Server noch auf 18.11.3 ohne das Juni-Update, ist er angreifbar. Ein einfacher angemeldeter Nutzer mit Push-Recht reicht dem Angreifer.
Wird die Lücke schon aktiv ausgenutzt?
depthfirst gab an, zum 24. Juli keine Ausnutzung in freier Wildbahn zu kennen. Mit einem öffentlich verfügbaren Exploit steigt das Risiko allerdings deutlich — die Aktualisierung sollte also nicht warten.
Warum gibt es keine CVE-Nummer?
Weder GitLab noch depthfirst haben für die beiden verketteten Fehler eine offizielle CVE-Kennung oder einen CVSS-Score vergeben. Das ändert nichts an der Gefährlichkeit — es erschwert nur die Nachverfolgung.

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