UniFi kennst du vermutlich aus dem Homelab oder vom Büro-WLAN — am 8. Oktober 2026 zeigt Ubiquiti aber, dass die Reihe auch in ganz anderen Umgebungen funktionieren soll. Mit der UniFi Industrial Family ergänzt der Hersteller sein bisheriges Industrial Gateway um zwei neue, deutlich robustere Geräte.
NEU: DIN-Rail-Switches für den Schaltschrank
Die UniFi Industrial DIN Rail Switches stecken in einem stranggepressten Aluminiumgehäuse mit Druckguss-Rückwand und sind komplett lüfterlos — wichtig für Umgebungen, in denen Staub oder Späne jeden Lüfter in kurzer Zeit verstopfen würden. Sie arbeiten über einen weiten Temperaturbereich, wie er typischerweise in Fabrikhallen, Lagern oder unklimatisierten Technikräumen vorkommt. Praktisch für die Elektroplanung: Die Switches lassen sich links, rechts oder rückseitig auf der DIN-Schiene montieren — je nachdem, wie der Schaltschrank aufgebaut ist.
Für zusätzliche Betriebssicherheit sorgen zwei unabhängige DC-Stromeingänge plus ein integriertes Alarmrelais, das bei einem Ausfall sofort eine externe Warnmeldung auslösen kann — etwa an eine Gebäudeleittechnik. Das ist der klassische Redundanz-Ansatz, den man sonst eher von dedizierter Industrieelektronik kennt als von Netzwerktechnik für Zuhause.
NEU: U7 Industrial — WLAN mit Schutzklasse IP67
Der zweite Neuzugang ist der U7 Industrial Access Point, ebenfalls in einem robusten Druckguss-Metallgehäuse und mit IP67-Zertifizierung — also staub- und komplett wasserdicht, selbst beim zeitweisen Untertauchen. Das macht ihn interessant für Außenbereiche, Waschstraßen, Kühlhäuser oder offene Werkshallen, wo ein gewöhnlicher Access Point schnell Schaden nehmen würde. Je nach Einsatzort lässt sich zwischen gerichteten und Rundstrahl-Antennen wählen, und eine optionale, speziell angepasste HF-Abschirmung hilft in Umgebungen mit starken Funkstörungen — etwa in der Nähe großer Maschinen oder Funkanlagen.
EIN KONSOLE, EIN WORKFLOW
Der entscheidende Vorteil für Betriebe, die schon UniFi einsetzen: Beide Geräte lassen sich über dieselbe UniFi-Oberfläche verwalten, mit der auch Access Points, Switches und Kameras im Büro oder Homelab laufen. Es braucht also keine separate Management-Software für die „raue“ Seite des Netzwerks — ein Pluspunkt, den klassische Industrie-Netzwerktechnik oft nicht bietet.
Zu Preisen oder einem konkreten Verkaufsstart macht Ubiquiti bislang keine Angaben — die Ankündigung bleibt an dieser Stelle bewusst offen. Die neuen Industrial-Geräte reihen sich damit in eine insgesamt aktive Oktoberwoche bei Ubiquiti ein: Erst Anfang des Monats erschien UniFi Protect 7.3 mit platzsparender „Super Encoding“-Kompression und einer überarbeiteten Suche, und für den Zeitraum November 2026 bis Januar 2027 sind zusätzlich neue lüfterlose Switch-Modelle angekündigt.
FAZIT: UniFi verlässt die Komfortzone
Mit der Industrial Family bewegt sich Ubiquiti erkennbar aus dem reinen Heim- und Büro-Segment heraus. Für Homelab-Nutzer ändert sich dadurch erst einmal nichts — aber die Ankündigung zeigt, wie ernst der Hersteller inzwischen auch anspruchsvollere, gewerbliche Einsatzszenarien nimmt. Wer in einer Werkstatt, einem kleinen Lager oder einem Außenbereich ein robustes, aber dennoch vertraut bedienbares Netzwerk aufbauen will, sollte die Preisankündigung im Blick behalten.