Morgen ist Patchday — und dieser hat es in sich. Am 9. Juni rollt Microsoft seine monatlichen Sicherheitsupdates aus. Normalerweise heißt das einfach: installieren und gut. Diesmal solltest du aber kurz innehalten, denn ein Teil des Updates kann im schlimmsten Fall dafür sorgen, dass dein PC danach nicht mehr startet.
UNGLAUBLICH: Ein Update gegen den Boot-Vorgang?
Der Juni-Patchday gilt als die letzte planmäßige Gelegenheit vor einer wichtigen Frist: Am 26. Juni laufen die alten Microsoft-Secure-Boot-Zertifikate aus dem Jahr 2011 aus. Damit Systeme weiter geschützt bleiben, schiebt Microsoft Updates für die sogenannte Secure-Boot-Sperrliste (dbx) nach.
Diese dbx-Liste sagt deinem Rechner, welche Boot-Komponenten als unsicher gelten und nicht mehr starten dürfen. Das ist sinnvoll — aber riskant: Wer noch ältere Bootloader, ein Dual-Boot-Setup mit Linux oder ungewöhnliche Boot-Konfigurationen nutzt, kann nach dem Update plötzlich vor einem nicht startenden System stehen.
GEFAHR für Homelab und Dual-Boot
Besonders aufpassen sollten alle, die mehr als nur ein Standard-Windows fahren: Dual-Boot-PCs mit Linux, selbstgebaute Boot-Sticks, virtualisierte Umgebungen oder ältere Hardware. Genau dort sitzen oft Boot-Komponenten, die von der neuen Sperrliste betroffen sein könnten.
EXTRA: Diese Lücken werden außerdem gestopft
Der Patchday bringt nicht nur das Secure-Boot-Thema. Microsoft liefert auch den Fix für eine bereits aktiv ausgenutzte Exchange-Server-Lücke (CVE-2026-42897, CVSS 8.1) aus, vor der schon gewarnt wurde. Wer einen eigenen Exchange-Server betreibt, sollte hier nicht zögern.
So gehst du auf NUMMER SICHER
1. Backup zuerst: Lege vor dem Update eine vollständige Sicherung an. Das ist die wichtigste Versicherung gegen ein nicht mehr startendes System.
2. Secure-Boot-Status prüfen: Unter Windows zeigt dir msinfo32, ob Secure Boot aktiv ist. So weißt du, ob dich das dbx-Thema überhaupt betrifft.
3. Nicht blind alles sofort: Auf produktiven Systemen und im Homelab lohnt es sich, das Update erst auf einem Testgerät einzuspielen, bevor du es überall verteilst.
4. Recovery bereithalten: Halte einen Windows-Wiederherstellungs-Stick und deine BitLocker-Schlüssel griffbereit — falls doch etwas klemmt.
FAZIT: Updaten ja, aber mit Plan
Sicherheitsupdates gehören eingespielt, gar keine Frage. Aber dieser Patchday verlangt einen Moment Vorbereitung. Mit Backup und einem Blick auf den Secure-Boot-Status nimmst du dem Zeitzünder die Spannung — und bleibst trotzdem geschützt.