Sicherheitsforscher von JFrog haben einen besonders fiesen Schädling im npm-Paketbaum entdeckt: IronWorm. Er ist in Rust geschrieben, versteckt sich per eBPF-Rootkit tief im Linux-Kernel und funkt seine Beute über das Tor-Netz nach draußen. JFrog nennt ihn treffend „Shai-Huluds rostigen Cousin“.
So tarnt sich der Wurm
Mindestens 36 npm-Pakete wurden infiziert. Der Angriff startete laut JFrog über ein gekapertes Konto namens asteroiddao, das Paket-Versionen mit einer Rust-Binärdatei veröffentlichte — ausgeführt über den berüchtigten preinstall-Hook beim Installieren.
Das eigentlich Perfide ist die Tarnung: IronWorm missbraucht eBPF (extended Berkeley Packet Filter) im Linux-Kernel, um Prozesse, Dateien und Netzwerkverkehr vor deinen Sicherheits-Tools zu verstecken. Was nicht sichtbar ist, kann man schwer stoppen.
Eine dreiste Spur falscher Fährten
Die manipulierten Commits tragen als Autor den Namen „claude“ — und gefälschte Zeitstempel, die bis zu 13 Jahre in die Vergangenheit reichen, obwohl sie erst vor wenigen Tagen hochgeladen wurden. Klassisches Verwirrspiel, um in der Git-Historie unterzugehen.
DAS will IronWorm stehlen
Der Wurm zielt auf 86 Umgebungsvariablen und 20 Anmelde-Dateien. Im Visier:
- Schlüssel für OpenAI, Anthropic und AWS
- npm-Tokens und Vault-Konfigurationsdateien
- SSH-Schlüssel
- Exodus-Krypto-Wallet-Dateien
Und er bleibt nicht stehen: IronWorm ist selbst-verbreitend — gestohlene Tokens nutzt er, um weitere Pakete zu vergiften. Besonders die Arweave-nahen npm-Bibliotheken standen im Fokus.
So schützt du dich JETZT
Auch wenn du kein Profi-Entwickler bist: Wer npm install ausführt, ist potenziell betroffen. Diese Schritte helfen sofort:
- Lockfiles prüfen: Installiere mit
npm cistattnpm install, damit nur geprüfte Versionen landen. - preinstall-Skripte entschärfen: Mit
npm install --ignore-scriptsverhinderst du, dass Pakete beim Installieren beliebigen Code ausführen. - Schlüssel rotieren: Hattest du zuletzt verdächtige Installationen, tausche API-Keys, npm-Tokens und SSH-Schlüssel aus.
- CI/CD im Blick: Build-Server sind das Hauptziel — prüfe Runner-Logs auf ungewöhnliche Tor-Verbindungen.
Hinweis: Dieser Beitrag beschreibt eine aktive Bedrohung auf Basis der Veröffentlichungen von JFrog und Sicherheitsmedien. Konkrete Paketnamen ändern sich laufend — prüfe die offiziellen Advisories für die aktuelle Liste.