Ein Hosting-Anbieter, den viele aus dem eigenen Projekt kennen, baut kräftig um: IONOS streicht 450 Arbeitsplätze und verschiebt gleichzeitig sein Geld deutlich in Richtung Cloud und Künstliche Intelligenz.
DIE ZAHLEN DAHINTER
Der Mutterkonzern United Internet hat Anfang September eine Restrukturierung bei gleich zwei Marken angekündigt: bei 1&1 und bei IONOS. Bei IONOS allein sinkt die Belegschaft von rund 3.800 auf etwa 3.350 Vollzeitstellen — ein Minus von 450 Jobs, verteilt fast gleichmäßig zwischen Deutschland und dem Ausland. Konzernweit, also inklusive der Schwestergesellschaft 1&1 Versatel, kommen laut Berichten rund 800 Stellen zur Streichung.
WIE DER ABBAU LAUFEN SOLL
IONOS betont, den Stellenabbau überwiegend über freiwillige Programme abzuwickeln — angepasst an die rechtlichen Vorgaben der jeweiligen Länder. Kurzfristig kostet das: Für die Restrukturierung rechnet das Unternehmen mit einmaligen Aufwendungen von rund 35 Millionen Euro, größtenteils im vierten Quartal 2026 fällig. Ab 2027 soll sich das umkehren — dann rechnet IONOS mit jährlichen Einsparungen von bis zu 30 Millionen Euro.
WOHIN DAS GESPARTE GELD FLIESST
Interessant ist die Begründung: IONOS verknüpft den Abbau ausdrücklich mit seiner Cloud- und KI-Strategie. Ein Teil der freiwerdenden Mittel soll in neue KI-Produkte fließen, das Cloud-Geschäft soll parallel weiter ausgebaut werden. Für ein Unternehmen, das traditionell für klassisches Shared Hosting, Domains und Webspace bekannt ist, ist das eine klare Ansage: Das Wachstum soll künftig woanders herkommen als im klassischen Massengeschäft.
WAS DAS FÜR DICH ALS KUNDE BEDEUTET
Unmittelbar ändert sich für laufende Hosting-Verträge, Domains oder Server bei IONOS nichts. Restrukturierungen dieser Größenordnung können sich aber mittelfristig auf Support-Reaktionszeiten oder die Priorisierung einzelner Produktlinien auswirken, gerade wenn sich Teams neu sortieren. Wer bei IONOS hostet, muss jetzt nicht reagieren — ein Auge auf Ankündigungen zu Produktänderungen in den nächsten Monaten lohnt sich aber.
FAZIT: Klassisches Hosting verliert an Gewicht
Der Fall reiht sich in einen Trend bei europäischen Hosting-Anbietern ein: Klassisches Webhosting wirft immer weniger Marge ab, während KI und Cloud-Dienste als Wachstumsfelder gelten. IONOS macht diesen Kurswechsel jetzt nicht nur in Ankündigungen, sondern auch in der Personalplanung sichtbar.