#Hosting · 6 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

Hetzner-Server bestellen und einrichten – in 15 Minuten zum eigenen Server

Eigener Server in 15 Minuten: Hetzner-Account, Standort, Servergröße, SSH-Schlüssel und Firewall – jeder Klick erklärt, für Einsteiger ohne Vorkenntnisse.

Hetzner-Server bestellen und einrichten – in 15 Minuten zum eigenen Server

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Eine eigene Website, eigene E-Mail-Adressen, eine private Cloud oder einfach eine Spielwiese zum Lernen — für all das brauchst du einen Server im Internet. Und hier kommt die gute Nachricht: Ein eigener Server ist 2026 kein Großprojekt mehr. Bei Hetzner Cloud* bestellst du ihn in wenigen Minuten, bezahlst nur solange er läuft, und wenn du ihn nicht mehr brauchst, löschst du ihn einfach wieder. Kein Vertrag, keine Mindestlaufzeit, kein Risiko.

In diesem Tutorial gehen wir den Weg gemeinsam: vom Hetzner-Account über die richtige Server-Wahl bis zu den ersten Minuten auf deiner neuen Maschine. Am Ende läuft dein Server — und du weißt, wie es weitergeht.

Cloud-Server oder Dedicated — was ist das Richtige für dich?

Hetzner bietet zwei Welten an. Cloud-Server sind virtuelle Maschinen: Du teilst dir einen großen physischen Server mit anderen, bekommst aber deine fest zugesicherte Scheibe davon. Sie starten in Sekunden, kosten wenige Euro und wachsen mit, wenn dein Projekt wächst. Dedicated-Server sind komplette physische Maschinen nur für dich — mehr Leistung, aber auch deutlich mehr Geld und mehr Verantwortung.

Für den Einstieg ist die Antwort eindeutig: Cloud-Server. Alles in diesem Tutorial bezieht sich darauf.

Falls du die Nachrichten verfolgst: Hetzner krempelt zum 15. Juni 2026 sein Dedicated-Portfolio um — was dahinter steckt, liest du hier. Für Cloud-Server ändert sich dadurch erst einmal nichts. Du kannst also entspannt loslegen.

Was du brauchst, bevor es losgeht

  • Eine E-Mail-Adresse und ein paar Minuten Zeit
  • Eine Zahlungsmethode (PayPal, Kreditkarte oder SEPA-Lastschrift)
  • Optional, aber empfohlen: einen SSH-Schlüssel — was das ist und wie du ihn in fünf Minuten erstellst, zeigt Schritt 1 und 2 im KeyHelp-Tutorial

Schritt 1: Hetzner-Account anlegen

Geh auf die Seite von Hetzner Cloud* und klicke auf „Cloud-Server erstellen“ beziehungsweise Login → Console. Registriere dich mit deiner E-Mail-Adresse und vergib ein starkes Passwort. Hetzner verifiziert neue Konten manchmal mit einer Ausweis- oder Zahlungsprüfung — das ist normal und schützt vor Missbrauch.

Aktiviere direkt nach der Anmeldung die Zwei-Faktor-Authentifizierung (Konto-Einstellungen → Sicherheit). Dein Hetzner-Account kann später Server löschen und Rechnungen auslösen — der gehört abgesichert wie dein E-Mail-Postfach.

Schritt 2: Ein Projekt anlegen

Die Hetzner Cloud Console organisiert alles in Projekten — denk an Ordner für deine Server. Klicke auf „Neues Projekt“, gib ihm einen Namen wie Mein-erster-Server und öffne es.

Schritt 3: Server erstellen — Standort wählen

Im Projekt klickst du auf „Server hinzufügen“. Als Erstes fragt Hetzner nach dem Standort. Für Projekte mit deutschem Publikum nimmst du Falkenstein oder Nürnberg — beide in Deutschland, DSGVO-konform, ISO-27001-zertifiziert. Helsinki ist eine gute Alternative, oft mit etwas besserer Verfügbarkeit. Die US- und Singapur-Standorte brauchst du nur, wenn dein Publikum dort sitzt.

Schritt 4: Betriebssystem wählen

Bei „Image“ wählst du dein Betriebssystem. Zwei Empfehlungen für Einsteiger:

  • Debian 12 — stabil, schlank, läuft jahrelang ohne Drama. Nimm das, wenn du später KeyHelp installieren willst (KeyHelp unterstützt das aktuelle Ubuntu 26.04 noch nicht).
  • Ubuntu LTS — die meistgenutzte Server-Distribution mit den meisten Tutorials im Netz.

Praktisch: Unter dem Reiter „Apps“ bietet Hetzner fertige One-Click-Apps an — Docker, Nextcloud, WordPress oder WireGuard sind damit direkt nach dem Start installiert. Für dieses Tutorial bleiben wir beim nackten Betriebssystem, damit du verstehst, was passiert.

Schritt 5: Die richtige Servergröße

Jetzt kommt die Frage, die sich jeder stellt: Welcher Typ? Hetzner sortiert seine Cloud-Server in drei Linien:

  • Cost-Optimized (CX) — geteilte CPU-Kerne, extrem günstig. Perfekt für Websites, kleine Projekte und zum Lernen. Für den Einstieg: ein CX-Modell mit mindestens 2 GB RAM, zum Beispiel der CX23 — die gleiche Empfehlung wie im KeyHelp-Tutorial.
  • Regular Performance (CPX) — ebenfalls geteilte Ressourcen, etwas mehr Dampf. Sinnvoll, wenn auf deinem Server mehrere Dienste parallel laufen sollen.
  • Dedicated vCPU (CCX) — fest zugeteilte CPU-Kerne für Dauerlast. Brauchst du erst, wenn dein Projekt konstant beschäftigt ist — also später, vielleicht nie.

Der Trick dabei: Du kannst jederzeit upgraden. Klein anfangen kostet dich nichts außer einem Neustart beim Wechsel. Andersherum (verkleinern) geht wegen der Festplatte nicht — noch ein Grund, klein zu starten.

Schritt 6: Netzwerk und SSH-Schlüssel

Bei „Networking“ lässt du öffentliche IPv4 und IPv6 aktiviert — die IPv4-Adresse kostet einen kleinen Aufpreis, ist aber Pflicht, wenn dein Server für alle erreichbar sein soll (viele Heim-Internetanschlüsse können noch kein IPv6).

Beim Punkt SSH-Schlüssel hinterlegst du deinen öffentlichen Schlüssel. Das ist der sicherste Login-Weg: kein Passwort, das geklaut oder erraten werden kann. Wie du mit PuTTY in fünf Minuten ein Schlüsselpaar erzeugst, zeigt das KeyHelp-Tutorial in Schritt 2 — die Schritte sind identisch. Ohne Schlüssel schickt dir Hetzner ein Root-Passwort per E-Mail; das funktioniert, ist aber die unsicherere Variante.

Schritt 7: Bestellen — und in 30 Sekunden läuft dein Server

Gib dem Server unten noch einen Namen, prüfe rechts die Kostenübersicht und klicke auf „Kostenpflichtig erstellen“. Hetzner rechnet stundengenau ab — der Server kostet also nur, solange er existiert. Nach etwa 30 Sekunden ist er bereit und du siehst seine IP-Adresse im Projekt.

Schritt 8: Die ersten 10 Minuten auf deinem Server

Verbinde dich per SSH (mit PuTTY oder dem Windows-Terminal: ssh root@DEINE-SERVER-IP) und bring als Allererstes das System auf den neuesten Stand:

apt update && apt upgrade -y

Danach richtest du die Hetzner Cloud Firewall ein — sie ist kostenlos und mit drei Klicks aktiv: Im Projekt links auf „Firewalls“ → „Firewall erstellen“, dann eingehend nur Port 22 (SSH), 80 (HTTP) und 443 (HTTPS) erlauben und die Firewall deinem Server zuweisen. Alles andere bleibt von außen dicht.

Das war’s — dein Server läuft, ist aktuell und nach außen abgesichert. Die tiefere SSH-Härtung (eigener Benutzer, Root-Login deaktivieren, Fail2ban) bekommt ein eigenes Tutorial — der Hub unten hält dich auf dem Laufenden.

Wie es jetzt weitergeht

Ein nackter Server ist die halbe Miete. Die spannenden nächsten Schritte:

  • Eigenes Webhosting: KeyHelp installieren — Domains, E-Mail und Datenbanken bequem im Browser verwalten.
  • Container-Welt: Docker auf dem Server — Tutorial folgt in Kürze.
  • Der komplette Fahrplan: alle Server-Tutorials gebündelt im Hub Server & Hosting Tutorials.

Häufige Fragen

Was kostet ein Hetzner Cloud-Server für Einsteiger?
Die kleinen CX-Modelle kosten wenige Euro im Monat, abgerechnet wird stundengenau bis zu einem monatlichen Maximalpreis. Dazu kommt ein kleiner Aufpreis für die öffentliche IPv4-Adresse. Den tagesaktuellen Preis zeigt dir die Kostenübersicht direkt bei der Server-Erstellung — vor dem Klick auf „Kostenpflichtig erstellen“ siehst du exakt, was fällig wird.
Kann ich den Server einfach wieder kündigen?
Es gibt nichts zu kündigen: Cloud-Server haben keine Vertragslaufzeit. Du löschst den Server in der Console, und ab diesem Moment fallen keine Kosten mehr an. Genau deshalb eignet sich die Hetzner Cloud so gut zum Ausprobieren.
Betrifft die Hetzner-Portfolio-Umstellung am 15. Juni 2026 meinen Cloud-Server?
Nach allem, was bekannt ist: nein. Die angekündigte Umstellung betrifft primär die Dedicated-Server-Linien (EX/AX). Cloud-Tarife laufen separat. Bestehende Server behalten ohnehin ihre Konditionen.
Welchen Standort soll ich wählen?
Für Projekte mit Publikum in Deutschland, Österreich oder der Schweiz: Falkenstein oder Nürnberg. Helsinki ist gleichwertig DSGVO-konform und eine gute Ausweichoption. US- und Singapur-Standorte lohnen sich nur bei Publikum vor Ort.
Brauche ich einen SSH-Schlüssel oder reicht ein Passwort?
Es geht beides, aber ein SSH-Schlüssel ist deutlich sicherer und bei Hetzner schnell hinterlegt. Passwort-Logins auf Port 22 werden im Internet rund um die Uhr von Bots durchprobiert. Die Schlüssel-Erstellung mit PuTTY dauert fünf Minuten und ist im KeyHelp-Tutorial Schritt für Schritt beschrieben.

Quellen: Hetzner — Cloud-Übersicht, Hetzner Docs, Hetzner — One-Click-Apps

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