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Wer schon mal versucht hat, einen Raspberry Pi als Spotify-Lautsprecher einzurichten, kennt die Prozedur: Community-Projekt suchen, kompilieren, hoffen, dass es die nächste Spotify-Änderung überlebt. Genau dieser Umweg wird jetzt kürzer.
Spotify hat mit Soloist einen eigenen Connect-Client fürs Terminal veröffentlicht — ausdrücklich für headless- und Eigenbau-Setups.
Was Soloist ist — und was nicht
Soloist ist kein Programm mit bunter Oberfläche. Es ist ein Client, der auf deinem Gerät läuft und dieses als Wiedergabeziel im Spotify-Netz anmeldet. Steuern tust du weiterhin über die App auf Handy, Tablet oder Desktop — der Pi ist die Box, nicht die Fernbedienung.
Laut Spotify läuft Soloist auf Raspberry Pis und Linux und steht ab sofort zum Download bereit. Der bemerkenswerteste Punkt aus Bastlersicht: Er funktioniert sowohl mit Premium- als auch mit Gratis-Konten. Das war bei inoffiziellen Lösungen über Jahre der Knackpunkt.
WARUM DAS ZÄHLT: Offiziell heißt wartungsarm
Der eigentliche Gewinn ist nicht die Funktion, sondern die Zuständigkeit.
Community-Projekte wie librespot und die darauf aufbauenden Pakete haben jahrelang großartige Arbeit geleistet — mussten aber jedes Mal hinterherlaufen, wenn Spotify intern etwas umstellte. Für dich bedeutete das im schlimmsten Fall: Das Küchenradio schweigt, weil ein Protokoll sich geändert hat.
Kommt der Client vom Anbieter selbst, entfällt dieses Katz-und-Maus-Spiel. Das ist für ein Gerät, das im Regal steht und einfach funktionieren soll, mehr wert als jede zusätzliche Funktion.
So baust du dir daraus einen Multiroom-Lautsprecher
Der klassische Aufbau sieht so aus:
- Basis: ein Raspberry Pi mit frischem Raspberry Pi OS Lite — die Variante ohne Desktop reicht völlig und braucht deutlich weniger Ressourcen.
- Ton: Der eingebaute Klinkenausgang taugt für den Anfang. Wer es besser mag, steckt eine DAC-Platine auf oder nutzt einen USB-Adapter.
- Client: Soloist installieren und als Dienst einrichten, damit er nach einem Neustart von allein wieder da ist.
- Betrieb: In der Spotify-App erscheint das Gerät unter den verfügbaren Ausgabezielen. Antippen, fertig.
Als Basis für so ein Projekt reicht ein Raspberry Pi 5* mit Abstand — für reine Audio-Wiedergabe tut es sogar ein älteres Modell, das bei dir in der Schublade liegt.
EXTRA-TIPP: Erst den Ton, dann die Optik
Der häufigste Anfängerfehler bei Pi-Audio ist, dass man beim Gehäuse anfängt und beim Klang aufhört. Umgekehrt wird es gut: Prüf zuerst, ob deine Kette sauber spielt — ohne Brummen, ohne Aussetzer. Wenn das steht, kannst du dich immer noch um Holzgehäuse und Displays kümmern.
Und ein zweiter Hinweis: Gib dem Pi eine feste Adresse im Netz oder einen sprechenden Netzwerknamen. Dann findest du ihn auch dann noch, wenn du in einem halben Jahr etwas nachjustieren willst.
FAZIT
Ein kleines Werkzeug mit großer Wirkung: Ein alter Pi plus ein paar Aktivboxen ergeben für nahezu null Euro einen vernetzten Lautsprecher — und dank offiziellem Client muss man ihn nicht alle paar Monate neu reparieren.