#Netzwerk & Sicherheit · 3 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

DEV-ALARM! Quasar-RAT klaut JETZT npm- und PyPI-Token aus deinem .git-Folder — Supply-Chain-GAU droht

DEV-ALARM! Quasar-RAT klaut JETZT npm- und PyPI-Token aus deinem .git-Folder — Supply-Chain-GAU droht

Wenn du als Entwickler oder DevOps unter Linux arbeitest, lies das hier zu Ende. Trend Micro hat mit Quasar Linux RAT (QLNX) eine bisher undokumentierte Linux-Malware-Familie entdeckt, die gezielt deine Tokens jagt. Nicht Daten, nicht Krypto — Tokens. Genau die Schlüssel, mit denen Angreifer deinen npm-Account übernehmen oder ein vergiftetes PyPI-Paket pushen.

SCHOCK: Was QLNX wirklich abgreift

Der Credential-Harvester durchforstet Files mit hohem Wert:

  • .npmrc — npm-Tokens für Publish
  • .pypirc — PyPI-Credentials
  • .git-credentials — Git-Push-Zugänge
  • .aws/credentials und .aws/config
  • .kube/config — Cluster-Zugänge
  • .docker/config.json — Registry-Logins
  • .vault-token — HashiCorp Vault
  • GitHub-CLI-Tokens unter .config/gh/
  • .env-Dateien in Projekt-Roots

Heißt im Klartext: Wer einmal QLNX auf der Devbox hat, dem klauen die Angreifer alles, was nötig ist, um deinen nächsten npm-Push zu vergiften. So lief schon im März 2026 der LiteLLM-Supply-Chain-Hack — ein Python-Paket mit 3,4 Millionen Downloads pro Tag.

UNGLAUBLICH: Rootkit wird zur Laufzeit kompiliert

QLNX hat sowohl den C-Sourcecode für seinen PAM-Backdoor als auch fürs LD_PRELOAD-Rootkit als String-Literale im Binary. Beim Befall ruft die Malware gcc auf dem Zielsystem auf, kompiliert die Module direkt vor Ort und schiebt sie über /etc/ld.so.preload in jeden Prozess.

Das System hat damit gleich drei Probleme: Eine PAM-Hintertür, mit der jeder Login per Magic-Passwort durchgeht. Ein Rootkit, das Prozesse und Dateien versteckt. Und ein Userland-Implant, der jederzeit nachladen kann.

GEFAHR: Sieben Persistenzpfade gleichzeitig

QLNX setzt sich auf mindestens sieben Wegen fest:

  1. systemd-Services
  2. crontab-Jobs (User und Root)
  3. ~/.bashrc-Injektionen
  4. ~/.profile und ~/.bash_profile
  5. autostart-XDG-Einträge
  6. /etc/rc.local-Hooks
  7. ~/.config/systemd/user/-Units

Wer eine Methode aufräumt, wird beim nächsten Reboot trotzdem reinfiziert. Saubere Beseitigung heißt: Image neu, Tokens rotieren, Backup auf Integrität prüfen.

So checkst DU dein System in 5 MINUTEN

Drei Schnellchecks, die jede Devbox sofort verträgt:

# 1) ld.so.preload pruefen — sollte leer sein
cat /etc/ld.so.preload 2>/dev/null

# 2) PAM-Module nach unbekannten .so durchsehen
ls -la /lib/x86_64-linux-gnu/security/

# 3) bashrc auf fremde source-Lines
grep -E '(curl|wget|nc|bash -i)' ~/.bashrc /etc/profile.d/*.sh

Findest du auch nur einen merkwürdigen Eintrag, gilt: System als kompromittiert behandeln. Token-Rotation für npm, PyPI, GitHub, AWS und alle Cloud-Provider ist Pflicht.

EXTRA-TIPP: Tokens NIE mehr im Klartext

Damit dich der nächste QLNX nicht wieder erwischt: Pass-Manager wie 1Password CLI oder Bitwarden Secrets Manager liefern Tokens nur on-demand und in den Speicher, nicht auf die Platte. AWS-Sessions kannst du über aws sso login kurzlebig halten. GitHub-Tokens lassen sich auf 7 Tage befristen.

FAZIT: Tokens rotieren — JETZT

QLNX ist die nächste Eskalationsstufe der Supply-Chain-Angriffe auf Open-Source-Ökosysteme. Wer Linux entwickelt, gehört zur Zielgruppe. Diese Woche: Tokens rotieren, ld.so.preload prüfen, Pass-Manager-CLI ausrollen.

Häufige Fragen

Welche Systeme sind betroffen?
Bisher dokumentiert sind Linux-Distributionen mit gcc, glibc und systemd — also praktisch jede Standard-Devbox auf Ubuntu, Debian, Fedora, Arch oder Rocky. Macs und Windows sind nicht im Scope dieser Variante.
Wie merke ich, dass ich infiziert bin?
Verdächtig sind Einträge in /etc/ld.so.preload, unbekannte .so-Dateien unter /lib/x86_64-linux-gnu/security/ sowie cron- und systemd-Jobs, die du nicht angelegt hast. Trend Micro hat Yara-Regeln und IOCs veröffentlicht.
Reicht es, die Malware zu löschen?
Nein. QLNX persistiert auf mindestens sieben Wegen und kann zwischen Userland und Rootkit-Modulen umschalten. Der einzig sauberer Weg: System aus dem Image neu aufsetzen, alle Tokens rotieren, Backups vor dem ersten möglichen Befallsdatum prüfen.
Wie kommt QLNX überhaupt aufs System?
Das ist offen. Trend Micro vermutet kompromittierte npm- oder PyPI-Pakete als Erstinfektionsweg. Defensive Maßnahme: nie blind curl url | bash ausführen.

Quellen: The Hacker News, Trend Micro Research, SecurityWeek

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