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Es war kein Knall. Es war ein Dauerrauschen. Und genau das macht die Sache interessant.
Zwischen dem 7. und 14. August 2026 verzeichnete Cloudflares Statusseite 13 einzelne Vorfälle. Betroffen waren dabei nicht irgendwelche Randdienste, sondern tragende Teile der Plattform: R2 Object Storage, Durable Objects, Workers KV, Workers AI — dazu Netzwerk-Performance auf vier Kontinenten.
SO sah die Woche aus
Los ging es am 7. August mit einem R2-Speicherausfall in Cloudflares Region ENAM (Eastern North America). Den Schlusspunkt setzte am 14. August ein Verfügbarkeitseinbruch bei Durable Objects und Workflows.
Dazwischen sammelte sich eine unangenehme Liste:
- 503-Fehler bei Magic Transit,
- erhöhte Fehlerraten bei Workers KV,
- Anmelde-Fehler im MCP Server Portal,
- regionale 5xx-Spitzen in Kuwait, Bangkok, Jakarta und Dammam.
Am 17. August kamen laut Statusseite weitere kleinere Vorfälle dazu: erneut Durable Objects (um 8:58 Uhr behoben) sowie regionale Probleme in Chicago (ORD) und — für deutsche Nutzer besonders spürbar — Berlin (TXL).
WARUM Durable Objects besonders weh tun
Durable Objects tragen einen wachsenden Teil zustandsbehafteter Anwendungen auf Cloudflare Workers — von Chat-Backends bis zur Koordinationslogik für Mehrspieler-Anwendungen. Ein Verfügbarkeitseinbruch macht dort nicht einfach eine Seite langsamer. Er kann laufende Geschäftslogik im Hintergrund abwürgen, von der Entwickler angenommen hatten, dass sie zuverlässig durchläuft.
EINORDNUNG: Kein zweites November-2025
Fairerweise: Keiner dieser Vorfälle erreichte die Dimension des globalen Ausfalls vom 18. November 2025, der halbe Teile des Netzes lahmgelegt hatte. Es waren überwiegend kleinere, regionale oder dienstspezifische Störungen.
Was aufhorchen lässt, ist die schiere Frequenz. Und die stellt eine Frage neu, die DevOps-Teams ohnehin ungern stellen: Was passiert eigentlich, wenn ein einzelnes Unternehmen vor rund einem Fünftel des weltweiten Web-Traffics sitzt — und in derselben Woche immer wieder etwas kaputtgeht?
EXTRA-TIPP: So machst du dein Homelab robuster
Viele von uns hängen mit Cloudflare Tunnel, DNS und Zero-Trust-Zugängen mitten drin. Ein paar pragmatische Schritte, die wenig Aufwand kosten:
- Zweiter Zugangsweg. Ein WireGuard- oder Tailscale-Zugang parallel zum Tunnel kostet fast nichts und rettet dich, wenn der Tunnel klemmt.
- DNS-Fallback notieren. Wenn dein DNS bei Cloudflare liegt, schreib dir die wichtigsten IP-Adressen auf — offline, nicht in der Cloud.
- Statusseite abonnieren. Bevor du eine Stunde deinen eigenen Server debuggst, lohnt der Blick auf cloudflarestatus.com.
- Kritische Dienste woanders. Was wirklich laufen muss, gehört auf eine eigene kleine VM. Ein günstiger Server bei Hetzner Cloud* reicht für Monitoring, Statusseite oder einen Notfall-DNS völlig aus.
FAZIT
13 Vorfälle in acht Tagen sind kein Weltuntergang — aber ein guter Anlass, den eigenen Aufbau einmal ehrlich durchzugehen. Die Frage ist nie, ob ein Anbieter ausfällt. Die Frage ist, was bei dir passiert, wenn er es tut.