#Hosting · 4 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

WACKELKANDIDAT! Cloudflare stolperte 13-mal in acht Tagen — und dein Homelab hängt mit dran

WACKELKANDIDAT! Cloudflare stolperte 13-mal in acht Tagen — und dein Homelab hängt mit dran

Hinweis: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links (mit * gekennzeichnet). Kaufst du über einen dieser Links, erhalte ich eine kleine Provision — für dich ändert sich der Preis nicht.

Es war kein Knall. Es war ein Dauerrauschen. Und genau das macht die Sache interessant.

Zwischen dem 7. und 14. August 2026 verzeichnete Cloudflares Statusseite 13 einzelne Vorfälle. Betroffen waren dabei nicht irgendwelche Randdienste, sondern tragende Teile der Plattform: R2 Object Storage, Durable Objects, Workers KV, Workers AI — dazu Netzwerk-Performance auf vier Kontinenten.

SO sah die Woche aus

Los ging es am 7. August mit einem R2-Speicherausfall in Cloudflares Region ENAM (Eastern North America). Den Schlusspunkt setzte am 14. August ein Verfügbarkeitseinbruch bei Durable Objects und Workflows.

Dazwischen sammelte sich eine unangenehme Liste:

  • 503-Fehler bei Magic Transit,
  • erhöhte Fehlerraten bei Workers KV,
  • Anmelde-Fehler im MCP Server Portal,
  • regionale 5xx-Spitzen in Kuwait, Bangkok, Jakarta und Dammam.

Am 17. August kamen laut Statusseite weitere kleinere Vorfälle dazu: erneut Durable Objects (um 8:58 Uhr behoben) sowie regionale Probleme in Chicago (ORD) und — für deutsche Nutzer besonders spürbar — Berlin (TXL).

WARUM Durable Objects besonders weh tun

Durable Objects tragen einen wachsenden Teil zustandsbehafteter Anwendungen auf Cloudflare Workers — von Chat-Backends bis zur Koordinationslogik für Mehrspieler-Anwendungen. Ein Verfügbarkeitseinbruch macht dort nicht einfach eine Seite langsamer. Er kann laufende Geschäftslogik im Hintergrund abwürgen, von der Entwickler angenommen hatten, dass sie zuverlässig durchläuft.

EINORDNUNG: Kein zweites November-2025

Fairerweise: Keiner dieser Vorfälle erreichte die Dimension des globalen Ausfalls vom 18. November 2025, der halbe Teile des Netzes lahmgelegt hatte. Es waren überwiegend kleinere, regionale oder dienstspezifische Störungen.

Was aufhorchen lässt, ist die schiere Frequenz. Und die stellt eine Frage neu, die DevOps-Teams ohnehin ungern stellen: Was passiert eigentlich, wenn ein einzelnes Unternehmen vor rund einem Fünftel des weltweiten Web-Traffics sitzt — und in derselben Woche immer wieder etwas kaputtgeht?

EXTRA-TIPP: So machst du dein Homelab robuster

Viele von uns hängen mit Cloudflare Tunnel, DNS und Zero-Trust-Zugängen mitten drin. Ein paar pragmatische Schritte, die wenig Aufwand kosten:

  • Zweiter Zugangsweg. Ein WireGuard- oder Tailscale-Zugang parallel zum Tunnel kostet fast nichts und rettet dich, wenn der Tunnel klemmt.
  • DNS-Fallback notieren. Wenn dein DNS bei Cloudflare liegt, schreib dir die wichtigsten IP-Adressen auf — offline, nicht in der Cloud.
  • Statusseite abonnieren. Bevor du eine Stunde deinen eigenen Server debuggst, lohnt der Blick auf cloudflarestatus.com.
  • Kritische Dienste woanders. Was wirklich laufen muss, gehört auf eine eigene kleine VM. Ein günstiger Server bei Hetzner Cloud* reicht für Monitoring, Statusseite oder einen Notfall-DNS völlig aus.

FAZIT

13 Vorfälle in acht Tagen sind kein Weltuntergang — aber ein guter Anlass, den eigenen Aufbau einmal ehrlich durchzugehen. Die Frage ist nie, ob ein Anbieter ausfällt. Die Frage ist, was bei dir passiert, wenn er es tut.

Häufige Fragen

Welche Cloudflare-Dienste waren betroffen?
Laut Cloudflares Statusseite betrafen die 13 Vorfälle zwischen dem 7. und 14. August 2026 unter anderem R2 Object Storage, Durable Objects, Workers KV, Workers AI und die Netzwerk-Performance in mehreren Regionen. Dazu kamen 503-Fehler bei Magic Transit und Anmelde-Probleme im MCP Server Portal.
War das so schlimm wie der große Ausfall 2025?
Nein. Keiner der Vorfälle erreichte die Dimension des globalen Cloudflare-Ausfalls vom 18. November 2025. Es handelte sich überwiegend um regionale oder dienstspezifische Störungen. Bemerkenswert ist vor allem die Häufung innerhalb weniger Tage.
Ist mein Cloudflare Tunnel im Homelab betroffen?
Die dokumentierten Störungen betrafen vor allem Speicher- und Worker-Dienste sowie regionale Netzwerk-Performance. Ein Tunnel kann davon indirekt betroffen sein, wenn die Region deines Standorts betroffen ist. Ein zweiter Zugangsweg per WireGuard oder Tailscale ist deshalb generell eine sinnvolle Absicherung.
Wie merke ich, ob eine Störung bei mir oder bei Cloudflare liegt?
Der schnellste Weg ist ein Blick auf cloudflarestatus.com, bevor du anfängst, den eigenen Server zu untersuchen. Dort werden laufende Vorfälle nach Dienst und Region aufgeführt. Ergänzend hilft ein zweiter Zugangsweg ins Heimnetz, um die eigene Infrastruktur unabhängig zu prüfen.

Quellen

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert