Anthropic legt das bisher größte Sozialprogramm der KI-Branche auf. Claude Corps heißt das neue Fellowship — und die Eckdaten haben es in sich: 150 Millionen Dollar, 1.000 Fellows, ein Jahresgehalt von 85.000 Dollar plus Sozialleistungen. Und das Beste: Ein Hochschulabschluss ist NICHT nötig.
UNGLAUBLICH: 1.000 KI-Coaches für Hilfsorganisationen
Die Idee ist simpel und clever zugleich. Anthropic bezahlt 1.000 Berufseinsteiger dafür, ein Jahr lang in gemeinnützigen Organisationen quer durch die USA zu arbeiten. Dort helfen sie den Teams, Claude sinnvoll in den Alltag einzubauen — von der Spendenverwaltung bis zur Fallbearbeitung.
Jedes Fellowship dauert zwölf Monate. Zum Start gibt es ein Intensivtraining von Anthropic und dem Bildungspartner CodePath, danach begleiten fünf Stunden Schulung pro Woche die Arbeit in der Organisation. CodePath tritt als offizieller Arbeitgeber der Fellows auf, die Nonprofit-Organisation Social Finance übernimmt Messung und Auswertung des Programms.
So kommst du rein — die Bedingungen
Die Hürden sind bewusst niedrig gehalten. Bewerber müssen mindestens 18 Jahre alt sein, eine US-Arbeitserlaubnis besitzen und dürfen höchstens zwei Jahre Vollzeit-Berufserfahrung mitbringen. Ein Studium? Nicht erforderlich. Anthropic will gezielt Menschen erreichen, die sonst keinen Fuß in die KI-Tür bekommen.
Die Bewerbungsphase läuft bereits und endet am 17. Juli. Die erste Kohorte mit 100 Fellows startet im Oktober 2026, weitere folgen im Januar und August 2027.
EXTRA: 200 Millionen für KI-Verlierer
Parallel kündigte Anthropic an, 200 Millionen Dollar in ein ökonomisches Rahmenprogramm zu stecken. Es soll Arbeitnehmern helfen, die durch KI ihren Job verlieren — zunächst über Forschung zu den Verwerfungen, die der KI-Boom auf dem Arbeitsmarkt anrichtet. Zusammengenommen sind das 350 Millionen Dollar, die der Claude-Hersteller in die gesellschaftliche Abfederung seiner eigenen Technologie investiert.
FAZIT: PR-Coup oder echter Wandel?
Kritiker melden sich bereits zu Wort. Das Magazin Fortune zitiert die Sorge, dass hier „der Fuchs den Hühnerstall bewacht“ — schließlich schult ein KI-Konzern Nonprofits ausgerechnet im Einsatz seines eigenen Produkts. Fakt ist aber auch: Kein anderes KI-Unternehmen hat bisher ein vergleichbar großes Programm für den gemeinnützigen Sektor aufgelegt. Für 1.000 junge Menschen ist es ein bezahltes Jahr Praxiserfahrung mit KI — und für Hunderte Hilfsorganisationen der wohl günstigste Digitalisierungsschub ihrer Geschichte.
Für deutsche Beobachter bleibt das Programm vorerst Zukunftsmusik: Claude Corps ist auf die USA beschränkt. Ob Anthropic das Modell später nach Europa bringt, ließ das Unternehmen offen.
Häufige Fragen
Was ist Claude Corps genau?
Wer kann sich bewerben?
Was verdienen die Fellows?
Gibt es das Programm auch in Deutschland?
Quellen: