Es sind die kleinen Dinge, die im Alltag nerven. Zum Beispiel: Du startest eine neue Sitzung in Claude Code — und musst zum gefühlt tausendsten Mal das Modell umstellen, weil die Standardauswahl nicht deine ist.
Damit ist Schluss. Das aktuelle Update bringt genau dafür einen Schalter — und noch ein paar Dinge, die vor allem Linux-Nutzern das Leben leichter machen.
ENDLICH: DAS MODELL BLEIBT, WO DU ES HINGESTELLT HAST
Neu ist die Umgebungsvariable ANTHROPIC_DEFAULT_MODEL. Setzt du sie, startet jede neue Sitzung mit genau diesem Modell.
Klingt banal, spart aber täglich Handgriffe. Wer für Routinearbeit ein schnelleres Modell bevorzugt und nur bei kniffligen Dingen umschaltet, kann das jetzt zur Voreinstellung machen — statt jedes Mal manuell nachzuziehen.
Eintragen kannst du sie wie jede andere Umgebungsvariable, zum Beispiel in deiner Shell-Konfiguration.
DIE BREMSE FÜR ENTLAUFENE BUILDS
Das ist der spannendste Teil für alle, die auf Linux entwickeln. Claude Code kann jetzt optional cgroup-Speicherlimits für Bash-Befehle nutzen.
Kurz erklärt: cgroups sind eine Linux-Funktion, mit der sich der Ressourcenverbrauch einzelner Prozesse begrenzen lässt. Dieselbe Technik steckt unter der Haube von Docker.
Warum das hilft: Jeder, der schon mal einen Build-Prozess gestartet hat, der sich in eine Schleife verbiss und den kompletten Arbeitsspeicher auffraß, kennt das Ergebnis — der ganze Rechner steht. Mit einem gesetzten Limit wird nur noch der entlaufene Prozess beendet. Alles andere läuft weiter.
Die Funktion ist bewusst als Opt-in gebaut, du musst sie also aktiv einschalten.
MACOS: DIE SANDBOX ZIEHT AN
Unter macOS wurden die Sandbox-Schutzmechanismen verschärft. Die Sandbox begrenzt, worauf Befehle zugreifen dürfen, die Claude Code ausführt.
Das ist die richtige Richtung. Ein Werkzeug, das eigenständig Befehle auf deinem Rechner ausführt, sollte möglichst wenig dürfen — und nicht möglichst viel.
WEITERE NEUERUNGEN IM ÜBERBLICK
- Benachrichtigung bei Leerlauf: Über
notify_when_idlelässt du dich informieren, wenn eine Sitzung nichts mehr tut — verfügbar unter macOS und Linux. Praktisch, wenn eine längere Aufgabe im Hintergrund läuft und du nicht alle zwei Minuten reinschauen willst. - GitLab-Unterstützung erweitert: Merge-Request-Adressen funktionieren jetzt auch mit dem
--worktree-Schalter und in der Agenten-Ansicht. - Schnellerer Start und Verbesserungen im automatischen Modus.
- Bessere Bedienbarkeit in VS Code für Nutzer von Bildschirmlesegeräten.
- Remote Control läuft zuverlässiger, dazu eine Reihe von Fehlerkorrekturen in der Oberfläche.
FAZIT: WARTUNGSARBEITEN, ABER DIE RICHTIGEN
Nichts davon ist ein Feuerwerk. Aber es ist die Sorte Update, die man nach zwei Wochen nicht mehr missen will: weniger Klicks bei jedem Start, ein Rechner, der bei einem entlaufenen Build nicht mehr einfriert, und eine Sandbox, die enger sitzt.
EXTRA-TIPP: Trage ANTHROPIC_DEFAULT_MODEL gleich in deine Shell-Konfiguration ein statt nur temporär in die aktuelle Sitzung — sonst ist die Einstellung nach dem nächsten Neustart wieder weg.