#Künstliche Intelligenz · 4 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

ÜBERALL DABEI! Claude Cowork läuft ab sofort auf deinem Handy — und zwar in JEDEM Bezahlplan

ÜBERALL DABEI! Claude Cowork läuft ab sofort auf deinem Handy — und zwar in JEDEM Bezahlplan

Anthropic hat den Schalter umgelegt. Claude Cowork ist seit dem 18. August für alle Bezahlpläne verfügbar — auf dem Handy genauso wie auf dem Rechner. Vorher war die Funktion Nutzern des teuersten Abos vorbehalten.

WAS COWORK ÜBERHAUPT MACHT

Kurz für alle, die den Begriff das erste Mal lesen: Cowork ist der Modus, in dem Claude direkt mit deinen Dateien arbeitet. Nicht als Chat, in den du Text hineinkopierst, sondern als Kollege, der einen Ordner auf deinem Rechner geöffnet hat.

Typische Aufgaben: einen Stapel Rechnungen durchsehen und in eine Tabelle überführen, mehrere Dokumente zu einer Zusammenfassung verdichten, oder aus einer Sammlung Notizen eine Präsentation bauen. Das Ganze läuft über mehrere Schritte, ohne dass du bei jedem Zwischenstand nachfassen musst.

DER EIGENTLICHE GEWINN: WEITERMACHEN, WO DU BIST

Die spannende Änderung ist nicht „Cowork gibt es auch auf dem Handy“. Sie ist: Eine Aufgabe, die du am Rechner startest, kannst du unterwegs weiterverfolgen.

Konkret heißt das: Du wirfst am Morgen eine längere Auswertung an, klappst den Laptop zu, fährst los — und schaust im Zug am Handy, wie weit die Sache ist. Fragen beantwortest du direkt dort. Zurück am Schreibtisch machst du weiter, als hättest du nie gewechselt.

Das ist bei Aufgaben, die spürbar Zeit brauchen, ein echter Unterschied. Bisher war „warten, bis ich wieder am Rechner bin“ die einzige Option.

UND IM BROWSER LÄUFT ES AUCH

Parallel dazu ist Cowork Teil der Claude-Erweiterung für Chrome geworden. Unterhaltungen im Seitenpanel des Browsers landen in derselben Historie wie alles andere. Skills und Connectors, die du eingerichtet hast, greifen dort automatisch.

Damit sind es drei Orte für ein und dieselbe Arbeit: App auf dem Rechner, App auf dem Handy, Seitenpanel im Browser. Wechseln geht in jede Richtung.

WAS DU BEACHTEN SOLLTEST

Das Handy ist kein vollwertiger Arbeitsplatz. Es fehlt der direkte Zugriff auf lokale Ordner, wie du ihn vom Desktop kennst. Die mobile Ansicht ist eher zum Nachsehen, Nachfragen und Freigeben gedacht als zum Aufsetzen komplexer Abläufe.

Nutzungslimits gelten weiter. Cowork-Aufgaben sind rechenintensiv — sie laufen über viele Schritte. Wer viel damit arbeitet, merkt das im Kontingent seines Plans deutlich schneller als beim reinen Chatten.

Denk an die Freigaben. Ein Werkzeug, das eigenständig Dateien liest und schreibt, sollte nur die Ordner sehen, die es wirklich braucht. Ein Sammelordner für die aktuelle Aufgabe ist sauberer als der komplette Dokumente-Ordner.

FAZIT: DER ROLLOUT WAR ÜBERFÄLLIG

Ein Werkzeug, das über Stunden an einer Aufgabe arbeitet, aber nur an einem einzigen Gerät sichtbar ist, ergibt wenig Sinn. Dass Anthropic die Funktion jetzt für alle Bezahlpläne öffnet, macht sie erst wirklich alltagstauglich.

EXTRA-TIPP: Wenn Cowork nach dem Update nicht auftaucht, hilft meist ein Abmelden und erneutes Anmelden in der App — der Rollout läuft gestaffelt.

Häufige Fragen

Was ändert sich für mich als Nutzer?
Wenn du einen kostenpflichtigen Claude-Plan hast, findest du Cowork jetzt auch in der Handy-App und musst nicht mehr auf das teuerste Abo wechseln. Angefangene Aufgaben lassen sich zwischen Rechner, Handy und Chrome-Seitenpanel weiterführen, ohne den Faden zu verlieren.
Ist das im kostenlosen Plan enthalten?
Nein. Anthropic hat die Verfügbarkeit auf alle kostenpflichtigen Pläne ausgeweitet, nicht auf den Gratis-Zugang. Wer Claude ohne Abo nutzt, bleibt beim klassischen Chat ohne den dateibasierten Cowork-Modus.
Kann Cowork auf dem Handy auf meine Dateien zugreifen?
Nicht in der Form, die du vom Desktop kennst. Der direkte Zugriff auf lokale Ordner ist eine Desktop-Funktion. Auf dem Handy siehst du vor allem den Verlauf einer laufenden Aufgabe, kannst Rückfragen beantworten und Ergebnisse prüfen.
Verbraucht Cowork mehr von meinem Kontingent als normales Chatten?
In der Regel ja. Cowork-Aufgaben bestehen aus vielen aufeinanderfolgenden Schritten, in denen Dateien gelesen, verarbeitet und geschrieben werden. Das summiert sich schneller als eine einzelne Frage im Chat. Wer regelmäßig größere Aufgaben laufen lässt, sollte den Verbrauch im Blick behalten.

Quellen

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