Sie versprechen hübsche Anime-, Auto- und Fußball-Hintergründe für jeden neuen Tab — und kassieren dafür heimlich deine Daten. Sicherheitsforscher des Threat-Teams von Socket haben 152 Chrome-Erweiterungen enttarnt, die genau das tun: tracken, obwohl sie behaupten, „keine Daten zu sammeln“. Zeit für einen Frühjahrsputz in deinem Browser.
EINE FABRIK, VIELE MASKEN
Das Perfide: Alle 152 Erweiterungen stammen aus einem einzigen Code-Bausatz, sind aber über 38 Entwickler-Konten und drei Marken verteilt — darunter tabplugins.com, yowgames.com und chromewallpaper.com. So wirkt jede einzelne wie ein harmloses Solo-Projekt, während im Hintergrund dieselbe Maschinerie läuft. Zusammen kommen die Add-ons auf rund 105.000 Installationen.
Gelockt wird mit beliebten Themen: Anime, Games, Fußball, Autos. Wer so ein „Live Wallpaper“ installiert, bekommt einen schicken neuen Tab — und einen stillen Mitleser.
DAS VERSPRECHEN — UND DIE REALITÄT
Im Store heißt es brav „wir sammeln keine Daten“. Die externe Datenschutzerklärung der Betreiber gibt jedoch zu, was wirklich passiert: protokolliert werden deine IP-Adresse, dein Internet-Anbieter, deine Klick-Zahlen und die Herkunfts-Adressen (Referrer). Genau die Daten also, die man für ein sauberes Nutzerprofil braucht.
DER TRICK MIT DEM FAKE-SUCHTRAFFIC
Richtig clever — und schädlich — wird es beim Geld. Die Erweiterungen kapern den neuen Tab und tarnen ihre eigenen Aufrufe als echten Google-Suchtraffic. Für Werbenetzwerke und Analyse-Tools sieht das aus wie organische Besucher, die freiwillig auf eine Seite klicken. In Wahrheit werden die Nutzer auf betreibereigene, werbeverseuchte Domains umgeleitet. Das pumpt die Werbeeinnahmen der Hintermänner auf und verfälscht die Statistiken von Werbetreibenden und Google gleichermaßen.
SO MISTEST DU AUS
Geh in Chrome auf chrome://extensions und sieh dir kritisch jede Erweiterung an, die deinen neuen Tab verändert oder „Wallpaper“ im Namen trägt. Im Zweifel: entfernen. Faustregel: Ein hübscher Hintergrund ist keinen Datenstrom wert. Installiere Add-ons nur von Anbietern, die du kennst, und wirf einen Blick auf die angeforderten Berechtigungen, bevor du auf „Hinzufügen“ klickst.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich eine betroffene Erweiterung?
Welche Daten sammeln die Add-ons?
Was bedeutet „gefälschter Suchtraffic“?
Wie schütze ich mich vor solchen Erweiterungen?
Quellen: Cybersecurity News, GBHackers (Recherche: Socket Threat Research).