Jahrelang galt Apples KI als Nachzügler — jetzt legt Cupertino kräftig nach. Am 22. Juli hat Apple die dritte Generation seiner Apple Foundation Models (AFM 3) vorgestellt: eine Familie aus fünf Modellen, vom kompakten On-Device-Modell bis zur dicken Cloud-Version. Die eigentliche Überraschung steckt aber im Kleingedruckten: Gebaut wurde die Familie in Zusammenarbeit mit Google.
DIE FÜNF NEUEN: Vom iPhone-Chip bis zur Nvidia-Wolke
Berichten zufolge deckt die AFM-3-Familie die komplette Spannbreite ab:
- AFM 3 Core — ein dichtes 3-Milliarden-Parameter-Modell, das direkt auf dem Gerät läuft.
- AFM 3 Core Advanced — ein multimodales 20-Milliarden-Parameter-Modell in Sparse-Bauweise, ebenfalls On-Device. Möglich macht das eine neue Technik namens Instruction-Following Pruning, die das Modell gezielt ausdünnt.
- AFM 3 Cloud — das Server-Modell für anspruchsvollere Anfragen.
- ADM 3 Cloud — spezialisiert auf Bild-Erzeugung und -Bearbeitung.
- AFM 3 Cloud Pro — das Spitzenmodell, das auf Nvidia-GPUs in der Google Cloud läuft, eingebunden über Apples Private Cloud Compute.
UNGLAUBLICH: Der Erzrivale liefert die Infrastruktur
Dass ausgerechnet Google beim Training und Betrieb hilft, ist weniger überraschend, als es klingt: Schon im Juni wurde bekannt, dass Apple sich bei Google einmietet und Nvidia-Chips für Siri nutzt. AFM 3 gießt diese Partnerschaft nun in eine komplette Modell-Familie. Pikant ist das Timing trotzdem — parallel liefert sich Apple mit OpenAI einen erbitterten Rechtsstreit um abgeworbene Mitarbeiter und Geschäftsgeheimnisse.
WAS BEDEUTET DAS FÜR DICH?
Für Nutzer heißt AFM 3 vor allem: mehr KI direkt auf dem Gerät. Ein 20-Milliarden-Modell, das lokal auf iPhone oder Mac läuft und auch Bilder versteht, wäre ein großer Sprung — bisher war bei deutlich kleineren On-Device-Modellen Schluss. Datenschutz-Fans dürfen sich freuen: Was lokal läuft, verlässt das Gerät nicht. Für die Cloud-Modelle verspricht Apples Private Cloud Compute weiterhin, dass Anfragen abgeschottet verarbeitet werden — auch wenn sie künftig auf Nvidia-Hardware in Googles Rechenzentren laufen.
Für Entwickler ist die Familie ebenfalls spannend: Apple hatte sein Foundation-Models-Framework bereits geöffnet, mit AFM 3 steigt die Qualität der Basis-Modelle, auf die Apps kostenlos zugreifen können.
FAZIT: Apple kauft sich Tempo
Apple verabschiedet sich vom Alleingang und kombiniert eigene Modell-Entwicklung mit fremder Infrastruktur. Ob das reicht, um zu OpenAI, Anthropic und Google selbst aufzuschließen, müssen Benchmarks und der Alltag zeigen — ein klares Signal an den Markt ist die Fünfer-Familie allemal.