Da staunst du nicht schlecht: Die Firma hinter Claude hat gerade öffentlich gemacht, dass ihr eigener KI-Assistent inzwischen mehr als 80 Prozent des Codes schreibt, der in Claudes Projekt einfließt. Vor gut einem Jahr waren es noch unter 10 Prozent. Und genau das macht Anthropic jetzt nervös — so sehr, dass die Firma einen globalen Not-Aus-Knopf für die KI-Branche ins Gespräch bringt.
WORUM GEHT’S? KI baut an KI
In einem Grundsatzpapier von Anthropic-Forscherin Marina Favaro und Mitgründer Jack Clark steht der Fachbegriff „rekursive Selbstverbesserung“. Klingt sperrig, heißt aber simpel: Eine KI wird so gut, dass sie sich selbst verbessert — und das Tempo dabei selbst anzieht. Anthropic betont, dass dieser Punkt noch nicht erreicht ist und auch nicht zwangsläufig kommen muss. Aber er könnte deutlich früher kommen, als die Welt darauf vorbereitet ist.
Die Zahl, die alle aufhorchen lässt
80 Prozent selbstgeschriebener Code ist kein Marketing-Gag. Es ist der Beleg dafür, dass moderne KI-Modelle die Entwicklung der nächsten Modelle bereits spürbar beschleunigen. Jack Clark sagte der BBC, vollständig selbst geschriebener Code sei binnen zwei Jahren denkbar.
WIE WAHRSCHEINLICH IST DAS SZENARIO?
Clark nennt konkrete Schätzungen — und die haben es in sich. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein KI-System komplett ohne Menschen seinen Nachfolger trainiert, beziffert er auf 30 Prozent bis Ende 2027 und 60 Prozent oder mehr bis Ende 2028. Das sind keine Science-Fiction-Zahlen aus einem Forum, sondern Angaben eines Mitgründers eines der führenden KI-Labore.
DER NOT-AUS: So soll er funktionieren
Anthropics Vorschlag: Es braucht einen überprüfbaren Weg, mit dem die großen Labore gemeinsam bremsen oder pausieren können, falls die Entwicklung aus dem Ruder läuft. Wichtig dabei — eine echte Pause funktioniert nur, wenn mehrere gut ausgestattete Labore in mehreren Ländern unter denselben Bedingungen stoppen. Und wenn jedes Labor nachprüfen kann, dass die anderen wirklich angehalten haben. Ein Alleingang bringt nichts.
EXTRA-TIPP: Warum dich das angeht
Auch wenn du „nur“ Claude für Code, Texte oder dein Homelab nutzt: Diese Debatte entscheidet mit, wie schnell und wie sicher die Tools werden, auf die du dich verlässt. Es lohnt sich, sie zu verfolgen — statt sie als reines Forscher-Geplänkel abzutun.
FAZIT: Ehrlichkeit statt Hype
Bemerkenswert ist vor allem, wer hier warnt: nicht ein KI-Kritiker von außen, sondern das Labor selbst. Anthropic legt offen, wie schnell die eigene Technik wächst — und fordert Spielregeln, bevor es brenzlig wird. Ob die Branche mitzieht, ist die große offene Frage.
Häufige Fragen
Was bedeutet „rekursive Selbstverbesserung“?
Schreibt Claude wirklich 80 Prozent seines Codes selbst?
Was ist mit dem geforderten „Not-Aus“ gemeint?
Ändert sich dadurch sofort etwas für Claude-Nutzer?
Quellen
- Fortune: „Anthropic warns AI could soon build itself without human involvement“ (5. Juni 2026)
- Tom’s Hardware: „Anthropic says Claude now writes more than 80 percent of its merged code“
- The Statesman / IndexBox: Berichte zum Anthropic-Grundsatzpapier von Marina Favaro und Jack Clark