Wer TrueNAS als Speicher hinter einem Proxmox-Cluster betreibt, kennt das Ritual: iSCSI-Ziele von Hand anlegen, LUNs zuordnen, bei jeder neuen VM-Platte wieder von vorn. Genau dieses manuelle LUN-Gefrickel soll ab sofort der Vergangenheit angehören — TrueNAS hat am 11. September ein natives Storage-Plugin für Proxmox VE veröffentlicht.
WAS DAS PLUGIN KONKRET AUTOMATISIERT
Statt Proxmox und TrueNAS über eine von Hand konfigurierte iSCSI-Verbindung lose zu koppeln, spricht das Plugin direkt über die TrueNAS-API. Legt ein Proxmox-Admin eine neue virtuelle Platte an, übernimmt das Plugin im Hintergrund Zvol-Anlage, Extent-Erstellung, Mapping und alle Storage-Objekte — Schritte, die bislang jedes Mal von Hand erledigt werden mussten. Auch Snapshots, Größenänderungen, Migration und Löschung von VM-Platten laufen jetzt direkt aus der Proxmox-Oberfläche.
Unterstützt werden zwei Übertragungswege: das altbekannte iSCSI sowie, neu und deutlich schneller, NVMe/TCP — allerdings nur zusammen mit Proxmox VE 9.x und einem installierten nvme-cli-Initiator auf dem Proxmox-Host.
VORAUSSETZUNGEN AUF EINEN BLICK
- Proxmox VE 8.x oder neuer, empfohlen wird ausdrücklich 9.x
- TrueNAS 25.10 oder neuer auf der Speicherseite
- Für NVMe/TCP zusätzlich Proxmox VE 9.x plus
nvme-cli-Client-Initiator - Verfügbar sowohl für TrueNAS Community Edition als auch Enterprise
WARUM DAS FÜR DEIN HOMELAB RELEVANT IST
Die Kombination TrueNAS plus Proxmox gehört zu den verbreitetsten Zwei-Server-Setups im deutschsprachigen Homelab: ein Rechner für Virtualisierung, ein zweiter, ZFS-basierter für Storage. Bislang bedeutete das entweder NFS — einfach, aber mit spürbaren Leistungsnachteilen bei VM-Workloads — oder eben von Hand gepflegtes iSCSI, das bei jedem neuen Volume Handarbeit verlangt. Das Plugin verspricht, die Performance-Vorteile von Block-Storage mit dem Komfort automatisierter Verwaltung zu verbinden — ohne dass du dafür die ZFS-Kommandozeile öffnen musst.
NOCH FRÜHES STADIUM: Was du beachten solltest
TrueNAS selbst positioniert das Plugin ausdrücklich als „Early Adopter“-Release — die Entwicklung läuft aktiv weiter, und für Enterprise-Kunden ist die Validierung noch nicht abgeschlossen. Wer produktive Workloads darauf umstellen will, sollte also zunächst in einer Testumgebung prüfen, ob Snapshot- und Migrationsverhalten den eigenen Erwartungen entsprechen, bevor der bestehende, manuell gepflegte iSCSI-Storage abgelöst wird.
FAZIT: Ein Komfort-Update mit echtem Alltagsnutzen
Kein Sicherheitsupdate, kein neues Feature-Feuerwerk — aber genau die Art von Verbesserung, die im Homelab-Alltag den größten Unterschied macht: weniger Klickarbeit, weniger Fehlerquellen bei der Storage-Verwaltung, und ein Stück mehr von der Enterprise-Erfahrung, die man sonst nur bei kommerziellen Hyperconverged-Lösungen bekommt.