Null offene Blocker. Mit diesem Ergebnis ging der Freigabe-Entscheid für Fedora Linux 45 durch — die Beta erscheint am 15. September. Spannend ist diesmal weniger die Oberfläche als das, was darunter ausgetauscht wurde: ein rundum erneuerter Werkzeugkasten und zwei Voreinstellungen, die spürbar strenger sind als bisher.
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NEUES WERKZEUG: Compiler, Python und OpenSSL auf einen Schlag
Fedora tauscht traditionell früh aus, was andere Distributionen erst Jahre später übernehmen. Diesmal gleich drei zentrale Bausteine:
- GCC 16.2 — der Compiler, mit dem praktisch das gesamte System gebaut wird
- Python 3.15 — Grundlage für unzählige Systemwerkzeuge
- OpenSSL 4.0 — die Bibliothek hinter nahezu jeder verschlüsselten Verbindung
Vor allem der letzte Punkt ist ein Brocken. Ein Hauptversionssprung bei OpenSSL bedeutet erfahrungsgemäß, dass einzelne Programme angepasst werden müssen. Wer eigene Software baut, merkt das als Erstes.
STRENGER! Zwei Voreinstellungen, die du kennen solltest
Eingeschränktes Mitlesen zwischen Prozessen. Bisher konnte ein Programm unter bestimmten Bedingungen in den Arbeitsspeicher eines anderen schauen — gedacht für Fehlersuche, praktisch aber auch ein bequemer Weg, um etwa Zugangsdaten aus einem laufenden Browser abzugreifen. Künftig ist das per Voreinstellung eingeschränkt.
Verpflichtende Signaturprüfung bei Paketen. Jedes Paket muss eine gültige Unterschrift tragen, sonst lehnt das System die Installation ab. Das ist genau die Schranke, die bei den Angriffen auf Paketquellen der vergangenen Monate gefehlt hat.
Beides ist ein Gewinn — und beides kann dir den Tag verderben, wenn du Software aus einer Quelle beziehst, die es mit Signaturen nicht so genau nimmt.
SO TESTEST DU, ohne dein System zu riskieren
1. Nicht auf dem Arbeitsgerät. Eine Beta gehört in eine virtuelle Maschine oder auf einen Zweitrechner. Das ist keine Vorsicht, das ist der Sinn einer Beta.
2. Fremdquellen zuerst prüfen. Geh deine zusätzlichen Paketquellen durch. Signiert oder nicht? Diese Frage entscheidet, ob dein Update glatt läuft.
3. Eigene Programme neu bauen. Wer selbst kompiliert, sollte das mit dem neuen Compiler und gegen OpenSSL 4.0 einmal durchspielen. Fehler tauchen dort auf, nicht im laufenden Betrieb.
4. Fehler melden. Genau dafür gibt es diese Phase. Ein gemeldeter Fehler jetzt ist ein Fehler weniger im Oktober.
EXTRA-TIPP: Ein kleines Testgerät zahlt sich aus
Wenn du regelmäßig neue Ausgaben testest, ist ein dauerhaft bereitstehender Zweitrechner Gold wert — er spart dir jedes Mal das Aufsetzen einer virtuellen Maschine und zeigt außerdem echte Treiberprobleme, die in einer VM nie auftauchen. Ein gebrauchter Mini-PC wie der Intel NUC 13 Pro* reicht dafür völlig; Intel-Hardware wird von Linux-Treibern traditionell ohne Nacharbeit erkannt.
Und ja: Ein alter Laptop unter dem Schreibtisch tut es genauso.
FAZIT: Ein Test, der sich diesmal wirklich lohnt
Fedora 45 ist keine Ausgabe, die man an Bildschirmfotos erkennt. Der Umbau steckt im Unterbau — und der schlägt später auf alles durch, was du darauf betreibst. Die strengeren Voreinstellungen gehen in die richtige Richtung. Wer Fremdquellen nutzt, sollte jetzt nachsehen und nicht erst im Oktober.