Wer Backups für mehrere unterschiedliche Systeme organisiert, kennt das Problem: Ein Werkzeug für die Server, ein anderes für die Arbeitsplätze, ein drittes für Spezialfälle — und im Ernstfall weiß niemand mehr genau, wo welche Sicherung eigentlich liegt. Synology will mit ActiveProtect Manager 2.0, veröffentlicht am 18. September 2026, genau diese Zersplitterung angehen.
WAS NEU IST: Eine Oberfläche für mehr Plattformen
ActiveProtect Manager 2.0 (kurz APM 2.0) ist die Verwaltungssoftware für Synologys ActiveProtect-Datenschutz-Appliances der DP-Serie — dedizierte Backup-Geräte, die Server, virtuelle Maschinen und Arbeitsplätze zentral sichern. Die neue Version bringt drei zentrale Verbesserungen:
- Erweiterte Plattformabdeckung: Mehr unterschiedliche Systeme lassen sich jetzt über dieselbe Oberfläche sichern statt über getrennte Werkzeuge.
- Plattformübergreifende Wiederherstellung: Eine Sicherung, die auf einem System erstellt wurde, lässt sich gezielt auf einer anderen Plattform zurückspielen — praktisch etwa bei einem Wechsel der zugrunde liegenden Infrastruktur.
- Erweiterte Sicherheitsfunktionen: Die Verwaltung selbst wurde um zusätzliche Schutzmechanismen ergänzt, auf deren Basis Synology die kommenden KI-Funktionen aufbauen will.
AUSBLICK: KI soll verdächtige Backups aufspüren
Noch nicht Teil von Version 2.0, aber bereits angekündigt: Mit dem kommenden Update APM 2.1 soll eine KI-gestützte Anomalie-Erkennung hinzukommen. Die Idee dahinter: Jede Backup-Version wird auf ungewöhnliche Veränderungen hin beobachtet — etwa eine plötzlich stark erhöhte Änderungsrate, massenhafte Dateiänderungen, auffällig viele Löschungen oder eine ungewöhnliche Entropie der Daten, ein typisches Anzeichen für Verschlüsselung durch Ransomware.
Fällt eine Sicherung durch solche Muster auf, soll sie automatisch in Quarantäne verschoben werden, statt unbemerkt als vermeintlich gute Kopie im Bestand zu bleiben. Damit will Synology verhindern, dass sich eine bereits verschlüsselte Ransomware-Version unbemerkt in den Rückspielbestand einschleicht — ein Szenario, das in der Praxis schon häufiger dazu geführt hat, dass auch die vermeintliche Rettung durchs Backup fehlschlug.
WER DAVON PROFITIERT
ActiveProtect Manager 2.0 steht für alle DP-Serie-Appliances kostenlos zur Verfügung — es handelt sich um ein Software-Update für bereits vorhandene Hardware, nicht um ein separates Kaufprodukt. Am meisten profitieren dürften Umgebungen, die bisher mehrere getrennte Backup-Werkzeuge parallel pflegen mussten, etwa kleine Unternehmen oder ambitionierte Homelabs mit einer Mischung aus physischen Servern, virtuellen Maschinen und Arbeitsplatzrechnern.
SO PRÜFST DU DEIN SYSTEM
- Update einspielen: ActiveProtect Manager über die übliche Aktualisierungsfunktion der Appliance auf Version 2.0 bringen.
- Plattformabdeckung prüfen: Nachsehen, ob alle bisher getrennt gesicherten Systeme sich jetzt unter der einen Oberfläche zusammenführen lassen.
- Wiederherstellung testen: Eine plattformübergreifende Wiederherstellung nicht erst im Ernstfall zum ersten Mal ausprobieren, sondern gezielt einmal durchspielen.
- Auf APM 2.1 vormerken: Wer besonders ransomware-gefährdete Daten sichert, sollte die Ankündigung der KI-Anomalie-Erkennung im Auge behalten — sie kommt als Nachfolge-Update.
FAZIT: Konsolidierung vor Automatisierung
Der eigentliche Fortschritt von Version 2.0 liegt nicht in einer einzelnen spektakulären Funktion, sondern in der Zusammenführung bisher getrennter Werkzeuge. Das ist unspektakulär, aber genau die Art von Aufräumarbeit, die im Ernstfall den Unterschied macht — wenn schnell klar sein muss, wo welche Sicherung liegt und wie sie zurückgespielt wird. Die angekündigte KI-Erkennung in Version 2.1 setzt darauf konsequent auf, statt sie zu ersetzen.