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Der Raspberry-Pi-Desktop sah jahrelang aus wie 2015 — funktional, aber angestaubt. Mit dem Update vom 15. September 2026 ändert sich das spürbar: Raspberry Pi OS bekommt ein Dock, einen neuen Programmstarter und ein aufgeräumtes Einstellungsmenü.
DAS DOCK: Der größte sichtbare Umbau seit Jahren
Die Panel-Software wf-panel-pi, zuständig für die Leiste am Bildschirmrand unter Wayland, hat Dock-Unterstützung bekommen. Dazu kommen zwei neue Bausteine:
- ein Symbolmenü zum Starten von Programmen
- eine symbolbasierte Fensterliste, die offene Programme anzeigt
Eingerichtet wird das Ganze über ein neues Dock-Panel in den Einstellungen; ein zusätzliches Widgets-Panel steuert, was in Dock und Taskleiste auftaucht. Das alte Hauptmenü-Widget weicht einem grafischen Startbildschirm für Anwendungen.
Du musst das Dock nicht nutzen — es ergänzt die bisherige Leiste oder ersetzt sie, ganz wie du willst.
AUFGERÄUMT: Control Centre, Screenshots, Dateimanager
Neben dem Dock hat das Update an mehreren Ecken geschraubt:
- Das Control Centre wurde neu sortiert — Einstellungen liegen dort, wo man sie vermutet.
- Das Screenshot-Werkzeug ist überarbeitet. Wer Anleitungen schreibt oder Fehler dokumentiert, spart hier Klicks.
- Der Dateimanager hat ebenfalls Änderungen bekommen.
- Der Wayland-Compositor Labwc wurde aktualisiert — das ist der Unterbau, der überhaupt erst Fenster auf den Bildschirm bringt.
UNTER DER HAUBE: Kernel 6.18.50 LTS
Mit an Bord ist der Linux-Kernel 6.18.50 LTS. Das Kürzel LTS steht für Langzeitunterstützung — solche Kernel bekommen über Jahre Sicherheitskorrekturen und sind damit genau die richtige Wahl für Geräte, die im Dauerbetrieb laufen.
Für dein Homelab ist das der eigentlich wichtige Teil der Meldung: Ein Pi, der als Pi-hole, Home-Assistant-Zentrale oder kleiner Dateiserver arbeitet, hängt bei Kernel-Aktualisierungen gerne hinterher, weil niemand hinsieht.
SO AKTUALISIERST DU SICHER — in 5 MINUTEN
Der bequeme Weg führt über die Paketverwaltung, nicht über ein neues Systemabbild:
- Sicherung zuerst. SD-Karte oder SSD klonen, oder wenigstens die Konfigurationsverzeichnisse deiner Dienste wegkopieren. Ein Desktop-Umbau ist kein Sicherheitspatch — hier darf man in Ruhe vorbereiten.
- Paketlisten holen und aktualisieren:
sudo apt update, danachsudo apt full-upgrade. - Neu starten, damit der neue Kernel greift.
- Nachsehen, ob alle deine Dienste wieder laufen — besonders solche, die eigene Kernel-Module mitbringen.
EXTRA-TIPP: Wer den neuen Desktop erst einmal ansehen will, ohne das produktive System anzufassen, spielt das Abbild auf eine zweite Karte. Auf einem Raspberry Pi 5* mit ordentlich Arbeitsspeicher macht der überarbeitete Desktop ohnehin am meisten Spaß — auf sehr alten Modellen bleibt ein Dock vor allem eins: zusätzliche Arbeit für die Grafikeinheit.
FAZIT: Nachholbedarf abgearbeitet
Dock, Startbildschirm, aufgeräumte Einstellungen — nichts davon ist eine Erfindung. Es ist genau das, was Nutzer anderer Systeme seit Jahren gewohnt sind. Für den Raspberry Pi als Einsteigerrechner ist das trotzdem eine gute Nachricht: Je weniger fremd sich der Desktop anfühlt, desto eher bleibt jemand dabei. Und der LTS-Kernel im Gepäck macht das Update auch für Server-Pis sinnvoll.