#Homelab · 4 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

UMGEBAUT! Raspberry Pi OS bekommt endlich ein Dock — so holst du dir den neuen Desktop

UMGEBAUT! Raspberry Pi OS bekommt endlich ein Dock — so holst du dir den neuen Desktop

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Der Raspberry-Pi-Desktop sah jahrelang aus wie 2015 — funktional, aber angestaubt. Mit dem Update vom 15. September 2026 ändert sich das spürbar: Raspberry Pi OS bekommt ein Dock, einen neuen Programmstarter und ein aufgeräumtes Einstellungsmenü.

DAS DOCK: Der größte sichtbare Umbau seit Jahren

Die Panel-Software wf-panel-pi, zuständig für die Leiste am Bildschirmrand unter Wayland, hat Dock-Unterstützung bekommen. Dazu kommen zwei neue Bausteine:

  • ein Symbolmenü zum Starten von Programmen
  • eine symbolbasierte Fensterliste, die offene Programme anzeigt

Eingerichtet wird das Ganze über ein neues Dock-Panel in den Einstellungen; ein zusätzliches Widgets-Panel steuert, was in Dock und Taskleiste auftaucht. Das alte Hauptmenü-Widget weicht einem grafischen Startbildschirm für Anwendungen.

Du musst das Dock nicht nutzen — es ergänzt die bisherige Leiste oder ersetzt sie, ganz wie du willst.

AUFGERÄUMT: Control Centre, Screenshots, Dateimanager

Neben dem Dock hat das Update an mehreren Ecken geschraubt:

  • Das Control Centre wurde neu sortiert — Einstellungen liegen dort, wo man sie vermutet.
  • Das Screenshot-Werkzeug ist überarbeitet. Wer Anleitungen schreibt oder Fehler dokumentiert, spart hier Klicks.
  • Der Dateimanager hat ebenfalls Änderungen bekommen.
  • Der Wayland-Compositor Labwc wurde aktualisiert — das ist der Unterbau, der überhaupt erst Fenster auf den Bildschirm bringt.

UNTER DER HAUBE: Kernel 6.18.50 LTS

Mit an Bord ist der Linux-Kernel 6.18.50 LTS. Das Kürzel LTS steht für Langzeitunterstützung — solche Kernel bekommen über Jahre Sicherheitskorrekturen und sind damit genau die richtige Wahl für Geräte, die im Dauerbetrieb laufen.

Für dein Homelab ist das der eigentlich wichtige Teil der Meldung: Ein Pi, der als Pi-hole, Home-Assistant-Zentrale oder kleiner Dateiserver arbeitet, hängt bei Kernel-Aktualisierungen gerne hinterher, weil niemand hinsieht.

SO AKTUALISIERST DU SICHER — in 5 MINUTEN

Der bequeme Weg führt über die Paketverwaltung, nicht über ein neues Systemabbild:

  1. Sicherung zuerst. SD-Karte oder SSD klonen, oder wenigstens die Konfigurationsverzeichnisse deiner Dienste wegkopieren. Ein Desktop-Umbau ist kein Sicherheitspatch — hier darf man in Ruhe vorbereiten.
  2. Paketlisten holen und aktualisieren: sudo apt update, danach sudo apt full-upgrade.
  3. Neu starten, damit der neue Kernel greift.
  4. Nachsehen, ob alle deine Dienste wieder laufen — besonders solche, die eigene Kernel-Module mitbringen.

EXTRA-TIPP: Wer den neuen Desktop erst einmal ansehen will, ohne das produktive System anzufassen, spielt das Abbild auf eine zweite Karte. Auf einem Raspberry Pi 5* mit ordentlich Arbeitsspeicher macht der überarbeitete Desktop ohnehin am meisten Spaß — auf sehr alten Modellen bleibt ein Dock vor allem eins: zusätzliche Arbeit für die Grafikeinheit.

FAZIT: Nachholbedarf abgearbeitet

Dock, Startbildschirm, aufgeräumte Einstellungen — nichts davon ist eine Erfindung. Es ist genau das, was Nutzer anderer Systeme seit Jahren gewohnt sind. Für den Raspberry Pi als Einsteigerrechner ist das trotzdem eine gute Nachricht: Je weniger fremd sich der Desktop anfühlt, desto eher bleibt jemand dabei. Und der LTS-Kernel im Gepäck macht das Update auch für Server-Pis sinnvoll.

Häufige Fragen

Was ist neu in diesem Raspberry-Pi-OS-Update?
Das Update vom 15. September 2026 bringt Dock-Unterstützung in der Panel-Software wf-panel-pi, ein Symbolmenü zum Starten von Programmen, eine symbolbasierte Fensterliste, einen grafischen Startbildschirm anstelle des alten Hauptmenü-Widgets, ein überarbeitetes Screenshot-Werkzeug, ein neu sortiertes Control Centre und den Kernel 6.18.50 LTS.
Lohnt sich das Update sofort oder kann ich warten?
Es handelt sich um ein Funktions-Update, nicht um einen Sicherheits-Notfall. Wer einen Pi im Dauerbetrieb hat, kann sich also Zeit nehmen und in Ruhe eine Sicherung anlegen. Für den Kernel-Sprung auf eine LTS-Version spricht trotzdem, das Update nicht monatelang liegen zu lassen.
Muss ich das System neu aufsetzen?
Nein. Der übliche Weg führt über die Paketverwaltung mit sudo apt update und anschließendem sudo apt full-upgrade, gefolgt von einem Neustart. Ein frisches Systemabbild brauchst du nur, wenn du den neuen Desktop parallel auf einer zweiten Karte ausprobieren möchtest.
Läuft das auch auf älteren Pi-Modellen?
Das Update selbst steht allen unterstützten Modellen offen. Ein Dock mit Symbolen und Animationen kostet aber Grafikleistung. Auf sehr alten Modellen ist die Oberfläche deshalb spürbar träger als auf einem aktuellen Pi mit reichlich Arbeitsspeicher — dort lässt sich das Dock aber auch einfach abschalten.

Quellen

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