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Erst geschenkt, dann kassiert. Die quelloffene Aufgabenverwaltung Planka — eine beliebte Trello-Alternative fürs eigene Homelab — hat mit Version 2.2.0 die Anmeldung per Single Sign-on aus der kostenlosen Community-Version geworfen. Ab sofort steckt OIDC nur noch in der kostenpflichtigen Pro-Variante.
ACHTUNG: Nach dem Update sind Nutzer AUSGESPERRT
Das ist kein Detail am Rand, sondern der eigentliche Sprengsatz. Wer per SSO angemeldet war, hat schlicht kein Passwort — diese Konten werden nach dem Update deaktiviert. Wer nicht vorsorgt, steht am Montag vor einem Kanban-Board, das niemand mehr öffnen kann.
Die Rettung ist einfach, muss aber jemand machen: Ein Administrator setzt für jedes betroffene Konto ein Passwort und aktiviert es wieder. Bei drei Nutzern ist das eine Kaffeepause. Bei dreißig ein Nachmittag.
Was ist die SSO-Steuer?
In der Self-Hosting-Szene hat der Vorgang einen Namen: SSO-Steuer. Gemeint ist, dass Projekte die zentrale Anmeldung hinter eine Bezahlschranke legen — obwohl sie in vielen Firmen und Homelabs schlicht Grundausstattung ist. Neu ist hier die Richtung: Planka nimmt eine Funktion weg, die es vorher gab. Das fühlt sich für Nutzer, die schon Zeit und Konfiguration investiert haben, deutlich anders an als eine Funktion, die nie da war.
Die Begründung von Planka
Das Team argumentiert, SSO sei auf ihrer Seite immer als Pro- beziehungsweise Firmen-Funktion gedacht gewesen — dass sie in der Community-Version gelandet sei, habe nie zum Modell gepasst. Und: SSO verursache mit Abstand den meisten Support-Aufwand, über hundert Einrichtungsanfragen pro Monat.
Das ist nachvollziehbar. Quelloffene Projekte müssen sich irgendwie finanzieren, und unbezahlter Support für komplizierte Identitäts-Anbindungen frisst Entwicklerzeit. Ob eine nachträgliche Entfernung der richtige Weg ist, sieht die Community erkennbar anders.
Immerhin: Das kommt NEU in die Gratis-Version
- TOTP-Zwei-Faktor-Anmeldung — also der klassische Code aus der Authenticator-App
- Automatische Abmeldung nach Inaktivität
- Vertrauenswürdige Geräte, damit der zweite Faktor nicht bei jedem Login nötig ist
Für alle, die SSO ohnehin nie genutzt haben, ist 2.2.0 damit sogar ein Fortschritt.
Deine Optionen — im Klartext
- Auf 2.1.x bleiben. Kurzfristig die bequemste Lösung, langfristig gefährlich: Ohne Sicherheitsupdates wird jede alte Version irgendwann zum Risiko.
- Passwörter setzen und weitermachen. Vor dem Update für alle SSO-Konten ein Passwort vergeben, danach mit TOTP absichern. Für kleine Teams völlig ausreichend.
- Zu Planka Pro wechseln. Dort ist SSO enthalten und wird unterstützt, die Migration läuft über das Kundenportal.
- Alternative suchen. Es gibt quelloffene Kanban-Werkzeuge, die SSO im kostenlosen Umfang belassen. Ein Umzug kostet allerdings Zeit — und die nächste Lizenzänderung kann jedes Projekt treffen.
EXTRA-TIPP: Prüft eure Abhängigkeiten
Der Fall ist eine gute Erinnerung: Wer sein halbes Homelab an eine zentrale Anmeldung hängt, sollte wissen, welche Dienste bei einer Lizenzänderung kippen. Wir haben uns die zertifizierten quelloffenen Login-Lösungen fürs Homelab bereits angesehen — gute Gelegenheit für einen Blick auf die eigene Liste. Für ein kleines Board samt Anmeldedienst reicht übrigens ein Raspberry Pi 5* völlig aus.
FAZIT: Kein Weltuntergang, aber ein Warnschuss
Planka bleibt eine gute Trello-Alternative, und TOTP in der Gratis-Version ist ein echter Gewinn. Aber niemand sollte blind auf 2.2.0 aktualisieren. Erst Passwörter setzen, dann updaten — in dieser Reihenfolge.
Häufige Fragen
Was ändert sich in Planka 2.2.0 genau?
Was passiert mit meinen SSO-Nutzern nach dem Update?
Kann ich einfach auf der alten Version bleiben?
Warum entfernt Planka die Funktion überhaupt?
Quellen
- selfh.st: Self-Host Weekly (14 August 2026)
- GitHub: plankanban/planka Issue 1754 — OIDC/SSO moves to PLANKA Pro with the next release
- GitHub: plankanban/planka Releases