Kaum ist der Notfall-Patch für PHP2Shell eingespielt, kommt die nächste Meldung: Das PHP-Team hat am 23. Oktober 2026 die Lücke CVE-2026-115560 bekannt gemacht. Diesmal gibt es keinen Notfall-Patch — aber eine Abhilfe, die du in einer Minute erledigt hast.
DAS IST PASSIERT: Eine Lücke, drei Bedingungen
Das PHP-Team beschreibt das Risiko als kurzen Hinweis. Angreifbar ist nur, wer alle drei Punkte erfüllt:
session.serialize_handlersteht in der Konfiguration aufphp_binaryoderphp_serialize.- Die Anwendung stellt ihn zur Laufzeit per
ini_set()aufphpum, bevor siesession_start()aufruft. - Die Session-Upload-Fortschrittsanzeige ist noch aktiv — sie ist standardmäßig eingeschaltet.
Die Kombination ist ungewöhnlich. Genau deshalb entschied sich PHP gegen einen Notfall-Release. Ob die Ursache dieselbe ist wie bei CVE-2026-109619, hat das Team nicht verraten.
DIE ABHILFE: Ein Schalter genügt
Setze in deiner php.ini (oder in der PHP-Konfiguration deines Panels) session.upload_progress.enabled=0. Das schließt den Angriffsweg. Wer diese Einstellung schon wegen CVE-2026-109619 gesetzt hat, muss nichts weiter tun.
Danach PHP-FPM beziehungsweise den Webserver neu laden, damit die Änderung greift. Ein Test mit php -i | grep upload_progress zeigt den aktiven Wert.
WANN KOMMT DER PATCH?
Der Fix soll mit dem nächsten routinemäßigen Bugfix-Release kommen, ein Termin ist nicht genannt. Zusammen mit dem Release will PHP ein ausführliches Advisory veröffentlichen. Die Notfall-Versionen vom 21. Oktober (PHP 8.5.12, 8.4.27, 8.3.36 und 8.2.35) enthalten die Korrektur nicht — sie beheben nur CVE-2026-109618 und CVE-2026-109619.
WIRD DAS SCHON ANGEGRIFFEN?
Bisher nicht. Die seit dem 21. Oktober beobachteten Angriffe zielen laut PHP auf CVE-2026-109618 und CVE-2026-109619. Einen CVSS-Wert nennt das Team für die neue Lücke nicht. Behandle das Thema trotzdem ernst: Nach den Erfahrungen der letzten Tage mit PHP2Shell ist die Zeit zwischen Meldung und Angriff kurz.
FAZIT: Eine Zeile, die sich lohnt
Wer PHP selbst betreibt — auf dem VPS, im Homelab oder in einem Docker-Container — sollte jetzt einmal in die Konfiguration schauen. Bei Webhosting-Paketen ohne Zugriff auf die php.ini lohnt ein Blick ins Panel oder eine Nachfrage beim Anbieter.