Der zweite Dienstag im Monat hat wieder zugeschlagen: Microsoft hat gestern Abend seinen August-Patchday ausgerollt — und der hat es in sich. Je nach Zählung sind es 394 bis 421 Schwachstellen, die auf einen Schlag geschlossen werden. BleepingComputer spricht von rund 400 Lücken, darunter drei Zero-Days. Nach dem Rekord-Juli mit 570 Fixes bleibt der Takt also brutal hoch.
GEFAHR! Dieser Zero-Day wird SCHON JETZT ausgenutzt
Die wichtigste Lücke des Monats heißt CVE-2026-68820 und steckt im Windows-Treiber afd.sys (Ancillary Function Driver for WinSock). Es handelt sich um einen Use-after-Free-Fehler, mit dem sich Angreifer von einem normalen Benutzerkonto auf SYSTEM-Rechte hochhangeln — die höchste Stufe, die Windows zu vergeben hat.
Und das ist keine Theorie: Die Sicherheitsforscher von Check Point berichten, dass die nordkoreanische Hackergruppe Lazarus die Lücke bereits als Zero-Day in echten Angriffen eingesetzt hat. Der Köder: gefälschte Job-Angebote. Wer darauf hereinfiel, bekam eine neue Version des Kernel-Rootkits FudModule untergeschoben — tief im System verankert und für Virenscanner kaum sichtbar.
Zwei weitere Zero-Days waren schon öffentlich bekannt
Dazu kommen zwei Lücken, deren Details bereits vor dem Patch kursierten: CVE-2026-62832 betrifft den Windows User Profile Service und verschafft lokalen Angreifern Administrator-Rechte — die Details decken sich mit der im Juli veröffentlichten Schwachstelle „LegacyHive“. CVE-2026-72971 steckt im Container-Treiber unionfs.sys und erlaubt Manipulationen am Dateisystem.
Das steckt sonst noch im Paket
Neben den Zero-Days verteilt Microsoft Fixes quer durch das gesamte Portfolio: Exchange Server bekommt gleich mehrere Patches (darunter eine als kritisch eingestufte Rechteausweitung), dazu kommen Lücken in Hyper-V, HTTP.sys, NTFS, dem Desktop Window Manager sowie in GitHub Copilot und Visual Studio Code. Über 60 Lücken tragen die Einstufung „kritisch“.
Wenn du einen Exchange-Server oder Hyper-V-Hosts betreibst, gehören die August-Updates ganz nach oben auf deine Liste — gerade Rechteausweitungen sind das Lieblingswerkzeug von Ransomware-Gruppen, sobald sie einen ersten Fuß in der Tür haben.
So patchst du RICHTIG — in 5 Minuten
Für deinen Windows-PC reicht der Klassiker: Einstellungen → Windows Update → Nach Updates suchen, installieren, neu starten. Der Neustart ist Pflicht — viele der Kernel-Fixes greifen erst danach. In Firmenumgebungen mit WSUS oder Intune solltest du die August-Rollups wegen des aktiv ausgenutzten Zero-Days nicht in der üblichen Testschleife versauern lassen, sondern priorisiert freigeben.
Wie schon beim Juli-Patchday mit seinen 622 Lücken gilt: Die schiere Masse ist auch eine Folge von KI-gestützter Bug-Suche — Microsofts eigene KI-Systeme finden inzwischen mehr Fehler, als manchem lieb ist. Für dich heißt das: Patchen wird vom Monatsritual zur Daueraufgabe.
FAZIT: Nicht warten — Lazarus wartet auch nicht
Ein aktiv ausgenutzter Kernel-Zero-Day plus öffentlich bekannte Exploit-Details für zwei weitere Lücken: Das ist die Sorte Patchday, bei der du nicht bis zum Wochenende warten solltest. Fünf Minuten Update jetzt ersparen dir im Zweifel eine sehr lange Woche.