#Netzwerk & Sicherheit · 4 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

PATCH-GIGANT! Microsoft stopft 400 Löcher auf einen Schlag — Lazarus nutzt eines davon SCHON JETZT aus

PATCH-GIGANT! Microsoft stopft 400 Löcher auf einen Schlag — Lazarus nutzt eines davon SCHON JETZT aus

Der zweite Dienstag im Monat hat wieder zugeschlagen: Microsoft hat gestern Abend seinen August-Patchday ausgerollt — und der hat es in sich. Je nach Zählung sind es 394 bis 421 Schwachstellen, die auf einen Schlag geschlossen werden. BleepingComputer spricht von rund 400 Lücken, darunter drei Zero-Days. Nach dem Rekord-Juli mit 570 Fixes bleibt der Takt also brutal hoch.

GEFAHR! Dieser Zero-Day wird SCHON JETZT ausgenutzt

Die wichtigste Lücke des Monats heißt CVE-2026-68820 und steckt im Windows-Treiber afd.sys (Ancillary Function Driver for WinSock). Es handelt sich um einen Use-after-Free-Fehler, mit dem sich Angreifer von einem normalen Benutzerkonto auf SYSTEM-Rechte hochhangeln — die höchste Stufe, die Windows zu vergeben hat.

Und das ist keine Theorie: Die Sicherheitsforscher von Check Point berichten, dass die nordkoreanische Hackergruppe Lazarus die Lücke bereits als Zero-Day in echten Angriffen eingesetzt hat. Der Köder: gefälschte Job-Angebote. Wer darauf hereinfiel, bekam eine neue Version des Kernel-Rootkits FudModule untergeschoben — tief im System verankert und für Virenscanner kaum sichtbar.

Zwei weitere Zero-Days waren schon öffentlich bekannt

Dazu kommen zwei Lücken, deren Details bereits vor dem Patch kursierten: CVE-2026-62832 betrifft den Windows User Profile Service und verschafft lokalen Angreifern Administrator-Rechte — die Details decken sich mit der im Juli veröffentlichten Schwachstelle „LegacyHive“. CVE-2026-72971 steckt im Container-Treiber unionfs.sys und erlaubt Manipulationen am Dateisystem.

Das steckt sonst noch im Paket

Neben den Zero-Days verteilt Microsoft Fixes quer durch das gesamte Portfolio: Exchange Server bekommt gleich mehrere Patches (darunter eine als kritisch eingestufte Rechteausweitung), dazu kommen Lücken in Hyper-V, HTTP.sys, NTFS, dem Desktop Window Manager sowie in GitHub Copilot und Visual Studio Code. Über 60 Lücken tragen die Einstufung „kritisch“.

Wenn du einen Exchange-Server oder Hyper-V-Hosts betreibst, gehören die August-Updates ganz nach oben auf deine Liste — gerade Rechteausweitungen sind das Lieblingswerkzeug von Ransomware-Gruppen, sobald sie einen ersten Fuß in der Tür haben.

So patchst du RICHTIG — in 5 Minuten

Für deinen Windows-PC reicht der Klassiker: Einstellungen → Windows Update → Nach Updates suchen, installieren, neu starten. Der Neustart ist Pflicht — viele der Kernel-Fixes greifen erst danach. In Firmenumgebungen mit WSUS oder Intune solltest du die August-Rollups wegen des aktiv ausgenutzten Zero-Days nicht in der üblichen Testschleife versauern lassen, sondern priorisiert freigeben.

Wie schon beim Juli-Patchday mit seinen 622 Lücken gilt: Die schiere Masse ist auch eine Folge von KI-gestützter Bug-Suche — Microsofts eigene KI-Systeme finden inzwischen mehr Fehler, als manchem lieb ist. Für dich heißt das: Patchen wird vom Monatsritual zur Daueraufgabe.

FAZIT: Nicht warten — Lazarus wartet auch nicht

Ein aktiv ausgenutzter Kernel-Zero-Day plus öffentlich bekannte Exploit-Details für zwei weitere Lücken: Das ist die Sorte Patchday, bei der du nicht bis zum Wochenende warten solltest. Fünf Minuten Update jetzt ersparen dir im Zweifel eine sehr lange Woche.

Häufige Fragen

Welche Lücke ist beim August-Patchday 2026 am gefährlichsten?
CVE-2026-68820 im Windows-Treiber afd.sys. Die Use-after-Free-Lücke verschafft Angreifern SYSTEM-Rechte und wurde laut Check Point bereits von der Lazarus-Gruppe als Zero-Day ausgenutzt, um das Kernel-Rootkit FudModule zu installieren. Betroffen sind praktisch alle unterstützten Windows-Versionen.
Wie viele Schwachstellen behebt der August-Patchday 2026?
Je nach Zählweise zwischen 394 und 421 — BleepingComputer nennt rund 400 Lücken, SecurityWeek zählt 421 CVEs, davon 62 kritisch. Der Unterschied entsteht, weil manche Zählungen auch Browser-Fixes und Drittkomponenten einrechnen. In jedem Fall ist es einer der größten Patchdays des Jahres nach dem Juli-Rekord mit 570 Fixes.
Wie installiere ich die Updates am schnellsten?
Auf dem eigenen PC: Einstellungen öffnen, zu Windows Update wechseln, nach Updates suchen lassen und anschließend neu starten — erst der Neustart aktiviert die Kernel-Fixes. In Unternehmensnetzen solltest du die August-Rollups wegen des aktiv ausgenutzten Zero-Days priorisiert über WSUS oder Intune freigeben.
Gab es schon Angriffe auf normale Nutzer?
Die dokumentierten Lazarus-Angriffe richteten sich gezielt gegen ausgewählte Opfer, die über gefälschte Job-Angebote geködert wurden. Sobald ein Patch erscheint, bauen Kriminelle solche Lücken aber erfahrungsgemäß binnen Tagen in breitere Angriffe ein — deshalb zählt jetzt jede Stunde bis zum Update.

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