Sie ist das Schweizer Taschenmesser für Sicherheitsbewusste: OpenBSD. Am 20. Oktober 2026 ist Version 8.0 erschienen, das 61. Release des Projekts. Kein Spektakel, dafür viel Substanz — vom Kernel bis zu den Netzwerkdiensten.
KERNEL UND PLATTFORMEN
- amd64: Der virtuelle Kernel-Adressraum wächst von 4 GByte auf 512 GByte, und die Direct Map wird zufällig platziert.
- arm64: Hibernate wird unterstützt.
- riscv64: Vector-Erweiterung und AIA-Treiber (imsic, aplic).
- sparc64: Wechsel auf den LLVM-Compiler; die Loongson-Unterstützung wurde eingestellt.
- Suspend/Resume für weitere Geräte, gehärtete Hibernate-Abläufe gegen Überläufe.
VIRTUALISIERUNG UND GRAFIK
Der OpenBSD-Hypervisor vmd(8) kann jetzt bis zu 64 VCPUs pro Gast, unterstützt den x2apic-Modus und MSI/MSI-X-Interrupts für Virtio. Die DRM-Grafiktreiber wurden auf den Stand von Linux 6.18.53 gebracht — inklusive Unterstützung für Intel Arc A-Series (DG2/Alchemist).
NEUE HARDWARE
Neue Treiber heißen samsabi(4), sambat(4) und rkotp(4). Die WLAN-Treiber qwx(4) und qwz(4) bekommen 802.11n und 40-MHz-Kanäle. Ethernet-Support gibt es für Panther Lake und Wildcat Lake (em(4)) sowie den Intel E610 (ix(4)).
SICHERHEIT: Viele Korrekturen, strengere Standards
Fixes betreffen unter anderem pf(4), bpf(4), httpd(8), relayd(8), smtpd(8), bgpd(8), rpki-client(8) und isakmpd(8). Die mitgelieferte libexpat 2.8.4 beseitigt mehrere CVEs. In httpd und relayd gilt als Standard-TLS-Cipher-Satz jetzt „secure“. Neu ist außerdem der RPKI-to-Router-Daemon rtrd(8).
SOFTWARE-STAND
Dabei: OpenSSH 10.6, LibreSSL 4.4.0 und tmux mit modalen Panes. Unter den Paketen finden sich GCC 16.1.0, LLVM/Clang 22.1.8, Firefox 157.0, Go 1.27.1, Python 3.14.7, Node.js 24.21.0 und PostgreSQL 18.6 — je Architektur etwa 9.000 bis 13.000 vorgebaute Pakete.
FAZIT: Für Firewall-Bastler ein Pflichtupdate
Wer OpenBSD als Router, Firewall oder Mail-Gateway betreibt, bekommt Sicherheitsfixes und moderne Hardware-Unterstützung. Vor dem Update gilt wie immer: Release-Notes lesen und ein Backup anlegen.