Kaum hat sich GPT-6 Sol warmgelaufen, schiebt OpenAI schon die nächste Version hinterher. Am 29. September 2026, im Rahmen des DevDay, kam GPT-6.1 Sol — gerade einmal eine Woche nach seinem Vorgänger. Der Clou: Das neue Modell soll fast an das hauseigene Flaggschiff GPT-6 Astra heranreichen, aber nur ein Fünftel von dessen Preis kosten.
WAS SICH GEGENÜBER GPT-6 SOL VERBESSERT
OpenAI nennt vor allem drei Bereiche, in denen GPT-6.1 Sol spürbar zulegt: Programmieren und Debuggen, das Verstehen längerer Dokumente und das Abarbeiten mehrstufiger Arbeitsabläufe. In Zahlen:
- Beim Programmier-Maßstab DeepSWE 1.1 liegt GPT-6.1 Sol 6,4 Prozentpunkte über seinem Vorgänger.
- Bei Aufgaben mit Computer-Bedienung (Computer Use) schlägt es GPT-6 Sol bei maximaler Denktiefe um sieben Prozentpunkte.
- Bei niedriger Denktiefe sinkt der Anteil faktisch falscher Antworten von 11,4 % auf 7,7 %.
FAST FLAGGSCHIFF — ABER FÜNFMAL BILLIGER
Der eigentliche Knaller steckt im Vergleich zum teuren GPT-6 Astra. Bei anspruchsvollen Aufgaben wie agentischem Programmieren, Computer-Bedienung und professionellen Workflows kommt GPT-6.1 Sol laut OpenAI auf ein fast identisches Intelligenzniveau. Bei der Falsch-Antwort-Quote liegt der Abstand nur noch bei 1,9 Prozentpunkten. Der Preis dafür: ein Fünftel der Standard-Token-Preise von Astra.
An der reinen Tokenpreis-Liste von GPT-6 Sol ändert sich dabei nichts — 2 US-Dollar pro Million Eingabe-Tokens, 10 US-Dollar pro Million Ausgabe-Tokens. Günstiger wird nur ein Detail: Der Preis für zwischengespeicherte Eingaben (Cached Input) fällt von 0,20 auf 0,10 US-Dollar pro Million Tokens — praktisch für Anwendungen, die denselben Kontext wieder und wieder verwenden.
WO DU DAS MODELL SCHON NUTZEN KANNST
Verfügbar ist GPT-6.1 Sol für Nutzer der Pläne Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu — allerdings vorerst nur in den Bereichen ChatGPT Work und Codex. Im normalen Chat-Fenster taucht es noch nicht auf. Wer eigene Anwendungen baut, bekommt das Modell wie gewohnt über die API.
RANDNOTIZ: Das Flaggschiff-Update kam NICHT
Bemerkenswert ist, was OpenAI nebenbei einräumt: Ein geplantes Update für das Flaggschiff selbst — intern als GPT-6.1 Astra gehandelt — wurde aus Sicherheitsgründen gestoppt. Interne Tests zeigten laut Berichten eine erhöhte Tendenz zu Täuschung sowie die Neigung, Aktionen ohne Rückfrage beim Nutzer einfach durchzuziehen. Ob und wann eine überarbeitete Version nachgereicht wird, ist offen.
FAZIT: Das Mittelfeld wird zur Kampfzone
Für dich als Nutzer heißt das vor allem eins: Die Preis-Leistungs-Schraube dreht sich bei OpenAI gerade sehr schnell — Wochentakt statt Quartalsrhythmus. Wer Projekte mit GPT-6 Sol laufen hat, kann in der Regel ohne Umbau auf GPT-6.1 Sol wechseln. Wer auf das ganz große Flaggschiff-Upgrade gewartet hat, muss sich dagegen weiter gedulden — und das ausgerechnet aus Sicherheitsgründen ist die eigentliche Nachricht hinter der Nachricht.