#Künstliche Intelligenz · 3 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

UNGLAUBLICH! OpenAIs neue KI löst zehn Mathe-Rätsel, an denen Menschen Jahrzehnte scheiterten

UNGLAUBLICH! OpenAIs neue KI löst zehn Mathe-Rätsel, an denen Menschen Jahrzehnte scheiterten

Zehn Rätsel, an denen die Menschheit teils seit Jahrzehnten scheiterte — gelöst in einer einzigen Nacht Rechenzeit. OpenAI hat am Wochenende sein kommendes Modell Astra angeteasert, und zwar mit einer Machtdemonstration der besonderen Art: der Lösung von zehn seit langem offenen Problemen aus Mathematik und theoretischer Informatik.

UNGLAUBLICH: Fragen, die seit 1999 offen waren

Das Herzstück ist die explizite Konstruktion einer sogenannten nicht-sofischen Gruppe. Diese Frage steht offen, seit der Mathematiker Michail Gromow 1999 das Konzept der Soficity überhaupt erst formulierte. Astra soll außerdem eine Rigiditäts-Vermutung von Alain Connes zu von-Neumann-Algebren widerlegt, die Volumen-Vermutung von Ehrhart bewiesen und gleich drei Probleme aus dem berühmten Katalog von Paul Erdős gelöst haben — darunter Problem 183 zu mehrfarbigen Ramsey-Zahlen.

Für Laien klingt das abstrakt. Der Kern ist: Das sind keine Schulaufgaben, sondern Fragen an der vordersten Front der reinen Mathematik, an denen sich ganze Forscherkarrieren abgearbeitet haben.

HAMMER: Jeder Schritt maschinell geprüft

Damit das Ganze nicht nur eine Behauptung bleibt, hat OpenAI ein 249 Seiten langes Manuskript plus formale Beweis-Zertifikate in Lean 4 auf GitHub veröffentlicht — unter einer freien Apache-2.0-Lizenz. Das Entscheidende dabei: Der sogenannte „sorry“-Zähler des Repositorys steht auf null. In der Welt der formalen Beweise heißt das, dass jeder einzelne Schritt über alle zehn Beweise hinweg vollständig maschinell verifiziert ist. Keine Lücke, kein übersprungenes Argument.

Und der Preis? OpenAI beziffert die Rechenkosten für alle zehn Lösungen auf rund 2.000 Dollar an API-Gebühren. Für Ergebnisse dieser Tragweite ist das ein geradezu winziger Betrag.

WICHTIG: Ein großes Aber

Bei aller Begeisterung gehört ein nüchterner Hinweis dazu: Keines der zehn Ergebnisse hat bislang ein wissenschaftliches Peer-Review durchlaufen. Formal maschinell verifiziert und von der Fachwelt geprüft sind zwei verschiedene Dinge. Die Lean-Zertifikate sind ein starkes Argument, ersetzen aber nicht die unabhängige Begutachtung durch menschliche Mathematiker.

Hinzu kommt: Astra ist noch gar nicht öffentlich verfügbar. Es ist OpenAIs nächstes großes Modell, das bislang nur angekündigt wurde. Die Mathematik-Show ist die Ouvertüre vor dem eigentlichen Start.

FAZIT: Werkzeug, nicht Wunder

Sollten sich die Beweise in der Begutachtung halten, wäre das ein bemerkenswerter Moment: KI als ernstzunehmendes Werkzeug der Grundlagenforschung. Der Flaschenhals verschiebt sich dann von der Erzeugung eines Beweises hin zu seiner Verifikation. Für dich heißt das vor allem: Ergebnis anerkennen, Peer-Review abwarten — und den Hype vom Fakt trennen.

Häufige Fragen

Was hat Astra konkret gelöst?
OpenAI zufolge löste Astra zehn Probleme aus Mathematik und theoretischer Informatik, die jeweils seit zehn oder mehr Jahren offen waren. Darunter die explizite Konstruktion einer nicht-sofischen Gruppe — eine Frage, die seit Michail Gromow 1999 offenstand — sowie die Widerlegung einer Vermutung von Alain Connes und Lösungen zu drei Problemen aus dem Katalog von Paul Erdős.
Sind diese Beweise verlässlich?
Teils. OpenAI veröffentlichte ein 249-seitiges Manuskript und formale Beweis-Zertifikate in Lean 4 auf GitHub. Deren sorry-Zähler steht bei null, das heißt: Jeder Schritt der zehn formalisierten Beweise ist maschinell verifiziert. Der entscheidende Haken: Keines der Ergebnisse hat bislang ein wissenschaftliches Peer-Review durchlaufen.
Was kostete das Ganze?
Laut OpenAI hätten die zur Erzeugung aller zehn Lösungen genutzten Tokens zu den API-Preisen des Modells Sol rund 2.000 Dollar gekostet. Das ist bemerkenswert wenig für Resultate, an denen menschliche Forscher zum Teil über Jahrzehnte gearbeitet haben.
Wann kann ich Astra selbst nutzen?
Noch gar nicht. Astra ist OpenAIs nächstes großes Modell, das bislang nur angeteasert wurde und noch keine öffentliche Freigabe hat. Die Mathematik-Beweise dienen als Machtdemonstration vor dem eigentlichen Start. Ein konkretes Verfügbarkeitsdatum nannte OpenAI zunächst nicht.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert