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Wer Container unter Unraid betreibt, kennt diesen einen Reibungspunkt: Ein Container, ein eigenes Netzwerk. Wollte man einen Dienst gleichzeitig in ein internes Proxy-Netz und in ein Datenbank-Netz hängen, half nur Handarbeit — und die war nach dem nächsten Update wieder weg.
Genau das ändert sich. Am 3. September 2026 ist Unraid OS 7.4.0-beta.2 erschienen, und der Docker-Teil ist der interessanteste Brocken darin.
MEHRERE NETZWERKE — UND SIE ÜBERLEBEN DAS UPDATE
Container-Vorlagen unterstützen jetzt mehrere eigene Netzwerke. Der entscheidende Halbsatz in den Release Notes ist der zweite: Die zusätzlichen Netzwerkanbindungen bleiben erhalten, wenn ein Container neu erstellt oder aktualisiert wird.
Das klingt nach einer Kleinigkeit und ist im Alltag das Gegenteil davon. Wer seine Dienste sauber trennt — Reverse Proxy in ein Netz, Datenbanken in ein zweites, nichts davon direkt nach außen — musste diese Verdrahtung bisher nach jedem Container-Update von Hand nachziehen.
ENDLICH: Ein Speicherlimit pro Container
Die erweiterte Ansicht der Docker-Maske hat ein neues Feld für ein Memory-Limit bekommen. Auch das ist ein Nachziehen zu dem, was Docker längst kann — aber es erspart den Griff in die Extra-Parameter.
Praktisch relevant ist das überall dort, wo ein Dienst gelegentlich ausrastet. Immich beim Neu-Indizieren einer großen Fotobibliothek, ein Media-Server beim Transcodieren, eine Datenbank nach einem Import: Ein hartes Limit sorgt dafür, dass der Ausreißer nicht den ganzen Server in den Swap zieht.
Dazu kommt eine Vorschau für das Container-Symbol direkt im Formular — mit Rückfallbild, wenn die Adresse leer oder kaputt ist. Klein, aber angenehm.
WAS SONST NOCH DRIN STECKT
- Kernel 6.18.47-Unraid — dazu Sicherheitsupdates quer durch die Kernpakete
- Unraid-API auf 4.37.3
- Fortschritt und Status des Movers sind jetzt sichtbar, statt dass man raten muss
- Gemeinsame Verwaltung von Hintergrundaufgaben
- Verbesserte Sicherung des Boot-Geräts
- Konfigurierbares Verhalten des Ein-/Aus-Schalters
- Erweiterte Hardware-Unterstützung
Besonders die Mover-Anzeige dürfte viele freuen. Wer einen Cache-Pool betreibt, kennt das Rätselraten, ob der Mover noch arbeitet oder schon fertig ist.
DAS GROSSE ABER: Beta bleibt Beta
Limetech schreibt es selbst in die Release Notes, und es steht hier bewusst nicht im Kleingedruckten: Beta-Builds gehören auf einen Testserver, nicht auf den Produktivbetrieb.
Wenn auf deinem Unraid-Server die Familienfotos, die Backups und die Mediathek liegen, ist das keine übervorsichtige Floskel. Ein Rückweg von einer Beta ist möglich, aber nichts, was man an einem Dienstagabend machen will.
Wer dieses Update trotzdem ausprobieren möchte, braucht dafür eine zweite Maschine. Ein gebrauchter Mini-PC reicht völlig — ein Minisforum UM890 Pro Mini-PC* etwa hat genug Arbeitsspeicher, um ein paar Container ernsthaft zu testen, und verbraucht im Leerlauf so wenig, dass er dauerhaft mitlaufen kann. Wer noch gar kein Unraid* einsetzt, findet in der Testphase ohnehin den besseren Einstieg als mitten in einem Beta-Zweig.
PARALLEL LÄUFT DER GROSSE UMBAU WEITER
Einordnen sollte man 7.4 im Blick auf das, was danach kommt. Limetech hat für Unraid 8 einen deutlich tieferen Eingriff angekündigt — inklusive nativer Unterstützung für Docker Compose. Die 7.4er-Reihe wirkt daneben wie das solide Zwischenupdate, das den Docker-Unterbau vorbereitet.
Für den Alltag heißt das: Auf dem stabilen Zweig bleiben, die Beta auf der Zweitmaschine anschauen, und die Multi-Netzwerk-Funktion schon einmal in die eigene Container-Struktur einplanen. Wenn sie stabil wird, spart sie eine Menge Handarbeit.