Das Protokoll hinter deinen KI-Tools wird komplett umgebaut. Am 28. Juli ist die neue Version des Model Context Protocol (MCP) erschienen — und Anthropic hat die Unterstützung direkt in Claude gebracht. Der Kern wird stateless, die Anmeldung an Unternehmens-Logins angebunden, und für Apps und Aufgaben gibt es ein sauberes Erweiterungssystem. Das klingt technisch, verändert aber, wie zuverlässig deine Connectors künftig laufen.
UMBRUCH: Vom Dauerdraht zum Frage-Antwort-Modell
Bisher war MCP ein zustandsbehaftetes, bidirektionales Protokoll — Client und Server hielten eine dauerhafte Sitzung. Die neue Spec kippt das auf ein klassisches Request/Response-Modell. Der Initialisierungs-Handshake und der Mcp-Session-Id-Header fallen weg. Der Vorteil: Jede Anfrage kann auf jeder Server-Instanz landen. Damit laufen MCP-Server endlich sauber auf Serverless- und Edge-Infrastruktur.
NEU: Login wie in der echten Welt
Die Autorisierung richtet sich jetzt nach OAuth 2.1 und OpenID Connect. MCP-Server sind damit formal OAuth-Resource-Server und binden sich an Identitätssysteme wie Entra oder Okta — ohne die bisherigen Bastellösungen. Für Firmen, die Claude-Connectors einsetzen, ist das der Schritt Richtung echter Enterprise-Reife.
Was das für dich heißt
Nutzt du Claude nur mit fertigen Connectors, musst du wenig tun — Anthropic hat die Unterstützung nach eigenen Angaben bereits ausgerollt, inklusive neuer Connector-Features wie eingebetteter UI, verwalteter Enterprise-Auth und privater Netzwerk-Tunnel. Baust du eigene MCP-Server, lohnt der Blick in die Migrationshinweise: Wer den Session-Header und den Handshake sauber entfernt, spart sich später Stress und kann günstiger auf Serverless hosten.
FAZIT: Ein Fundament, kein Feuerwerk
Das Update bringt keine schillernde neue Funktion, sondern ein solideres Fundament. Genau das ist gut: Je stabiler und standardisierter MCP wird, desto verlässlicher docken KI-Assistenten an deine Tools an — ob im Homelab oder im Betrieb.