#Netzwerk & Sicherheit · 3 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

FRIST-ALARM! Deine KI-Plattform Langflow wird JETZT gehackt — CISA gab nur 48 Stunden

FRIST-ALARM! Deine KI-Plattform Langflow wird JETZT gehackt — CISA gab nur 48 Stunden

Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA hat am 5. August drei Schwachstellen in ihren Katalog der aktiv ausgenutzten Lücken (KEV) aufgenommen — und eine davon trifft mitten in die Selfhosting-Szene: Langflow, die beliebte Open-Source-Plattform zum Bauen von KI-Workflows, wird über CVE-2026-9198 angegriffen. US-Behörden bekamen nur Zeit bis zum 7. August — ein deutliches Signal, wie ernst die Lage ist.

GEFAHR! Ohne Login zum Super-Admin — und dann Codeausführung

Die Langflow-Lücke ist mit CVSS 9,8 bewertet und erschreckend simpel: Ein Angreifer holt sich über den Endpoint /api/v1/auto_login ein Superuser-Token — ganz ohne Anmeldung. Anschließend schiebt er über /api/v1/validate/code beliebigen Python-Code nach, den der Server per exec() ausführt. Ergebnis: volle Codeausführung auf Standard-Installationen. Betroffen sind die Versionen 1.0.0 bis 1.10.0, der Fix steckt in Version 1.10.1 vom Juli.

Langflow steht nicht zum ersten Mal im Feuer: Schon im Mai und Juni wurden kritische Lücken aktiv ausgenutzt, im Juli jagte ein Botnetz gezielt offene KI-Dienste. Wer Langflow betreibt, sollte Updates inzwischen wie Zähneputzen behandeln: täglich prüfen.

AUCH DABEI: Tomcat-Verschlüsselung ausgehebelt und das N-central-Déjà-vu

Nummer zwei im KEV-Paket ist Apache Tomcat: CVE-2026-34486 (CVSS 7,5) erlaubt es, den EncryptInterceptor zu umgehen — Cluster-Traffic, der eigentlich verschlüsselt sein sollte, lässt sich dann mitlesen. Nummer drei kennst du schon aus unserer Meldung von Dienstag: Der unvollständige Patch der N-able-N-central-Lücke (CVE-2026-18577) wird jetzt offiziell als aktiv ausgenutzt geführt. Erst Version 2026.3.1.7 dichtet die Fernwartungs-Konsole wirklich ab.

Brisantes Detail am Rande: Sicherheitsforscher von Unit 42 bringen eine der laufenden Angriffskampagnen mit einem KI-gestützten Hacking-Agenten auf DeepSeek-Basis in Verbindung. Automatisierte Angreifer scannen schneller, als Admins patchen — die Frist von 48 Stunden kommt nicht von ungefähr.

So sicherst du dein Homelab in 5 MINUTEN

Erstens: Läuft bei dir Langflow? Dann prüfe die Version und ziehe sofort das Update auf 1.10.1 oder neuer. Zweitens: Stelle KI-Tools wie Langflow, Flowise oder Ollama niemals direkt ins Internet — packe sie hinter ein VPN oder einen Reverse Proxy mit Authentifizierung. Drittens: Suche in den Logs nach verdächtigen Aufrufen von auto_login und validate/code. Wenn du fündig wirst, gilt die Instanz als kompromittiert: neu aufsetzen, Secrets tauschen.

Häufige Fragen

Welche Versionen sind von der Langflow-Lücke betroffen?
CVE-2026-9198 betrifft Langflow OSS in den Versionen 1.0.0 bis einschließlich 1.10.0. Der Fehler wurde im Juli 2026 mit Version 1.10.1 behoben. Wer eine ältere Version betreibt, sollte umgehend aktualisieren — die Lücke wird laut CISA bereits aktiv ausgenutzt und erfordert keinerlei Anmeldung.
Wie merke ich, ob meine Langflow-Instanz schon angegriffen wurde?
Prüfe die Server-Logs auf ungewöhnliche Zugriffe auf die Endpoints /api/v1/auto_login und /api/v1/validate/code, besonders von unbekannten IP-Adressen. Verdächtig sind auch neue Superuser-Konten, unbekannte Flows oder ausgehende Verbindungen des Servers. Im Zweifel gilt: Instanz als kompromittiert behandeln, neu aufsetzen und alle hinterlegten API-Keys erneuern.
Ich nutze Tomcat oder N-central — was muss ich tun?
Bei Tomcat solltest du auf die aktuelle gepatchte Version gehen, wenn du den EncryptInterceptor für Cluster-Kommunikation einsetzt — die Lücke CVE-2026-34486 hebelt genau diese Verschlüsselung aus. Bei N-able N-central ist Version 2026.3.1.7 Pflicht, denn der erste Patch war unvollständig. Zusätzlich empfiehlt sich dort ein Passwort- und MFA-Reset für Admin-Konten.
Gab es schon aktive Angriffe?
Ja — genau deshalb stehen alle drei Lücken jetzt im KEV-Katalog der CISA, der ausschließlich nachweislich ausgenutzte Schwachstellen listet. US-Bundesbehörden mussten bis zum 7. August patchen. Details zu den Langflow-Angriffen nennt CISA nicht, aber Unit 42 verknüpft eine Kampagne mit einem KI-gestützten Hacking-Agenten.

Quellen: The Hacker News · BleepingComputer · SecurityWeek

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