Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA hat am 5. August drei Schwachstellen in ihren Katalog der aktiv ausgenutzten Lücken (KEV) aufgenommen — und eine davon trifft mitten in die Selfhosting-Szene: Langflow, die beliebte Open-Source-Plattform zum Bauen von KI-Workflows, wird über CVE-2026-9198 angegriffen. US-Behörden bekamen nur Zeit bis zum 7. August — ein deutliches Signal, wie ernst die Lage ist.
GEFAHR! Ohne Login zum Super-Admin — und dann Codeausführung
Die Langflow-Lücke ist mit CVSS 9,8 bewertet und erschreckend simpel: Ein Angreifer holt sich über den Endpoint /api/v1/auto_login ein Superuser-Token — ganz ohne Anmeldung. Anschließend schiebt er über /api/v1/validate/code beliebigen Python-Code nach, den der Server per exec() ausführt. Ergebnis: volle Codeausführung auf Standard-Installationen. Betroffen sind die Versionen 1.0.0 bis 1.10.0, der Fix steckt in Version 1.10.1 vom Juli.
Langflow steht nicht zum ersten Mal im Feuer: Schon im Mai und Juni wurden kritische Lücken aktiv ausgenutzt, im Juli jagte ein Botnetz gezielt offene KI-Dienste. Wer Langflow betreibt, sollte Updates inzwischen wie Zähneputzen behandeln: täglich prüfen.
AUCH DABEI: Tomcat-Verschlüsselung ausgehebelt und das N-central-Déjà-vu
Nummer zwei im KEV-Paket ist Apache Tomcat: CVE-2026-34486 (CVSS 7,5) erlaubt es, den EncryptInterceptor zu umgehen — Cluster-Traffic, der eigentlich verschlüsselt sein sollte, lässt sich dann mitlesen. Nummer drei kennst du schon aus unserer Meldung von Dienstag: Der unvollständige Patch der N-able-N-central-Lücke (CVE-2026-18577) wird jetzt offiziell als aktiv ausgenutzt geführt. Erst Version 2026.3.1.7 dichtet die Fernwartungs-Konsole wirklich ab.
Brisantes Detail am Rande: Sicherheitsforscher von Unit 42 bringen eine der laufenden Angriffskampagnen mit einem KI-gestützten Hacking-Agenten auf DeepSeek-Basis in Verbindung. Automatisierte Angreifer scannen schneller, als Admins patchen — die Frist von 48 Stunden kommt nicht von ungefähr.
So sicherst du dein Homelab in 5 MINUTEN
Erstens: Läuft bei dir Langflow? Dann prüfe die Version und ziehe sofort das Update auf 1.10.1 oder neuer. Zweitens: Stelle KI-Tools wie Langflow, Flowise oder Ollama niemals direkt ins Internet — packe sie hinter ein VPN oder einen Reverse Proxy mit Authentifizierung. Drittens: Suche in den Logs nach verdächtigen Aufrufen von auto_login und validate/code. Wenn du fündig wirst, gilt die Instanz als kompromittiert: neu aufsetzen, Secrets tauschen.
Häufige Fragen
Welche Versionen sind von der Langflow-Lücke betroffen?
Wie merke ich, ob meine Langflow-Instanz schon angegriffen wurde?
Ich nutze Tomcat oder N-central — was muss ich tun?
Gab es schon aktive Angriffe?
Quellen: The Hacker News · BleepingComputer · SecurityWeek