#Homelab · 5 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

VERSIONSSPRUNG! Jellyfin 12 ist da — und wirft deine alten Plugins gnadenlos raus

VERSIONSSPRUNG! Jellyfin 12 ist da — und wirft deine alten Plugins gnadenlos raus

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Jellyfin 12.0 ist am 7. September erschienen — die 10.12 gibt es nicht, das Projekt hat die feste 10er-Vorsilbe abgeschafft.
  • Der Server läuft jetzt auf .NET 10, und mehrere Plugin-Schnittstellen haben sich geändert: Plugins für 10.11 laden nicht mehr.
  • Die Datenbank wird migriert — ein Rollback ohne vollständige Wiederherstellung ist nicht möglich. Und die Migration bricht ab, wenn zwei Benutzernamen sich nur in der Groß- und Kleinschreibung unterscheiden.
  • Die alten API-Pfade /emby/ und /mediabrowser/ sind weg. Nicht mehr gepflegte Clients werden damit unbrauchbar.

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Auf diesen Release haben Jellyfin-Nutzer lange gewartet — und er ist genau so geworden, wie es das Projekt angekündigt hatte: ein großer Schritt nach vorn, der unterwegs einiges abwirft. Wer einfach auf „Update“ klickt, kann morgen ohne Plugins und mit einem Client dastehen, der sich nicht mehr anmeldet.

Warum aus 10.12 eine 12 wurde

Jellyfin hing seit Jahren an der Versionsnummer 10.x fest. Diese Vorsilbe ist jetzt Geschichte: Nach 10.11 folgt 12.0. Der Sprung ist kein Marketing, sondern ein Signal. Unter der Haube wurde die Datenbank umgebaut, die Leistung überarbeitet und die Kompatibilität zu alten Plugins und nicht mehr gepflegten Drittanbieter-Clients bewusst aufgegeben.

Inhaltlich führt 12.0 den Weg von 10.11 fort: Was die Datenbank-Umstellung begonnen hat, wird fertiggestellt und in echte Geschwindigkeit umgesetzt. Dazu kommt endlich richtige Unterstützung für Bücher und Comics — ein Punkt, der jahrelang auf Wunschlisten stand.

Die vier Bruchstellen im Detail

1. Die Datenbank. Die Migration ist eine Einbahnstraße. Ohne vollständiges Backup kommst du nicht zurück auf 10.11. Besonders tückisch: Wenn dein Server zwei Benutzer hat, deren Namen sich nur durch Groß- und Kleinschreibung unterscheiden, scheitert die Migration. Ab 12.0 darf es solche Namenspaare nicht mehr geben, und Namen lassen sich zwischen Groß- und Kleinschreibung wechseln.

2. Die Plugins. Geändert haben sich unter anderem ISearchEngine, IAuthenticationProvider.HasPassword, Teile von IItemRepository und einige Mitglieder von IUserManager. Alles, was für 10.11 gebaut wurde, braucht einen neuen Build vom jeweiligen Autor. Die Empfehlung aus dem Projekt: Alle Repository-Plugins vor der Migration entfernen und danach einzeln wieder hinzufügen.

3. Die alten API-Pfade. /emby/ und /mediabrowser/ sind vollständig entfernt. Wenn auf dem Fernseher noch ein altes Client-Fossil läuft, das seit Jahren keine Updates bekommt, ist jetzt Schluss. Prüfe das vor dem Update, nicht danach — sonst diskutierst du am Abend mit der Familie über das Wohnzimmer-Streaming.

4. Sicherheit. Der Release bringt Sicherheitskorrekturen mit, und Plugin-Pakete mit unsicheren Namen werden jetzt abgewiesen. Das ist gut, sorgt aber zusätzlich dafür, dass manches alte Paket schlicht nicht mehr angenommen wird.

So gehst du das Update sauber an

  • Erst sichern, dann klicken. Datenbank, Konfiguration und Metadaten gehören auf ein Medium, das nicht am Server hängt. Eine robuste externe SSD wie die Samsung Portable SSD T7 Shield* reicht dafür völlig und ist schnell genug, dass die Sicherung nicht zur Geduldsprobe wird.
  • Benutzernamen prüfen. Gibt es „Anna“ und „anna“? Dann einen der beiden vorher umbenennen, sonst bleibt die Migration stehen.
  • Plugin-Liste dokumentieren, dann alle Nicht-Standard-Plugins entfernen, migrieren, und danach schauen, welche schon eine 12er-Fassung haben.
  • Clients inventarisieren. Jedes Gerät einmal anfassen: aktuelle App-Version? Wird sie noch gepflegt? Alles andere fällt raus.
  • Auf einem Testsystem probieren. Wer den Medienserver für die ganze Familie betreibt, spielt so ein Update nicht am Produktiv-System durch. Ein sparsamer Mini-PC wie der Minisforum UM890 Pro* ist dafür ein dankbarer Zweitserver — und bleibt danach als Spielwiese für Container übrig.

Lohnt sich der Umstieg jetzt?

Wenn dein Server schlank aufgesetzt ist, wenig oder keine Plugins nutzt und alle Clients aktuell sind: ja, dann bekommst du die Leistungsverbesserungen und die Sicherheitskorrekturen mit vergleichsweise wenig Risiko. Wenn dein Jellyfin dagegen ein gewachsenes Gebilde mit fünf Plugins, zwei Sonderclients und einer Datenbank aus 10.9-Zeiten ist, dann plane einen Nachmittag ein — und starte mit dem Backup, nicht mit dem Update-Knopf.

Häufige Fragen

Kann ich nach dem Update wieder auf 10.11 zurück?

Nur durch eine vollständige Wiederherstellung aus einem Backup, das vor der Migration entstanden ist. Die Datenbankänderungen lassen sich nicht zurückrollen. Genau deshalb ist die Sicherung hier keine Empfehlung, sondern Voraussetzung.

Warum scheitert meine Migration mit einem Benutzerfehler?

Weil zwei Konten existieren, deren Namen sich nur in der Groß- und Kleinschreibung unterscheiden. Ab 12.0 sind solche Paare nicht mehr erlaubt. Benenne eines der Konten um, bevor du migrierst — danach kannst du Namen ohnehin zwischen Groß- und Kleinschreibung wechseln.

Funktionieren meine bisherigen Plugins weiter?

Plugins, die für 10.11 gebaut wurden, laden auf 12.0 nicht. Der Server zielt jetzt auf .NET 10, und mehrere Schnittstellen haben sich geändert. Die Autoren müssen neue Builds veröffentlichen. Praktisch heißt das: vor der Migration entfernen, danach einzeln prüfen und wieder aufnehmen.

Welche Clients hören auf zu funktionieren?

Alle, die noch über die alten Pfade /emby/ oder /mediabrowser/ sprechen. Das betrifft vor allem alte Smart-TV-Apps und Projekte, die seit Jahren nicht mehr gepflegt werden. Teste jedes Gerät vor dem Update, damit du weißt, wo du danach eine Alternative brauchst.

Quellen

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