#Homelab · 4 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

HOMELAB-HAMMER! Incus 7.3 teilt deine Grafikkarte mit den VMs — ganz ohne Passthrough-Gefrickel

HOMELAB-HAMMER! Incus 7.3 teilt deine Grafikkarte mit den VMs — ganz ohne Passthrough-Gefrickel

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Wer im Homelab schon einmal eine Grafikkarte an eine VM durchreichen wollte, kennt das Drama: vfio-pci, IOMMU-Gruppen, Kernel-Parameter — und am Ende ist die GPU für den Host verloren. Incus 7.3, seit dem 1. August verfügbar, räumt damit auf: Die neue Version teilt die GPU gleichzeitig zwischen Host und virtuellen Maschinen.

GENIAL GELÖST: Die GPU bleibt, die VMs rechnen trotzdem mit

Herzstück des Releases ist der neue GPU-Gerätetyp „native context“. Er kombiniert virtio-gpu mit virglrenderer und reicht die Beschleunigung über den DRM native context an den Gast weiter. Der entscheidende Unterschied zum klassischen Passthrough: Die Karte wird nicht an vfio-pci umgebunden und nicht exklusiv übergeben. Der Host behält seine GPU — und kann sie parallel weiternutzen, während eine oder mehrere VMs 3D-Beschleunigung bekommen.

Das ist genau das Setup, von dem Bastler bisher nur bei Containern profitierten: Eine Mittelklasse-GPU, viele Nutznießer. Für lokale KI-Spielereien, Desktop-VMs oder Render-Jobs in der Testumgebung fällt damit eine der größten Hürden weg.

NICHT VERGESSEN: 13 Sicherheitslücken gestopft

Neben dem Grafik-Feature ist Incus 7.3 auch ein Pflicht-Update aus Sicherheitssicht: Laut Release-Informationen werden 13 Schwachstellen behoben — neun davon kritisch, zwei hoch, zwei mittel eingestuft. Wer Incus produktiv oder von außen erreichbar betreibt, sollte das Update deshalb nicht auf die lange Bank schieben.

Dazu kommen zwei Komfort-Verbesserungen: Das Port-Forwarding wurde vereinfacht, und mit dem neuen Low-Level-Befehl incus nvram lassen sich UEFI-NVRAM-Variablen einer VM direkt verwalten — etwa Boot-Geräte und Boot-Reihenfolge ändern, ohne in die Firmware-Oberfläche des Gasts zu müssen.

KURZ ERKLÄRT: Was ist Incus überhaupt?

Incus ist der Community-Fork von Canonicals LXD und verwaltet Systemcontainer und virtuelle Maschinen unter einem Dach — per CLI, API oder Web-UI. Das Projekt wird von LXC-Urgestein Stéphane Graber gepflegt und hat sich im Homelab als schlanke Alternative zu Proxmox etabliert: kein eigenes Betriebssystem-Image, läuft auf jeder gängigen Distribution, ideal für den Mini-PC unterm Schreibtisch.

Apropos Hardware: Für den Einstieg ins GPU-Sharing reicht schon eine bezahlbare Karte wie die ASUS RTX 5060 Ti 16GB* — und als sparsamer Incus-Host macht ein Mini-PC wie der Minisforum UM790 Pro* eine gute Figur.

FAZIT: Kleines Release, großer Homelab-Gewinn

Incus liefert seit Monaten in einem beeindruckenden Takt, und 7.3 ist eines der rundesten Releases der Serie: ein echtes Alleinstellungs-Feature (geteilte GPU ohne Passthrough-Schmerzen), dazu handfeste Sicherheitsfixes und Admin-Komfort. Wenn du bisher auf Proxmox festgenagelt bist, ist das ein guter Anlass, Incus auf einer Testkiste anzuschauen — die Einstiegshürde war nie niedriger.

Häufige Fragen

Was ist Incus und wofür brauche ich es?
Incus ist ein Manager für Systemcontainer und virtuelle Maschinen unter Linux — entstanden als Community-Fork von Canonicals LXD, gepflegt von Stéphane Graber. Es läuft auf gängigen Distributionen, lässt sich per Kommandozeile, API oder Web-UI steuern und ist im Homelab eine schlanke Alternative zu Proxmox, wenn du kein komplettes Hypervisor-Betriebssystem installieren willst.
Was bringt der neue GPU-Modus gegenüber Passthrough?
Beim klassischen Passthrough wird die Grafikkarte an vfio-pci gebunden und exklusiv einer VM übergeben — der Host verliert sie komplett. Der neue native-context-Typ in Incus 7.3 teilt die GPU stattdessen über virtio-gpu und DRM native context: Host und Gast nutzen dieselbe Karte gleichzeitig. Das spart Hardware und den ganzen IOMMU-Konfigurationsaufwand.
Muss ich sofort auf Incus 7.3 updaten?
Empfehlenswert ist es: Das Release stopft 13 Sicherheitslücken, davon neun kritische. Gerade wenn dein Incus-Host aus dem Netz erreichbar ist oder mehrere Nutzer Zugriff haben, solltest du zeitnah aktualisieren. Das Feature-Paket mit GPU-Sharing und UEFI-NVRAM-Verwaltung gibt es dann obendrauf.
Funktioniert das GPU-Sharing auch in Proxmox?
Nein, das native-context-Feature ist Incus-spezifisch. Proxmox setzt für VMs weiterhin auf klassisches PCI-Passthrough oder — bei passenden Karten — auf Herstellerlösungen wie SR-IOV beziehungsweise vGPU. Wer geteilte 3D-Beschleunigung ohne diese Hürden testen will, braucht dafür aktuell einen Incus-Host.

Quellen: Linuxiac, Linux Containers Forum, GitHub — lxc/incus

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