Wer Claude Code nutzt und seinen Code bei GitLab liegen hat, kennt das Gefühl: Alles fühlt sich ein bisschen an, als wäre man Gast bei einer GitHub-Party.
Das ändert sich gerade. Innerhalb von vier Tagen hat Anthropic gleich zwei GitLab-Bausteine nachgeliefert — und der zweite kam erst am 17. August.
SCHRITT 1: Merge-Request-URLs für Worktrees und Agents
Los ging es am 14. August mit Version 2.1.233. Seitdem versteht Claude Code GitLab-Merge-Request-URLs an zwei Stellen:
- beim
--worktree-Schalter, mit dem du für einen Änderungsstand ein eigenes Arbeitsverzeichnis aufmachst - in der
claude agents-Ansicht, in der laufende Agenten-Sitzungen aufgelistet werden
Merge-Requests erscheinen dort in GitLab-Schreibweise als !N — nicht als #N wie Pull-Requests bei GitHub. Klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber genau der Punkt, an dem Werkzeuge sonst durcheinanderkommen.
SCHRITT 2: das MR-Badge in der Statusleiste
Am 17. August kam der sichtbare Teil dazu: ein Merge-Request-Badge in Footer und Statusline.
Die Bedingungen sind schnell erzählt. Hat dein Repository ein GitLab-Remote und ist die glab-CLI angemeldet, zeigt Claude Code jetzt MR !N direkt in der Leiste — samt Zustand:
- draft — der Merge-Request ist noch ein Entwurf
- pending — die Pipeline läuft gerade
- green — alles durch, bereit zum Mergen
Damit siehst du den Zustand deines Merge-Requests, ohne den Browser zu öffnen. Für alle, die den halben Tag im Terminal verbringen, ist das exakt die Art von Funktion, die man nach zwei Tagen nicht mehr missen will.
SO RICHTEST DU ES EIN
Voraussetzung ist die glab-CLI, das offizielle Kommandozeilen-Werkzeug für GitLab. Anmelden geht so:
glab auth login
Danach führt dich der Assistent durch die Auswahl der Instanz — auch eine selbst gehostete GitLab-Installation lässt sich hier angeben — und durch die Token-Eingabe. Prüfen kannst du das Ergebnis mit:
glab auth status
Steht die Anmeldung und hat dein Repository ein GitLab-Remote, taucht das Badge ohne weitere Konfiguration auf.
NICHT ÜBERSEHEN: zwei stille Neuerungen in 2.1.233
Version 2.1.233 hat noch zwei Punkte im Gepäck, die im GitLab-Trubel untergegangen sind — und die im Homelab durchaus interessant sind:
- Optionale memory-cgroup-Unterstützung für Bash-Kommandos unter Linux. Damit lässt sich der Speicherverbrauch von Befehlen begrenzen, die Claude Code ausführt. Wer auf einem knapp bemessenen Mini-PC arbeitet, verhindert damit, dass ein einzelner Prozess die Kiste in die Knie zwingt.
- Konfigurierbare Cache-Lebensdauer für WebFetch per Umgebungsvariable. Wer viel mit Dokumentationsseiten arbeitet, kann damit steuern, wie lange abgerufene Inhalte vorgehalten werden.
WARUM DAS MEHR IST ALS EIN CHANGELOG-EINTRAG
GitLab ist im europäischen Raum und besonders im deutschsprachigen Mittelstand deutlich stärker verbreitet, als es die Berichterstattung vermuten lässt. Dazu kommen selbst gehostete Instanzen im Homelab.
Dass ein KI-Werkzeug diese Welt nicht mehr nur am Rand mitnimmt, sondern GitLab-Zustände direkt in die Arbeitsumgebung holt, ist für genau diese Gruppe der Unterschied zwischen „geht irgendwie“ und „passt“.
FAZIT: kleine Funktion, spürbarer Alltag
Kein Modellsprung, keine Schlagzeile — aber eine dieser Verbesserungen, die man täglich merkt. Wer glab schon eingerichtet hat, bekommt das Badge geschenkt. Wer nicht, braucht dafür zwei Minuten.