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RÜCKKEHR BESTÄTIGT! Automattic macht Mullenweg wieder zum Chef — drei Tage nach dem Rauswurf

RÜCKKEHR BESTÄTIGT! Automattic macht Mullenweg wieder zum Chef — drei Tage nach dem Rauswurf

Am Freitag haben wir über einen Führungsstreit bei Automattic berichtet, bei dem eine entscheidende Frage offen blieb: Der Gründer behauptete, wieder das Sagen zu haben — das Unternehmen schwieg dazu. Dieses Schweigen ist jetzt beendet.

DIE BESTÄTIGUNG KAM AM SAMSTAGABEND

Nach Angaben von TechCrunch hat ein Unternehmenssprecher am 12. September kurz nach 17 Uhr US-Ostküstenzeit erklärt, dass Matt Mullenweg wieder Vorstandsvorsitzender und Aufsichtsratsvorsitzender von Automattic ist — und zwar mit der vollen Unterstützung des Aufsichtsrats.

Damit endet ein Vorgang, der in drei Tagen einmal komplett durchlief: Absetzung, Gegenwehr, Rückkehr.

DER ABLAUF IN DREI TAGEN

9. September: Der Aufsichtsrat versetzt Mullenweg in eine bezahlte Freistellung. Finanzchef Mark Davies übernimmt übergangsweise die Geschäftsführung, laut Mitteilung mit dem vollen Vertrauen des Gremiums. Einen Grund nennt das Unternehmen nicht.

Noch am selben Tag: Mullenweg meldet sich im internen Slack des Unternehmens zu Wort. Er wirft Aufsichtsratsmitgliedern vor, gegen ihn gearbeitet zu haben, berichtet von nur 50 Minuten Vorlauf vor der Abstimmung und davon, dass seine Bitte um eine unabhängige juristische Prüfung abgelehnt worden sei.

11. September: Keine 48 Stunden nach der Freistellung teilt er den Beschäftigten mit, er habe die Kontrolle zurück und der Aufsichtsrat sei wieder einig. Mehrere Quellen berichten TechCrunch außerdem, dass er andere Administratoren aus dem Firmen-Slack entfernt habe.

12. September: Automattic bestätigt seine Rückkehr offiziell.

UNGEKLÄRT: WARUM ÜBERHAUPT?

Bemerkenswert ist, was nicht gesagt wurde. Für die ursprüngliche Freistellung hat das Unternehmen bis heute keine Begründung geliefert. Auch zur Frage, was sich in diesen drei Tagen im Aufsichtsrat geändert hat, gibt es keine offizielle Darstellung.

Was in der Zwischenzeit an Vermutungen kursierte — etwa über die Beteiligung einzelner Investoren —, stammte aus Mullenwegs eigenen Schilderungen und ist nicht belegt. Wir führen es hier bewusst nicht als Tatsache auf.

WAS DAS FÜR DEINE WORDPRESS-SEITE BEDEUTET

Erst einmal: nichts. Und das ist der wichtigste Satz dieses Artikels.

WordPress ist freie Software. Der Code, der auf deinem Server läuft, gehört nicht Automattic. WordPress.org, das Projekt und die Plugin-Verzeichnisse sind organisatorisch etwas anderes als die Firma Automattic, auch wenn die Verbindungen eng sind. Wenn du dein WordPress selbst hostest, ändert sich durch diese Personalie an deiner Installation kein Byte.

Konkret betroffen bist du, wenn du zahlender Kunde von Automattic-Diensten bist — also WordPress.com, WooCommerce-Erweiterungen, Jetpack oder Akismet nutzt. Auch dort gibt es aktuell keine Anzeichen für Störungen.

EXTRA-TIPP: DIE LEHRE FÜR DEIN SETUP

Trotzdem taugt die Geschichte als Erinnerung. Wenn eine einzelne Person in wenigen Stunden Administratorrechte in der zentralen Kommunikation eines Milliardenunternehmens umverteilen kann, ist die Frage naheliegend: Wie viel hängt in deinem eigenen Aufbau an genau einem Zugang?

Drei Dinge, die sich heute in einer halben Stunde erledigen lassen:

  • Ein Backup, das nicht beim Anbieter liegt. Eine Sicherung, die im selben Konto liegt wie die Seite, ist keine Sicherung, sondern eine Kopie.
  • Ein zweiter Administrator mit eigenem Konto und Zwei-Faktor-Anmeldung — für den Fall, dass ein Zugang ausfällt.
  • Die Domain getrennt halten. Wer Domain, Hosting und Backup bei einem einzigen Anbieter liegen hat, verliert im Streitfall alles gleichzeitig.

FAZIT: VIEL AUFREGUNG, WENIG TECHNISCHE FOLGEN

Für WordPress als Software ist diese Woche folgenlos geblieben. Für die Frage, wie stabil die Führung des größten Unternehmens im WordPress-Umfeld ist, war sie es nicht. Die offene Begründung fehlt weiterhin — und genau die wäre das eigentlich Interessante.

Häufige Fragen

Ist Matt Mullenweg jetzt wieder CEO von Automattic?
Ja. Ein Unternehmenssprecher hat gegenüber TechCrunch am 12. September bestätigt, dass Mullenweg wieder Vorstands- und Aufsichtsratsvorsitzender ist, mit der vollen Unterstützung des Gremiums. Der zwischenzeitliche Interims-Chef war Finanzchef Mark Davies.
Warum wurde er überhaupt freigestellt?
Das ist weiterhin unklar. Automattic hat für die Freistellung am 9. September keine Begründung veröffentlicht und auch nicht erklärt, warum die Entscheidung drei Tage später zurückgenommen wurde. Alle kursierenden Erklärungen stammen aus Mullenwegs eigenen internen Mitteilungen und sind nicht unabhängig belegt.
Ändert sich dadurch etwas an meiner WordPress-Installation?
Nein. WordPress ist freie Software, und der Code auf deinem Server ist von der Personalie nicht betroffen. WordPress.org und die Plugin-Verzeichnisse laufen unverändert weiter. Betroffen wären allenfalls kostenpflichtige Automattic-Dienste wie WordPress.com, Jetpack oder Akismet — dort sind derzeit keine Störungen bekannt.
Sollte ich vorsichtshalber etwas tun?
Nichts Dringendes. Sinnvoll ist ohnehin, was unabhängig von dieser Nachricht gilt: ein Backup, das außerhalb des Hosting-Kontos liegt, ein zweiter Administratorzugang mit Zwei-Faktor-Anmeldung und Domain, Hosting und Sicherung nicht alle beim selben Anbieter.

Quellen

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