Hinweis: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links (mit * gekennzeichnet). Kaufst du über einen dieser Links, erhalte ich eine kleine Provision — für dich ändert sich der Preis nicht.
Über zwei Jahrzehnte lang galt bei Proxmox eine eiserne Regel: x86-64 oder gar nichts. Wer den beliebten Hypervisor auf einem Arm-Board ausprobieren wollte, musste zu inoffiziellen Community-Ports greifen — ohne Support, ohne Garantie. Damit ist jetzt Schluss: Am 5. August hat Proxmox Server Solutions die erste offiziell unterstützte Arm64-Edition von Proxmox VE veröffentlicht.
UNGLAUBLICH: Volle Feature-Parität ab Tag eins
Das Beeindruckendste an der Ankündigung: Die Arm64-Version ist kein abgespecktes Experiment. Sie bringt laut Proxmox komplette Feature-Parität mit der x86-Version mit — und zwar über den gesamten Stack:
- KVM-Virtualisierung für vollwertige VMs
- LXC 7.0 für schlanke Container
- ZFS 2.4 und Ceph als Storage-Backends
- Web-Oberfläche, Software-Defined Networking, HA-Clustering und Backups — alles wie gewohnt
Technisch basiert die Edition auf Debian 13.5 „Trixie“ mit QEMU 11.0 und einem stabilen Kernel der 7er-Serie. Wichtig: Arm64 und x86-64 teilen sich denselben Code, dieselben Paket-Repositories und denselben Release-Zyklus. Du bekommst also keine Version zweiter Klasse, die Updates Monate später erhält.
NVIDIA zuerst — dein Raspberry Pi muss noch warten
Validiert ist der Start auf NVIDIAs Grace- und Vera-CPUs — also auf dicker Rechenzentrums-Hardware für KI-Infrastruktur. Das passt zur Ende Juli angekündigten Zusammenarbeit zwischen Proxmox und NVIDIA, bei der Proxmox in NVIDIAs KI-Fabriken einzieht.
Heißt für dich: Ob und wann kleine Arm-Boards wie der Raspberry Pi offiziell unterstützt werden, ist noch offen. Da die Arm64-Edition aber auf dem regulären Debian-Unterbau läuft, ist die Tür für sparsame Homelab-Hardware so weit offen wie nie. Die Community testet bereits fleißig.
Darum ist das ein GAME-CHANGER fürs Homelab
Arm-Prozessoren verbrauchen deutlich weniger Strom als vergleichbare x86-Chips — bei Dauerläufern wie einem Homelab-Server zählt jedes Watt doppelt. Bisher musstest du dich zwischen Proxmox (x86, mehr Verbrauch) und Arm-Alternativen ohne offiziellen Proxmox-Support entscheiden. Diese Grenze fällt jetzt Stück für Stück.
Und noch ein Punkt: Mit offiziellen Arm64-Paketen wird Proxmox für Cloud-Instanzen auf Arm-Basis interessant, die bei vielen Anbietern günstiger sind als x86-Maschinen.
EXTRA-TIPP: Erst schlau machen, dann migrieren
Wenn du tiefer in Proxmox einsteigen willst, bevor du an Architektur-Experimente denkst, lohnt sich ein Blick in das Proxmox VE 9 Praxisbuch* — die Grundlagen zu Clustern, Storage und Backups gelten auf Arm64 genauso wie auf x86.
FAZIT: Historischer Schritt mit Ansage
Proxmox bricht das x86-Monopol im eigenen Haus — kontrolliert, mit voller Feature-Parität und zunächst auf validierter NVIDIA-Hardware. Für dein Homelab ist das heute noch kein Umzugsbefehl, aber ein klares Signal: Die Arm-Zukunft von Proxmox hat offiziell begonnen.