#Netzwerk & Sicherheit · 3 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

ANGRIFFS-WELLE! Hacker kapern jetzt TeamCity-Server ohne Login — CISA-Frist läuft MORGEN ab

ANGRIFFS-WELLE! Hacker kapern jetzt TeamCity-Server ohne Login — CISA-Frist läuft MORGEN ab

Vor gut einer Woche haben wir dich vor der kritischen TeamCity-Lücke gewarnt — damals war sie „nur“ gefährlich. Jetzt ist der Ernstfall da: Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA hat CVE-2026-63077 am 5. August in ihren Katalog der aktiv ausgenutzten Schwachstellen (KEV) aufgenommen. Im Klartext: Angreifer nutzen die Lücke bereits für echte Angriffe.

GEFAHR! Ohne Login zur vollen Kontrolle

Die Schwachstelle sitzt in JetBrains‘ CI/CD-Server TeamCity On-Premises und trägt einen CVSS-Score von 9,8 von 10. Es handelt sich um eine sogenannte Deserialisierungs-Lücke: Ein Angreifer schickt präparierte HTTP- oder HTTPS-Anfragen an den Server, umgeht damit die komplette Anmeldung und führt anschließend Betriebssystem-Befehle mit den Rechten des TeamCity-Prozesses aus.

Was dann möglich ist, liest sich wie eine Horrorliste für jeden Admin:

  • Zugriff auf gespeicherte Zugangsdaten und Konfigurationen
  • Manipulation von Build-Artefakten — der Alptraum jeder Software-Lieferkette
  • Kompromittierung nachgelagerter CI/CD-Pipelines und damit aller Systeme, die deine Builds ausrollen

SCHOCK: Die Frist läuft schon MORGEN ab

Wie ernst die Lage ist, zeigt die Frist, die CISA setzt: US-Bundesbehörden müssen die Lücke bis zum 8. August schließen — das ist morgen. Üblich sind bei KEV-Einträgen mehrere Wochen. Eine Drei-Tage-Frist gibt es nur, wenn die Behörde von einer unmittelbaren, ernsten Bedrohung ausgeht.

Auch wenn du keine US-Behörde bist: Nimm diese Frist als Maßstab. Öffentlich erreichbare TeamCity-Server sind jetzt Freiwild. Automatisierte Scans nach verwundbaren Instanzen laufen erfahrungsgemäß schon Stunden nach Bekanntwerden solcher Lücken.

So rettest du deinen Server in 15 MINUTEN

Schritt 1 — Version prüfen: Verwundbar sind alle On-Premises-Versionen vor den Fixes. Sicher bist du erst mit 2025.11.7 oder 2026.1.3.

Schritt 2 — sofort updaten: JetBrains stellt die gepatchten Versionen zum Download bereit. Wenn du nicht sofort updaten kannst, nimm den Server vom öffentlichen Netz — VPN oder IP-Filter sind das Minimum.

Schritt 3 — auf Einbruch prüfen: Da die Lücke aktiv ausgenutzt wird, reicht Patchen allein nicht. Prüfe Logs auf verdächtige Anfragen, rotiere in TeamCity gespeicherte Secrets und kontrolliere, ob unbekannte Admin-Konten oder veränderte Build-Konfigurationen existieren.

TeamCity-Cloud-Nutzer können übrigens aufatmen: Dort hat JetBrains die Schutzmaßnahmen bereits serverseitig eingespielt.

FAZIT: Patchen — und zwar HEUTE

Von der Veröffentlichung des Patches bis zur aktiven Ausnutzung vergingen nur wenige Tage. Wer seinen Build-Server jetzt noch ungepatcht im Netz stehen lässt, riskiert nicht nur den Server selbst, sondern die Integrität jeder einzelnen Software, die darüber gebaut wird.

Häufige Fragen

Welche Versionen sind betroffen?
Verwundbar sind alle TeamCity-On-Premises-Versionen vor den gepatchten Releases 2025.11.7 und 2026.1.3. TeamCity Cloud ist nicht betroffen — dort hat JetBrains die nötigen Schutzmaßnahmen bereits selbst umgesetzt. Prüfe deine Version im Admin-Bereich unter „Server Health“ bzw. in der Fußzeile der Web-Oberfläche.
Wie merke ich, ob mein Server schon kompromittiert ist?
Prüfe die Server-Logs auf ungewöhnliche, nicht authentifizierte HTTP-Anfragen, sieh nach unbekannten Admin-Konten und kontrolliere Build-Konfigurationen auf Änderungen, die niemand im Team vorgenommen hat. Rotiere sicherheitshalber alle in TeamCity hinterlegten Zugangsdaten und Tokens — die Lücke erlaubt vollen Zugriff auf gespeicherte Secrets.
Wie behebe ich das Problem konkret?
Update auf TeamCity 2025.11.7 oder 2026.1.3 — beide Versionen enthalten den Fix. Bis das Update eingespielt ist, solltest du den Server aus dem öffentlichen Internet nehmen, etwa hinter ein VPN oder eine IP-Allowlist. Danach Logs prüfen und Secrets rotieren, da die Lücke bereits aktiv ausgenutzt wird.
Gab es schon aktive Angriffe?
Ja. CISA hat CVE-2026-63077 am 5. August in den KEV-Katalog aufgenommen — dort landen nur Schwachstellen mit nachgewiesener aktiver Ausnutzung. Auch Sicherheitsforscher berichten von laufenden Angriffen auf ungepatchte TeamCity-Server. Die ungewöhnlich kurze Behörden-Frist bis zum 8. August unterstreicht den Ernst der Lage.

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