Während alle Welt über Benchmarks streitet, stellt Anthropic die unbequemste KI-Frage überhaupt: Was macht das alles mit unseren Jobs? Am 22. Juli hat das Unternehmen die Forschungsagenda für seinen Economic Futures Research Fund vorgelegt — gefüllt mit satten 200 Millionen Dollar für externe, unabhängige Forschung.
DARUM geht es bei den 200 Millionen
Der Fonds soll Programme untersuchen, die die Wirtschaft flexibler und widerstandsfähiger machen — damit die Vorteile von KI breit ankommen und Verwerfungen abgefedert werden. Anthropic hat dafür fünf Schwerpunkte definiert:
- Arbeitsplatz-Ebene: Wie verändert KI konkret Firmen und Arbeitsplätze — und wie lässt sich das im Sinne der Beschäftigten gestalten?
- Übergänge: Wie rüstet man Menschen für Job-Wechsel, die KI erzwingt?
- Soziale Absicherung: Wie muss Einkommenssicherung aussehen, wenn KI Tätigkeiten verdrängt?
- Teilhabe: Wie bekommen Beschäftigte einen Anteil am KI-getriebenen Wachstum?
- Öffentliche Investitionen: Welche staatlichen Programme wirken tatsächlich? Hier fehlt bisher belastbare Evidenz.
EXTRA-TIPP: Den Economic Index kannst du jetzt selbst befragen
Parallel zum Fonds hat Anthropic den Economic-Index-Connector für Claude gestartet. Der Anthropic Economic Index misst seit Anfang 2025 anhand anonymisierter Nutzungsdaten, wofür KI in der Wirtschaft tatsächlich eingesetzt wird — bisher war das vor allem ein Werkzeug für Forschende und Journalisten. Jetzt kannst du die Daten direkt in Claude durchstöbern: einfach den Connector aktivieren und fragen, wie KI in deiner Branche genutzt wird.
Das passt in Anthropics Muster der letzten Wochen: erst 10 Millionen für Kanadas KI-Forschung, jetzt der große Wirtschafts-Fonds. Das Unternehmen positioniert sich sichtbar als das Labor, das die gesellschaftlichen Folgen seiner eigenen Technologie ernst nimmt.
Einordnung: PR oder echter Hebel?
Natürlich lässt sich einwenden: 200 Millionen sind für ein Unternehmen, das über Milliarden-Deals für Rechenzentren verhandelt, überschaubar. Aber für die Arbeitsmarkt-Forschung ist die Summe gewaltig — ganze Fachbereiche arbeiten mit deutlich kleineren Budgets. Und weil das Geld an externe Forschende geht, entsteht Wissen, das nicht in Firmen-Schubladen verschwindet. Kritisch bleiben sollte man trotzdem: Die Agenda setzt Anthropic, nicht die Wissenschaft.
FAZIT
Ob dein Job sich durch KI verändert, entscheidet dieser Fonds nicht — aber er könnte dafür sorgen, dass Politik und Unternehmen in fünf Jahren nicht mehr im Blindflug entscheiden. Bis dahin gilt: Wer die Daten selbst befragt, ist schlauer als der Durchschnitt.
Häufige Fragen
Was ändert sich für mich als Nutzer?
Wann ist das Feature verfügbar?
Was kostet das?
Welche Konkurrenz-Initiativen gibt es?
Quellen: Anthropic (Research Fund), Anthropic (Index-Connector)