#Homelab · 4 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

UPDATE-FALLE! Microsofts September-Patch sperrt dich aus deinem eigenen Server aus

UPDATE-FALLE! Microsofts September-Patch sperrt dich aus deinem eigenen Server aus

Du spielst brav die Sicherheitsupdates ein — und stehst ein paar Stunden später vor der eigenen Tür. Genau das passiert gerade reihenweise auf Windows-Servern. Die September-Sammelupdates zerlegen den Remote-Desktop-Dienst. Und zwar nicht sofort, sondern mit Verzögerung. Das macht es besonders tückisch.

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DAS MUSTER: Erst alles gut, dann gar nichts mehr

Der Ablauf ist bei den Betroffenen erstaunlich gleich. Update installiert, Neustart, Anmeldung klappt. Stunden später kippt es.

Neue Verbindungen hängen erst minutenlang und laufen dann in einen Zeitüberlauf. Wer bereits drin ist, kommt nicht mehr sauber heraus — Trennen und Abmelden verpuffen. Manche Server bleiben bei der Meldung zur Remote-Desktop-Konfiguration stehen und rühren sich nicht mehr. In schweren Fällen hilft nur noch der harte Neustart.

Und es bleibt nicht beim Fernzugriff: Auch die Verwaltungskonsole, das Diagnosewerkzeug für die Remote-Desktop-Lizenzen und der Dateimanager frieren ein.

DIESE DREI UPDATES sind gemeint

Alle drei stammen vom 8. September aus dem monatlichen Sicherheitszyklus:

  • KB5122876 — Windows Server 2019
  • KB5122882 — Windows Server 2022
  • KB5122871 — Windows Server 2025

Drei Betriebssystem-Generationen, ein Fehlerbild. Als Ursache vermuten Administratoren eine gegenseitige Blockade zwischen dem Remote-Desktop-Protokoll und dem lokalen Sitzungsmanager — zwei Bausteine, die aufeinander warten, bis nichts mehr geht. Bestätigt ist diese Erklärung nicht.

DIE ZWICKMÜHLE: Entfernen hilft — und schadet

Wer das Update wieder herunternimmt, bekommt den Fernzugriff zurück. Das berichten mehrere Administratoren übereinstimmend.

Nur: Diese Sammelupdates enthalten auch die Sicherheitskorrekturen des Monats. Bei einem Rekordmonat mit weit über 900 geschlossenen Lücken wiegt das schwer. Du tauschst also ein Verfügbarkeitsproblem gegen ein Sicherheitsproblem.

Vertretbar ist das nur, wenn die Maschine nicht aus dem Internet erreichbar ist — und auch dann nur, bis Microsoft nachliefert.

So rettest du deinen Zugang — BEVOR es knallt

1. Verteilung ausbremsen. Halte die September-Updates in deiner Verteilung an, solange keine Lösung da ist. Erst auf einem Testsystem, dann in der Fläche.

2. Zweiten Weg sichern. Das ist der wichtigste Punkt. Wenn dein einziger Zugang der Fernzugriff ist, sitzt du im Dunkeln. Eine Fernwartungskarte, die Konsole deines Anbieters oder ein zweiter kleiner Zugangsrechner im selben Netz kosten dich zehn Minuten Vorbereitung und ersparen dir eine Nachtschicht.

3. Rückweg vorbereiten. Ein vollständiges Abbild vor der Patchrunde ist die sauberste Versicherung — damit setzt du den Server in Minuten auf den Stand von vorher zurück, statt einzelne Updates rückwärts zu entwirren. Wer dafür noch kein Werkzeug hat, findet mit Acronis True Image* eine Lösung, die auch komplette Systemabbilder statt nur Dateikopien anlegt.

4. Beobachten. Microsoft untersucht den Fall und will Hinweise nachreichen. Die Seite mit den bekannten Problemen zu Windows Server ist dafür die erste Adresse.

FAZIT: Nicht aussetzen — absichern

Die Versuchung, Updates jetzt grundsätzlich liegen zu lassen, ist groß. Sie ist auch falsch. Der richtige Schluss ist ein anderer: Kein Server sollte an einem einzigen Zugangsweg hängen. Wer einen zweiten Weg und ein frisches Abbild hat, für den ist dieser Fehler ein Ärgernis. Für alle anderen ist er ein Ausfall.

Häufige Fragen

Welche Updates lösen das Problem aus?
Die Sammelupdates vom 8. September: KB5122876 für Windows Server 2019, KB5122882 für Server 2022 und KB5122871 für Server 2025. Sie stammen aus dem regulären monatlichen Zyklus und enthalten auch die Sicherheitskorrekturen dieses Monats. Genau das macht die Sache unbequem.
Woran erkenne ich, dass mein Server betroffen ist?
Am typischen Muster: Nach der Installation läuft alles zunächst normal, oft mehrere Stunden lang. Dann scheitern neue Verbindungen, bestehende Sitzungen lassen sich nicht mehr trennen oder abmelden. Manche Server bleiben bei der Meldung zur Remote-Desktop-Konfiguration hängen. Auch die Verwaltungskonsole und der Dateimanager können einfrieren.
Soll ich das Update einfach entfernen?
Administratoren berichten, dass ein Entfernen den Fernzugriff wiederherstellt. Der Haken: Damit verschwinden auch die Sicherheitskorrekturen dieses Monats. Du tauschst ein Verfügbarkeitsproblem gegen ein Sicherheitsproblem. Vertretbar ist das nur als kurze Überbrückung auf einem Server, der nicht aus dem Internet erreichbar ist.
Gibt es schon eine offizielle Lösung?
Noch nicht. Microsoft hat gegenüber BleepingComputer bestätigt, die Berichte zu kennen und den Fall zu untersuchen, und Hinweise angekündigt, sobald es welche gibt. Bis dahin bleibt nur, die Verteilung zu bremsen und für einen zweiten Weg auf die Maschine zu sorgen.

Quellen

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