#Hardware · 4 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

AUFGERÄUMT! Unraid stopft 20 Lücken auf einen Schlag — und zeigt schon die nächste Generation

AUFGERÄUMT! Unraid stopft 20 Lücken auf einen Schlag — und zeigt schon die nächste Generation

Während anderswo einzelne Zero-Days für Schlagzeilen sorgen, geht Unraid den unspektakulären, aber wichtigeren Weg: am laufenden Band patchen, bevor überhaupt jemand eine Lücke ausnutzt. Am 24. September 2026 ist mit Unraid OS 7.3.3-rc.2 ein Release Candidate erschienen, der gleich ein ganzes Bündel an Sicherheitslücken in zentralen Systempaketen schließt — und praktischerweise landete am selben Tag auch 7.4.0-beta.3 auf dem next-Branch.

DAS SICHERHEITSPAKET: Vier Bibliotheken, rund 20 CVEs

Den größten Block macht OpenSSL aus, angehoben von 3.5.7 auf 3.5.8: Das schließt gleich zehn CVEs, darunter CVE-2026-14456, CVE-2026-14457 und mehrere weitere aus der 63000er-Reihe. Da OpenSSL praktisch jede verschlüsselte Verbindung auf dem Server absichert — vom WebGUI bis zu Docker-Containern —, ist dieser Sprung der wichtigste Teil des Updates.

Dazu kommen Samba 4.22.11 mit sechs behobenen CVEs (u. a. CVE-2026-6949 und CVE-2026-58216), PHP 8.4.24 mit vier CVEs sowie ein Fix für nginx (CVE-2026-60005). Zusätzlich hat Unraid die Root-Passwort-Einrichtung gehärtet und prüft Eingaben für OpenTerminal-Anfragen jetzt, bevor sie an privilegierte Befehle weitergereicht werden — ein kleiner, aber sinnvoller Schritt gegen Rechteausweitung über die Weboberfläche.

UNTER DER HAUBE: Kernel 6.18.52 und spürbare Bugfixes

Der Linux-Kernel wandert auf Version 6.18.52-Unraid, die Unraid-API auf 4.37.4. Für den Alltag interessanter sind aber drei konkrete Fehlerbehebungen: Der Dateimanager brach bei Kopier- und Verschiebe-Operationen bislang wegen eines Symlink-Tiefen-Fehlers ab — das ist jetzt behoben. Das Dateisystem shfs geriet unter bestimmten Bedingungen bei gleichzeitigen Dateisperr-Anfragen in ein Deadlock, ebenfalls gefixt. Und ein Assertion-Fehler, der zuvor die Verfügbarkeit von /mnt/user beeinträchtigen konnte, wurde ausgeräumt. Wer schon einmal mitten in einer großen Kopieraktion eine hängende Freigabe erlebt hat, weiß solche Detailarbeit zu schätzen.

Docker wurde auf Engine 29.7.1 angehoben, dazu gibt es eine kleine Verbesserung bei der Icon-Verwaltung für Container ohne eigenes Symbol.

PARALLEL DAZU: Schon ein Blick auf 7.4

Interessant für alle, die die Entwicklung im Auge behalten: Am selben Tag erschien auch Unraid OS 7.4.0-beta.3 auf dem next-Branch. Die 7.4-Reihe bringt unter anderem Mehrfach-Netzwerk-Unterstützung für Docker-Container — Container lassen sich damit gleichzeitig in mehrere virtuelle Netze einhängen, statt sich mit einer einzigen Bridge begnügen zu müssen. Für alle, die VLANs im Homelab sauber voneinander trennen wollen, ist das ein Feature, auf das viele schon länger gewartet haben.

SO AKTUALISIERST DU RICHTIG

  1. Branch wählen: Wer produktiv fährt, bleibt beim stabilen Zweig und wartet auf die finale 7.3.3-Freigabe, die aus diesem Release Candidate hervorgeht.
  2. Tester wechseln: Wer testen will, stellt in den Update-Einstellungen auf den next-Branch um und spielt 7.3.3-rc.2 direkt ein.
  3. Vorher sichern: Auch ein Release Candidate mit überwiegend Sicherheitsfixes verdient vorher ein Backup der Flash-Konfiguration.
  4. Docker-Container prüfen: Nach dem Sprung auf Engine 29.7.1 lohnt ein kurzer Blick, ob alle Container sauber neu starten.

FAZIT: Unspektakulär, aber genau richtig

Kein Zero-Day, keine Schlagzeile über aktive Angriffe — und trotzdem eines der wichtigeren Updates des Monats für alle, die ihren NAS-Server selbst betreiben. Zwanzig geschlossene CVEs in vier zentralen Systempaketen plus handfeste Bugfixes zeigen, dass Unraid seine Update-Disziplin auch dann durchzieht, wenn gerade keine Kamera draufhält. Genau diese Routinearbeit ist es, die im Ernstfall den Unterschied macht.

Häufige Fragen

Muss ich sofort auf 7.3.3-rc.2 aktualisieren?
Für produktive Server ist es meist sinnvoller, auf die daraus hervorgehende stabile 7.3.3-Freigabe zu warten, da Release Candidates primär zum Testen gedacht sind. Wer aber ohnehin schon auf dem next-Branch unterwegs ist, sollte die enthaltenen rund 20 CVE-Fixes zeitnah einspielen.
Welche CVEs sind am wichtigsten?
Am schwersten wiegt der Sprung auf OpenSSL 3.5.8 mit zehn geschlossenen CVEs, da OpenSSL praktisch jede verschlüsselte Verbindung auf dem Server absichert. Dazu kommen sechs Samba-CVEs, relevant für jeden, der Windows-Freigaben nutzt, sowie vier PHP-CVEs für die WebGUI.
Was bringt die parallel erschienene 7.4.0-beta.3?
Die 7.4-Reihe befindet sich noch in der Beta-Phase und bringt unter anderem Unterstützung für mehrere Netzwerke pro Docker-Container gleichzeitig. Für produktive Systeme ist sie noch nicht empfohlen, zeigt aber schon die Richtung der nächsten großen Unraid-Version.
Was wurde beim Dateimanager konkret behoben?
Kopier- und Verschiebe-Operationen im Dateimanager brachen zuvor bei bestimmten Ordnerstrukturen wegen eines Fehlers in der Symlink-Tiefenprüfung ab. Dieses Problem ist in 7.3.3-rc.2 behoben, ebenso wie ein Deadlock im Dateisystem shfs bei gleichzeitigen Dateisperr-Anfragen.

Quellen

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