#Netzwerk & Sicherheit · 3 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

TELEFON-FALLE! Falscher IT-Support kapert per Teams-Anruf dein Firmennetz — in 17 Stunden alles verschlüsselt

TELEFON-FALLE! Falscher IT-Support kapert per Teams-Anruf dein Firmennetz — in 17 Stunden alles verschlüsselt

Ein kurzer Anruf, eine freundliche Stimme — und plötzlich sind alle Firmendateien verschlüsselt. Sicherheitsforscher von Sophos haben eine perfide Masche aufgedeckt: Kriminelle rufen über Microsoft Teams an, geben sich als IT-Support aus und schleusen so die Chaos-Ransomware ein. Die Kampagne läuft unter dem Namen STAC4749.

DIE MASCHE: Hilfsbereiter „Kollege“ am Telefon

Der Ablauf ist erschreckend simpel. Die Täter tarnen sich in Teams-Chats und -Anrufen als Helpdesk-Mitarbeiter und überreden Beschäftigte, ein Fernwartungs-Tool zu starten oder Software zu installieren. Genutzt werden dabei ganz legitime Werkzeuge wie Microsoft Quick Assist — genau deshalb schöpft kaum jemand Verdacht. Die meisten Anrufe dauern laut Sophos nur zwei bis zweieinhalb Minuten. Danach hat der Angreifer die Kontrolle über den Rechner.

TEMPO: In unter 17 Stunden verschlüsselt

Ist der erste Rechner gekapert, breiten sich die Angreifer im Netzwerk aus. In mindestens drei Fällen folgte die Chaos-Ransomware — in einem Vorfall war die Verschlüsselung weniger als 17 Stunden nach dem ersten Zugriff abgeschlossen. Rund 95 Prozent der beobachteten Angriffe zielten auf Firmen in Kanada und den USA, quer durch Branchen wie Dienstleistung, Fertigung, Energie und sogar Anwaltskanzleien.

So schützt du dein Team

Die gute Nachricht: Gegen diese Masche hilft vor allem Aufklärung. Vereinbare eine klare Regel: Niemand gewährt Fernzugriff nach einem unaufgeforderten Teams-Anruf — egal, wie überzeugend das Gegenüber klingt. Beschränke externe Teams-Nachrichten, sperre Quick Assist, wo es nicht gebraucht wird, und lege einen festen Rückruf-Weg für echten IT-Support fest. Im Zweifel: auflegen und den bekannten Support selbst kontaktieren.

Häufige Fragen

Wie läuft der Angriff genau ab?
Die Täter kontaktieren Mitarbeiter über Microsoft Teams, geben sich als IT-Support aus und überreden sie, ein Fernwartungs-Tool wie Quick Assist zu starten. Darüber übernehmen sie den Rechner und schleusen später Chaos-Ransomware ein.
Wer ist besonders gefährdet?
Vor allem Unternehmen in Nordamerika — rund 95% der Fälle betrafen Kanada und die USA. Branchen von Dienstleistung über Fertigung und Energie bis zu Anwaltskanzleien waren betroffen.
Wie schnell schlagen die Angreifer zu?
Sehr schnell. In einem dokumentierten Fall waren die Dateien weniger als 17 Stunden nach dem ersten Zugriff verschlüsselt. Die eigentlichen Anrufe dauern oft nur zwei bis drei Minuten.
Wie schütze ich mein Team am besten?
Mit einer klaren Regel: kein Fernzugriff nach unaufgeforderten Teams-Anrufen. Zusätzlich externe Teams-Kontakte einschränken, Quick Assist sperren, wenn ungenutzt, und einen festen Rückruf-Weg für echten IT-Support festlegen.

Quellen

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