Wer KI-Apps mit dem beliebten Framework Mastra baut, sollte jetzt ganz genau hinsehen. Angreifer haben am 17. Juni 2026 den kompletten Mastra-Scope auf npm gekapert und 144 Pakete mit Schadcode versehen — und das in nur 88 Minuten. Der eingeschleuste Code hat es auf deine Krypto-Wallets und Zugangsdaten abgesehen.
SCHOCK: 144 Pakete in 88 Minuten vergiftet
Möglich wurde der Angriff über ein gekapertes Mitwirkenden-Konto. Über dieses eine Konto wurden im Akkord mehr als 140 Pakete im Mastra-Scope neu veröffentlicht. Besonders heikel: Betroffen ist auch @mastra/core, das Herzstück des Frameworks, mit rund 918.000 Downloads pro Woche. Die mögliche Reichweite ist also riesig.
Der Clou: Der Schadcode steckte nicht offen in den Paketen. Stattdessen schmuggelten die Angreifer jedem Paket eine neue Abhängigkeit namens „easy-day-js“ unter — einen Klon der bekannten Datums-Bibliothek dayjs. Wer den Namen flüchtig liest, schöpft keinen Verdacht.
GEFAHR: Der Dieb schlägt schon beim Installieren zu
Und genau hier wird es gefährlich: Der Code läuft nicht erst, wenn du das Paket benutzt, sondern bereits beim Installieren — über ein sogenanntes postinstall-Skript. Das startet einen versteckten Lader, der eine zweite Stufe von einem Server der Angreifer nachholt, im Hintergrund startet und sich anschließend selbst löscht, um keine Spuren zu hinterlassen.
Die Endstufe ist ein plattformübergreifender Datendieb. Er durchforstet den Browser-Verlauf, greift Daten aus über 160 Krypto-Wallet-Erweiterungen ab, nistet sich dauerhaft auf Windows, macOS und Linux ein und schickt die Beute an einen Kontrollserver. Weil der Code beim Installieren feuert, kann dein System schon kompromittiert sein, bevor du auch nur eine Zeile importiert hast.
So räumst du deine Build-Pipeline auf
Handle zügig, wenn du Mastra einsetzt:
- Prüfe, ob seit dem 17. Juni @mastra-Pakete installiert oder aktualisiert wurden.
- Entferne betroffene Versionen, lösche node_modules und den passenden Lockfile-Eintrag.
- Installiere nur saubere, geprüfte Versionen neu.
- Rotiere auf betroffenen Maschinen alle Zugangsdaten und Tokens — und behandle vorhandene Krypto-Wallets als kompromittiert.
FAZIT: Die Lieferkette bleibt die offene Flanke
Der Mastra-Vorfall reiht sich in eine ganze Serie von npm-Angriffen ein — neu ist diesmal das Ziel: ein KI-Framework mit hoher Reichweite. Die Lehre bleibt dieselbe: Ein einziges gekapertes Konto und eine clever benannte Abhängigkeit genügen, um Tausende Builds zu vergiften. Wer automatisiert installiert, sollte postinstall-Skripte und neue Abhängigkeiten grundsätzlich misstrauisch beäugen.