#Künstliche Intelligenz · 5 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

PLUGIN-TÜV FÜR CLAUDE CODE! Erweiterungen bekommen eine Note — und vier Rechtelöcher fallen zu

PLUGIN-TÜV FÜR CLAUDE CODE! Erweiterungen bekommen eine Note — und vier Rechtelöcher fallen zu

Plugins für Claude Code gibt es inzwischen reichlich. Was es bisher nicht gab: eine Möglichkeit, nachzumessen, ob so ein Plugin überhaupt tut, was es verspricht. Genau diese Lücke schließt das jüngste Update — und nebenbei stopft es vier Stellen, an denen Berechtigungsregeln nicht so streng waren, wie sie aussahen.

ENDLICH MESSBAR: DER PLUGIN-TÜV

Der neue Befehl heißt claude plugin eval. Er führt die Testfälle aus, die zu einem Plugin gehören, und spuckt ein bewertetes, wiederholbares Ergebnis aus — einmal als JSON zum Weiterverarbeiten, einmal als HTML-Bericht zum Anschauen. Die Hilfe dazu liegt unter claude plugin eval --help.

Warum das mehr ist als eine Randnotiz: Bisher war die Qualität eines Plugins Vertrauenssache. Man installierte es, probierte ein paar Sachen aus und hoffte. Ein Testlauf mit Punktzahl macht daraus etwas Überprüfbares. Für alle, die Plugins in einem Team verteilen oder selbst welche schreiben, ist das der erste echte Qualitätsnachweis.

Wichtig für die Einordnung: Anthropic datiert die Einträge im Änderungsprotokoll von Claude Code nicht. Die Version 2.1.269 ist am 11. September 2026 in den Release-Trackern aufgetaucht, die Nachfolgeversion 2.1.270 am 12. September.

ACHTUNG: VIER LÖCHER IN DEN RECHTEREGELN

Der unauffälligere, aber wichtigere Teil des Updates steckt in den Berechtigungen. Vier Punkte stechen heraus.

Erstens: Plugin-Archive, die für eine Sitzung entpackt wurden, waren für andere Nutzer auf demselben Rechner lesbar. Entpackte Dateien behielten außerdem schreibbare Rechte aus dem Archiv, und alte Dateien überlebten ein erneutes Entpacken. Auf einem gemeinsam genutzten Server war das eine offene Flanke.

Zweitens: Sperrregeln für das Bearbeiten von Dateien griffen nicht, wenn ein Shell-Befehl per tee schrieb. Eine Erlaubnis für Bash(tee:*) deckt jetzt keine Ziele mehr außerhalb der Arbeitsverzeichnisse ab. Wer sorgfältig Schreibpfade eingegrenzt hatte, hatte bis dahin eine Hintertür im Regelwerk.

Drittens: Eine Verbots- oder Nachfrageregel, die mit einem Ausrufezeichen beginnt, wirkte über die Einstellungsdatei hinaus, in der sie stand. Jetzt gilt sie nur noch in ihrer eigenen Quelle.

Viertens: Im maschinenlesbaren Ausgabeformat fehlten blockierte Lese-, Bearbeitungs- und Schreibzugriffe in der Liste der abgelehnten Berechtigungen. Wer Claude Code automatisiert überwacht, bekam damit ein zu freundliches Bild.

WAS SONST NOCH DRIN STECKT

Das Update ist ungewöhnlich umfangreich. Die Punkte mit dem meisten Alltagsnutzen:

  • /output-style [name] listet und wechselt Ausgabestile — auch in Sitzungen ohne Oberfläche.
  • Wenn das Bash-Werkzeug Dateien verändert, liefert es auf Wunsch einen Diff der geänderten Dateien gleich mit (Einstellung bashEditDiffEnabled).
  • CLAUDE_CODE_WORKFLOW_MAX_CONCURRENT_AGENTS hebt die Zahl gleichzeitig laufender Agenten an, Bereich 1 bis 256.
  • Mehrere Korrekturen am Prompt-Cache: Er wurde bisher unnötig verworfen, wenn eine Antwort an der Ausgabegrenze abgeschnitten und fortgesetzt wurde.
  • In VS Code kommen eine Übersichtskarte der Unteragenten sowie Dialoge für Hooks und Berechtigungsregeln dazu.

DER HAKEN: 2.1.269 HATTE EINEN RÜCKSCHRITT

Ehrlicherweise gehört das dazu: In 2.1.269 fragten lesende Git-Befehle nach längerer Sitzungsdauer plötzlich wieder nach Erlaubnis, obwohl sie nichts verändern. Das ist lästig, wenn man stundenlang in derselben Sitzung arbeitet. Behoben wurde es in 2.1.270 — einen Tag später.

Die praktische Empfehlung lautet deshalb: nicht auf 2.1.269 stehen bleiben, sondern gleich die 270er nehmen.

SO AKTUALISIERST DU

Wenn du Claude Code über npm installiert hast, genügt npm update -g @anthropic-ai/claude-code. Die aktuelle Version prüfst du mit claude --version. Im laufenden Programm zeigt dir /status außerdem, welche Organisationsrichtlinien geladen wurden — auch dort gab es eine Verbesserung, denn bisher blieb unklar, warum eine Richtlinie nicht geladen werden konnte.

FAZIT: EIN AUFRÄUM-UPDATE MIT SUBSTANZ

Kein neues Modell, keine große Funktion — aber Plugins werden prüfbar und vier Rechteregeln halten endlich das, was sie versprechen. Für alle, die Claude Code mit eingeschränkten Berechtigungen auf echten Servern laufen lassen, ist das das wichtigere Update der letzten Wochen.

Häufige Fragen

Was macht claude plugin eval genau?
Der Befehl führt die Testfälle aus, die zu einem Plugin gehören, und bewertet die Ergebnisse. Die Ausgabe kommt als JSON-Datei und als HTML-Bericht. Der Lauf ist wiederholbar, das heißt: Dieselbe Testsuite liefert vergleichbare Werte und eignet sich damit für automatische Prüfungen in einer Pipeline.
Lohnt sich das Update sofort oder kann ich warten?
Wenn du Claude Code mit eingeschränkten Berechtigungen auf einem Server oder einem geteilten Rechner betreibst, lohnt es sich sofort — die Korrekturen betreffen Regeln, die bisher umgehbar waren. Spring dabei direkt auf 2.1.270, weil 2.1.269 einen Rückschritt bei lesenden Git-Befehlen enthielt.
Bricht das Update meine bestehenden Regeln?
Möglich, wenn du dich bisher unbeabsichtigt auf das alte Verhalten verlassen hast. Eine Regel mit führendem Ausrufezeichen wirkt jetzt nur noch innerhalb ihrer eigenen Einstellungsdatei, und eine Erlaubnis für Bash(tee:*) deckt keine Ziele außerhalb der Arbeitsverzeichnisse mehr ab. Prüf diese beiden Stellen nach dem Update.
Wie führe ich das Update durch?
Bei einer Installation über npm reicht npm update -g @anthropic-ai/claude-code. Danach zeigt claude --version den Stand. Achte darauf, dass dort 2.1.270 oder neuer steht, nicht 2.1.269.

Quellen

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